Haarmann von Dirk Kurbjuweit

Jetzt bestellen

€ 22.00 [D] | € 22.70 [A] | CHF 30.90 [CH]

Weitere Ausgaben:

Dirk Kurbjuweit Haarmann

Der spektakulärste Kriminalfall Deutschlands - psychologisch raffiniert und extrem fesselnd

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.

Dirk Kurbjuweit inszeniert den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte psychologisch raffiniert und extrem fesselnd. Eindringlich ergründet er die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre, zeigt ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der massenhaften Prostitution. So wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe.

Leserstimmen

  • Von: Jana

    Als schlecht würde ich das Buch nicht bezeichnen, weil das immer ansichtssache ist, aber für mich war das nix. Die einzelnen Kapitel sind viel zu lang und es ist schwer zu lesen. Es kommen zwischendurch immer wieder Gedanken vor, die dann kursiert geschrieben sind und man weiß oft nicht, von wem die Gedanken gerade sind. Ziemlich durcheinander. Das Thema ist super interessant, aber für mich persönlich nicht gut geschrieben. Ich hätte es mir im Handel nicht gekauft.
  • Von: J.J.

    Eine wirklich schreckliche Geschichte, sehr ruhig, spannend erzählt. Man fängt an und das Weglegen fällt schwer. Diese grausame, wahre Geschichte lässt nicht los. Man leidet mit dem Ermittler und fällt in eine längst vergangene Zeit.
  • Von: meikim

    Ein extrem spannender Roman, der natürlich durch die dahinter stehende wahre Geschichte umso beklemmender ist. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und kann "Haarmann" ausdrücklich empfehlen. Mir persönlich hat vor allem der Schreibstil von Dirk Kurbjuweit total gefallen, da ich mich regelrecht in die Situationen der Geschichte hinein versetzt fühlte.
  • Von: Caro_liest

    𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥 In diesem Kriminalroman des @penguin_verlag geht es um die Ermittlungsarbeit in dem realen Kriminalfall des Fritz Haarmann. Dieser war ein berüchtiger Serienmörder in den 1920er Jahren. Vordergründig geht es um die Arbeit des Ermittlers Robert Lahnstein der die vielen und stetig steigenden Vermisstenfälle aufklären soll. 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘 Der Schreibstil ist zunächst ungewöhnlich, da die Sätze meist elliptisch verfasst sind. Dennoch habe ich mich rasch eingefunden. Jedes Kapitel beginnt aus der Sicht eines seiner Opfer (und später nach dessen Ableben aus der Sicht seiner Ex-Freundin) und endet mit der Sicht Haarmanns. Der Zwischenteil der Kapitel befasst sich mit R. Lahnstein. Dabei wird auch sein persönliches Schicksal näher betrachtet. Dadurch wird die Szenerie rund um die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre noch deutlicher herausgestellt und man erhält so auch interessante Einblicke in die die schweren 1920er Jahre. Einige Schilderungen sind sicherlich nichts für empfindliche Mägen, denn die Taten von Haarmann werden zum Teil recht detailliert beschrieben. Am Ende stellt sich noch die Moralische Frage "Ist Folter akzeptabel, um an ein Geständnis eines solchen Täters zu bekommen?" Dazu kommt auch Theodor Lessing (zum Teil mit tatsächlichen Aussagen von ihm) zu Wort. 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 Trotz der Tatsache, dass in diesem Roman nicht Haarmann und seine Taten im Vordergrund stehen sondern die Aufdeckung seiner Taten fand ich das Buch sehr spannend. Und auch die Darstellung der Entbehrungen und der Sorgen der Nachkriegszeit waren durchaus interessant. Für mich gibt es lediglich kleine Kritikpunkte an diesem Buch daher kann ich es nur jedem empfehlen, der gerne True Crime liest und auch mal die andere Sichtweise betrachten will. Auf Grund des zunächst gewöhnungsbedürftigen Schreibstils vergebe ich ⭐⭐⭐⭐/5
  • Von: Astrid Schütte

