Das Flüstern der Bäume von Michael Christie

Michael Christie Das Flüstern der Bäume

Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas.

Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas

Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder …

Michael Christies grandiose Familiensaga ist großes Kino: farbenprächtig, mitreißend, bewegend!



Der Penguin Verlag dankt dem Canada Council for the Arts für die Förderung der Übersetzung. We acknowledge the support of the Canada Council for the Arts. Nous remercions le Conseil des arts du Canada de son soutien.

Das Buch wird klimaneutral produziert.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: coyote diaries

    Nachdem ich „Die Wurzeln des Lebens“ von Richard Powers gelesen hatte, war ich skeptisch, ob ich jemals wieder ein Buch über Bäume in Verbindung mit einer Familiengeschichte so lieben werde wie dieses. Als ich jedoch im Zuge meiner Recherche für die Neuerscheinungen im Monat Oktober auf „Das Flüstern der Bäume“ stieß, dachte ich: „Das muss ich lesen.“ DIE HANDLUNG In diesem Buch geht es um Jacinda Greenwood, die sich auf Greenwood Island aufhält und dort als Naturführerin arbeitet. Bis zu dem Tag, an dem ihr Exfreund vor ihr steht, glaubt sie, dass die Namensgleichheit reiner Zufall ist. Doch dieser hat ein Tagebuch im Gepäck, welches ihre Familiengeschichte enthüllt, die ihr bisher fast gänzlich verborgen blieb. MEINE MEINUNG Zugegeben: Bei „Das Flüstern der Bäume“ fiel mir der Einstieg alles andere als leicht. Der Schreibstil wirkte sehr sachlich und emotionslos, die Sätze waren teilweise zu verschachtelt und die Protagonisten schienen mir mehr als fern. Wenn ich keinerlei Zugang zu den Charakteren finde, ist es meist schon vorbei und ich lege das Buch zur Seite. Doch Vorsicht: Der erste Eindruck täuscht und ich kann an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, dass ich nur selten in Bücher so eintauchen kann wie es bei diesem geschehen ist. Doch erst einmal zu Christies Erzählweise: Es beginnt mit dem Jahr 2038, welches in dem Buch die Gegenwart darstellt. Er beschreibt Jacindas (kurz: Jakes) Leben auf Greenwood Island sowie ihre Ängste und Sorgen. Das Bild, welches er von dieser Zeit bezogen auf die Natur und den Zustand der Menschen schafft, ist mehr als erschreckend: Es existieren kaum noch Bäume, eine dicke Staubschicht liegt in der Luft, die Menschen erkranken. Mitten in der grünen Oase von Greenwood Island arbeitet Jake, die ihrer Arbeit als Naturführerin nachgeht. Auch wenn sie über ihren Aufenthaltsort glücklich sein kann, sind ihre Probleme immer präsent. Diesen Part empfand ich als etwas langatmig und unspektakulär, was sich jedoch schnell änderte, als ihr Exfreund mit einem Tagebuch ins Bild kam. Ab diesem Zeitpunkt gehen wir zurück in die Vergangenheit: Es werden immer mehr Protagonisten vorgestellt, die auf ihre Weise sehr speziell und vom Autor perfekt gezeichnet sind. Im Laufe des Buches werden somit sehr viele unterschiedliche Zeitabschnitte abgedeckt, die allesamt in Verbindung zu einem bestimmten Charakter stehen. Als Leser erfahren wir dadurch nach und nach, was es mit Jakes Vergangenheit auf sich hat. Die Sympathien wechseln hierbei stark: Während ich im einen Moment eine vollkommene Abneigung gegenüber einem Protagonisten empfand, kehrte diese ins absolute Gegenteil, als ich mehr über die Beweggründe seines Handelns erfuhr. Zunächst geriet ich ein wenig in „Panik“, weil ich nicht wusste, wie viele Charaktere noch hinzukämen und ob ich mir alle merken können würde. Allerdings stellte dies keinerlei Problem dar, da sich die Abschnitte und Informationen so oft wiederholten, dass ich mich schnell zurechtfinden konnte. Mit den Bäumen, die für die gesamte Familie Greenwood eine große Bedeutung haben, schafft Michael Christie ein mächtiges Symbol, das im Laufe des Buches immer wieder auftaucht. Diese Momente empfand ich als schön und äußerst kraftvoll. Sie rütteln wach und zeigen auf, wie wertvoll und bedeutsam die Natur ist und dass es unsere Aufgabe ist, sie zu schützen. Die Schönheit ist hierbei auch ein gutes Stichwort: Christie hat es mit diesem Roman geschafft, eine nicht selten traurige, herzzereißende, fast schon deprimierende Handlung mit wundervollen Momenten zu verbinden, die mich als Leserin mit einem weinenden und lachenden Auge zurückließen. Die Parallelen zum echten Leben dürfen hierbei auch nicht unberücksichtigt bleiben: Sie sind da – an unzähligen Stellen. In „Das Flüstern der Bäume“ geht es schließlich unter anderem auch um alles Nicht-Ausgesprochene in einer Familie, was die eigene Verortung im Leben schwer bis unmöglich machen kann. Fragen wie „Woher komme ich?“, „Wer genau sind meine Vorfahren?“, „Was ist ihnen in der Vergangenheit passiert, das ihr Handeln erklärt?“ sind dauerpräsent und nahezu quälend. Die Lektüre regt demnach auch an dieser Stelle zum Nachdenken darüber an, ob eine vollkommen offene Kommunikation alles leichter oder aber aber auch schwerer machen kann: Ganz so einfach beantworten kann man diese Frage meiner Meinung nach nicht. Mit einem grandiosen Schluss, bei dem Christie – wieder mit Bezug auf die Bäume – beschreibt, was „Familie“ ist, findet dieses Buch für mich ein rundes Ende. Aufgrund dessen kann ich dem Autor auch die an wenigen Stellen recht realitätsfernen Handlungen, die fast schon actionlastig und reißerisch sind, ohne Probleme verzeihen. FAZIT Wer auf der Suche nach einer wundervollen Familiengeschichte ist, die zum Nachdenken anregt und den Leser sowohl traurig als auch glücklich und zufrieden zurücklässt, sollte sich „Das Flüstern der Bäume“ unbedingt näher ansehen. Der Roman handelt vom Leben, von Zuversicht und forciert dabei den Blick auf die Natur, die uns alle verbindet und die Basis für alles darstellt. Ein echtes Lesehighlight!
  • Von: Buchstaplerei

