Einzeln sein von Rüdiger Safranski

Rüdiger Safranski Einzeln sein

Der Einzelne im Spannungsfeld zwischen Individualität und Gesellschaft

Jeder Mensch ist zunächst einmal ein Einzelner. Das kann zur Belastung werden, aber auch den Ehrgeiz wecken, die eigene Individualität zu kultivieren. Zwischen diesen beiden Polen unserer Existenz hat es immer wieder eindrucksvolle Versuche gegeben, einzeln zu sein. Davon erzählt Rüdiger Safranski, beginnend bei Michel de Montaigne, über Rousseau, Diderot, Kierkegaard, Stirner und Thoreau bis zur existentialistischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Aus verschiedenen Perspektiven nähert er sich der – hochaktuellen – Frage, wie weit wir es ertragen, Einzelne zu sein.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: YukBook

    Ob Social-Media-Hype oder Corona-Krise – das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft begegnet uns im Alltag immer wieder. Daher weckte dieses Hörbuch gleich mein Interesse. Rüdiger Safranski unternimmt mit uns eine Zeitreise beginnend in der Renaissance und zeigt, wie Philosophen und Künstler sich selbst und die eigenen Möglichkeiten, die sich dabei auftun, entdeckten. Den Drang, seine eigene Originalität nach außen zu tragen und unverwechselbare Spuren zu hinterlassen, erkennt der Autor bei Renaissancekünstlern wie Raffael oder da Vinci, die glaubten, sich mit ihren einzigartigen Begabungen zum Göttlichen erheben zu können. Ganz anders Luther, der erst über die Vereinzelung und Selbstüberwindung in einem Kloster die Ängste vor seinen Schuldgefühlen ablegen und zu der 'Freiheit eines Christenmenschen' finden konnte. Ich fand es sehr spannend, dem Werdegang und den Gedanken eines Rousseau, Montaigne, Stendhal oder einer Hannah Arendt zu folgen und zu beobachten, wie sich aus dem zunehmenden Hang zur Selbstdarstellung und Selbstinszenierung essentielle Konzepte zur Selbstverwirklichung, die die gesellschaftliche Vielfalt bereichern, entwickelten. Rüdiger Safranski geht dabei auf ganz unterschiedliche Erfahrungen und feine Nuancen ein, zum Beispiel wie manche versuchten, sich zu ihrem eigenen Vorteil von anderen zu unterscheiden während andere den völligen Rückzug zu sich selbst in der Natur erlebten oder das Einzelnsein zu ihrer Lebensaufgabe machten. Ich war verblüfft, wie viele Denkansätze sich in heutigen Selbsthilfebüchern wiederfinden. Das Thema Massenpsychologie und die Gegenüberstellung von Originalität und Nachahmung ließen mich an Influencer und Follower denken. Der Stoff, den uns Rüdiger Safranski präsentiert, ist sehr umfangreich, doch nie ermüdend oder langweilig, was auch dem Sprecher Frank Arnold zu verdanken ist, der genau im richtigen Tempo und mit angenehmem Timbre liest. Zwischen- und Schlussbetrachtungen, in denen der Autor das Wesentliche zusammenfasst, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Thesen herausstellt und zum Nachdenken anregt, runden das sehr aktuelle und hörenswerte Werk ab.