    Vor diesem Buch hatte ich ein wenig "Muffensausen" - ich bin seit 30 Jahren Vegetarierin :-) Interesse am Thema Haarmann habe ich, seit ich den Film der "Totmacher" gesehen habe. Ein Kinderlied kenne ich auch: "In Hannover an der Leine, Neue Straße Nummer 8, wohnt der Menschenfresser Haarmann, der aus Menschen Sülze macht..." Das Cover ist düster und bedrohlich, es spricht mich als Krimifan auf jeden Fall an. Hier eine kurze Zusammenfassung des Geschehens. Kommissar Robert Lahnstein soll die Fälle von vermissten Jungen untersuchen und aufklären. Das gestaltet sich sehr schwierig. Es existieren kaum verwertbare Spuren, immer mehr Jungen verschwinden, die Zeit drängt!. Lahnstein muss außerdem zwischen Korruption, Vertuschung und Verleumdung ermitteln. Er scheint persönlich an diesem Fall zu zerbrechen, dann gibt es Hinweise, die ihn auf die richtige Spur bringen. Kann er dem Verdächtigen die Morde nachweisen? Der Kampf ums Geständnis beginnt. Das Buch ist gut geschrieben hat aber seine Längen, vor allem am Anfang. Der Schreibstil des Autors ist sachlich, schnörkellos fast spröde, was dem Thema zuträglich ist. Der Autor spart mit Beschreibungen der Personen und Umgebungen. Die Gespräche sind im Fließtext eingewoben, ohne Satzzeichen, was ungewohnt für mich, aber nicht störend war. Die Ermittlungen sind realistisch dargestellt. Ich fand es gut, wie der Autor das politische Zeitgeschehen eingebaut hat. Das Buch ist sehr gut recherchiert, was das Thema und deren Behandlung glaubwürdig macht. Wie bereits erwähnt, hat das Buch einige Längen, während der Schluss fast zu schnell abgehandelt wir. Der Kriminalroman um den Serienmörder Haarmann wurde sehr realitätsnah und sachlich verfasst. Manche Teile empfand ich als zu langatmig. Ein Kriminalroman mit kritischem Blick auf das damalige Zeitgeschehen, psychologisch ergänzt, der es lohnt gelesen zu werden.
  • Von: JosephinW

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich fande die Mischung aus Krimi und Geschichte sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Der Autor schreibt sehr detailreich und es kommt von Anfang an Spannung auf. Er wechselt in der Geschichte auch immer mal die Perspektive des Protagonisten, mal aus seiner Gegenwart, mal aus seiner Vergangenheit. Interessant fande ich sehr den teilweise wahren geschichtlichen Hintergrund. Der Autor hat das gut in der Geschichte verwoben. Die Kapitel sind recht lang, da es aber zwischendurch kürzere Abschnitte gibt, kann man auch mal mit weniger Zeit etwas lesen. Stilistisch werden Passagen, in denen von anderen Personen die Rede ist in einer anderen Schrift (Kursiv) dargestellt. Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall für Krimifans. Aber auch geschichtlich Interessierte könnten auf ihre Kosten kommen. Es ist für Leser und Leserinnen gleich gut geeignet. Es ist aber keine Literatur zur reinen Entspannung, da die geschichtlichen Ereignisse eine große Rolle spielen.
  • Von: PettiP