    „Was, wenn eine Familie gar kein Baum ist? Was, wenn sie eher wie ein Wald ist? Ein Verbund einzelner Lebewesen, die ihre Rohstoffe über verflochtene Wurzeln miteinander teilen und sich gegenseitig vor Wind und Dürre schützen?“ Alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig: Natur, Menschen, Ereignisse, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Michael Christie erzählt die Geschichte vierer Generationen einer Familie, deren Leben eng mit den Wäldern Kanadas verbunden ist. Der Roman beginnt 2038 mit der Naturführerin Jacinda Greenwood, die auf Greenwood Island interessierten Touristen einige der letzten lebenden Bäume auf einer ansonsten vertrockneten und zu Staub gewordenen Erde zeigt. Jacinda hält die Namensgleichheit für Zufall, bis ihr das Tagebuch ihrer Großmutter in die Hände fällt. Den Jahresringen eines Baumes folgend erfahren wir nun die Geschichte der Greenwoods: Von Jacindas Großmutter Willow, bekennender Hippie und leidenschaftliche Naturschützerin, von ihrem Urgroßonkel Everett, der ein im Wald ausgesetztes Baby rettet und von dessen Bruder Harris, der sich ein Holzimperium aufbaut. Was alle verbindet ist der Wald, seine Bäume und sein Holz. Es geht um die eigenen Wurzeln, die eigene Identität und den eigenen Lebensweg, aber auch um Klimawandel und Ressourcen-Verschwendung. Michael Christies Roman liest sich flüssig, versteht zu fesseln und schneidet viele wichtige Themen an -leider habe ich aber an manchen Stellen mehr Tiefe vermisst (zum Beispiel 2038 und die Folgen der Klimakatastrophe) und zum Teil waren mir die Familienstränge zu langatmig und ausufernd. Trotzdem ein sehr lesenswertes, atmosphärisches und vielschichtiges Epos, das eine bereichernde Lesezeit beschert!!!
  • Von: bedtime.reading

    REZENSION Das Flüstern der Bäume – Michael Christie In „Das Flüstern der Bäume“ wird die bewegende Geschichte der Familie Greenwood erzählt. Es beginnt bei Jacinda Greenwood, einer Biologin und Waldführerin, im Jahr 2038 auf einer der letzten bewaldeten Inseln der Welt, da die meisten Wälder zu dieser Zeit von rätselhaften Krankheiten und Staubstürmen vernichtet worden sind. Mit gut gewählten Worten und in flüssigem Stil schlägt Michael Christie eine tiefe Kerbe in die Geschichte und bis ins Jahr 1908. Wie die Jahresringe eines Baumes kann man die einzelnen Generationen der Familie erkennen. Alle haben Schicksalsschläge zu erleiden und reiben sich durch verschiedene Ideologien und Weltanschauungen aneinander, sind aber durch ihre Liebe zu Holz in verschiedenen Formen und die Insel vor der Küste Kanadas verbunden. Zuletzt kehrt die Geschichte wieder zu Jacinda zurück, die nun zumindest einen Teil der Wahrheit über ihre Familie erfahren hat. Das Buch und der Stil mit dem Michael Christie diese Geschichte erzählt haben mich begeistert. Es war zu keinem Zeitpunkt langweilig und auch wenn die einzelnen Charaktere es nicht leicht hatten, war es dennoch kein schwermütiges Buch. Man merkt deutlich, dass der Autor viele eigene Erfahrungen ins Buch einbringt. So lebt er selber in einem Holzhaus auf einer Insel und hat in der Obdachlosenhilfe gearbeitet. Und natürlich ist er Kanadier – und kann so die unfassbar schöne Natur des Landes treffend beschreiben. Für mich der einzige Kritikpunkt ist der Klappentext, durch den man vermuten könnte, das die Hauptperson des Buches Jacinda ist. Die eigentlichen Protagonisten sind jedoch für mich Harris und Everett Greenwood und deren Erlebnisse zur Zeit der Weltwirtschaftskrise. Alles in allem ein sehr gelungener Roman, der zu einer Reise durch die Zeit, durch wundersame Wälder und durch die (Un)Tiefen der menschlichen Seele einlädt! 5/5 Sternen
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