    Friedrich „Fritz“ Haarmann war ein Serienmörder, der wegen Mordes an insgesamt 24 Jungen und jungen Männern im Alter von zehn bis 22 Jahren vom Schwurgericht Hannover am 19. Dezember 1924 zum Tode verurteilt wurde. Ich habe eine ganze Zeit gebraucht um in dieses Buch hinein zu finden. Der Schreibstil konnte mich nicht wirklich begeistern. Auch die Geschichte selbst war für mich nicht das, was ich erwartet hatte. Dieses Werk ist, meiner Meinung nach, weniger die Geschichte Haarmann`s, sondern die Erlebnisse des Kriminalkommissars Robert Lahnstein. Es wird sehr viel über die schweren Zeiten, die nach dem ersten Weltkrieg herrschten und ihre politischen Wirrungen geschrieben. Des Weiteren behandelt der Autor das Kriegstrauma, welches Lahnstein erlitten hat. Die Geschichte des Fritz Haarmann, die zur Ergreifung und letztendlich zu seiner Überführung führte wurde nicht in den Vordergrund gestellt. Gut gefallen hat mir allerdings, das Dirk Kurbjuweit, teilweise originale Aussagen mit eingebracht hat. Somit bin ich der Meinung, dass es sich bei diesem Buch weniger um ein Kriminalroman, sondern eher um einen zeitgenössischen Schicksalsroman handelt. Fazit: Ein mäßig spannender Roman, der eher den Leser von Zeitgeschichte, als den Krimiliebhaber anspricht. Also nur eine bedingte Weiterempfehlung von mir.
  • Von: charly p.

    Ich habe von dem Buch sehr viel erwartet, diese Erwartung konnte die Lektüre leider nicht erfüllen. Dem Buch fehlt nach meiner Meinung Spannung und das Fesselnde was ich von einem Kriminalroman und in besonderem von dieser Vorlage erwarte. Die Fakten und die Erzählung der Zeit in dem die Handlung spiel ist solide recherchiert und fachlich inteessant.
  • Von: Bianca Richter

    Ein tolles Buch, es handelt von dem Serienmörder Haarmann aus der Sicht des Polizisten. Spannend geschrieben,ohne reißerisch zu werden oder zu sehr ins Detail der Morde zu gehen. Unglaublich gut, sollte man gelesen haben
  • Von: Susanne

    Spannend bis zur letzten Seite. Der Autor nimmt einen auf eine spannende Zeitreise sowie eine fesselnde Kriminalgeschichte mit- genau so hätte es sein können und der Leser ist mit dabei, man ist praktisch eins mit der Figur des Ermittlers Lahnstein. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und manchmal hat es mich sogar bis in die Träume verfolgt.
  • Von: Viola

    Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, weil ich schon so viel davon gehört hatte. Und auch, weil ich die Zeit, in der es spielt, sehr interessant finde. Ich denke, man weiß oft viel zu wenig über die Geschichte des eigenen Landes. Umso schöner ist es dann, da etwas Nachhilfe in Romanform zu bekommen. Leider war ich dann doch enttäuscht. Schon schnell habe ich gemerkt, dass der Schreibstil des Autoren leider überhaupt nicht der meine ist. Ich mochte die kurzen, oft wie abgehackten Sätze nicht. Das Ganze wirkt dadurch auch seltsam entrückt, weil es so emotionslos und sachlich beschrieben ist. Daher tat ich mich mit dem Buch auch echt schwer und musste mich immer wieder bemühen, weiter zu lesen. Dabei ist die eigentliche Geschichte durchaus spannend und interessant. Aber eben schwer zu lesen. Der Kriminalfall ist gut recherchiert, überhaupt erfährt man viel über die damalige Zeit. Die Zustände und die Politik in der Weimarer Republik werden ausführlich beschrieben und das fand ich interessant. Allerdings hätte es manchmal durchaus auch ein bisschen weniger getan. Insgesamt hat mir leider die Spannung etwas gefehlt und der Roman wirkte stellenweise zu sehr wie ein Sachbuch. Schade, denn die Geschehnisse um Haarmann sind spannend und man hätte mehr daraus machen können.
  • Von: Leseigel

    Die 1920ziger Jahre in Hannover. Kommissar Lahnstein wurde von Bochum nach Hannover versetzt. Seine einzige Aufgabe dort, er soll das Verschwinden mehrerer Jugendlicher aufklären. Man geht davon aus, dass sie ermordet wurden und es eine Verbindung zum Homosexuellenmilieu gibt. Das erschwert die Ermittlungen, weil Zeugen damit rechnen müssen, strafrechtlich verfolgt zu werden und die trauernden Eltern jeden Verdacht ihre Söhne betreffend von sich weisen. Lahnstein fühlt sich immer mehr überfordert. Zum einen machen seine Vorgesetzten Druck, die Presse wendet sich gegen ihn und er fühlt sich von seinen Kollegen nicht genügend unterstützt und nur mitleidig belächelt. Lahnstein hält Haarmann für den Mörder und setzt alles daran, ihn zu überführen. Doch wie weit darf er dabei gehen ? Das Buch dreht sich überwiegend um den ermittelnden Kommissar Lahnstein und seine Befindlichkeit. In so weit halte ich den Buchtitel für etwas irreführend. Lahnstein kämpft mit den Dämonen seiner Vergangenheit. Er war Pilot im 1. Weltkrieg, aber kein Held. Er hat seine Familie auf tragische Weise verloren. Bei den Ermittlungen sieht er sich mit seinen Ängsten, homosexuell zu sein, konfrontiert. Lahnstein beginnt alle Aspekte seiner Nachforschungen auf sich selbst zu beziehen. Im Gegensatz dazu schildert der Autor in knapper nüchterner Sprache das Verschwinden der Opfer. Haarmann als Person blieb für mich blass, obwohl der Autor Aktenauszüge aus seinem Leben einfügt. Das Buch liest sich dennoch spannend und hat mich in seinen Bann gezogen. Ich habe mit Lahnstein gelitten und war fassungslos ob Haarmanns Gleichgültigkeit gegenüber der Opfer. Die Pluspunkte des Romans liegen für mich in den Einblicken in die damalige Gesellschaft und die Zustände bei der Polizei, deren Arbeit mit geprägt war durch Vorurteile und politische Sympathien. Für mich ist das Buch nur bedingt ein Kriminalroman. Ich bin der Meinung, es ist eher Lesestoff für jemanden, der sich für den Zeitgeist von damals interessiert.
  • Von: Michi

    Der Fall von Haarmann ist der wohl spektakulärste deutsche Kriminalfall und deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.Das Buch hat sich gut lesen lassen auch wenn es manchmal gestört hat das man soviel von der Geschichte des Ermittlers Lahnstein und dafür weniger über den Fall Haarmann erzählt hat.Ansonsten fand ich das Buch im großen und ganzen gut geschrieben. Sehr gut gefallen hat mir auch die Struktur des Romans. Jedes Kapitel beginnt und endet mit einer Geschichte bzw. einer Handlung aus der Sicht des Täters bzw. seiner Schwester. Das Cover passt gut zur Geschichte. Jeder der einen spannenden Krimi erwartet wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein aber für alle die etwas über die Geschichte von Haarmann lesen möchten ist es schon lesenswert.
  • Von: Mimi85

    Ich muss leider sagen das ich von diesem Buch sehr enttäuscht worden bin. Den Titel "Haarmann" finde ich sehr unpassend denn im Grunde dreht sich gefühlt 95 % des Buches um Kommissar Lahnstein und seine Vorgeschichte die, im Grunde, nichts mit dem Fall an sich zu tun hat. Zwischendurch musste ich das Buch immer zur Seite legen da sich die Geschichte um Lahnstein teilweise zog wie ein Kaugummi. Der Schreibstil gefällt mir eigentlich sehr gut und auch das Cover macht Lust auf mehr. Gut fand ich das sehr auf die damalige Politische Situation eingegangen worden ist. Ich hätte mir ein bisschen mehr Hintergrundinformationen über Haarmann gewünscht. Schließlich ist er einer der bekanntesten deutschen Serienmörder.
  • Von: Elame

    Hier wird einer der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands erzählt. In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover zahlreiche Jungs spurlos. Hat man es mit einem Massenmörder zu tun? Kommissar Robert Lahnstein aus Bochum ermittelt. Ein Katz- und Maus- Spiel mit dem mutmaßlichen Täter beginnt. Korruption, Prostitution und Homosexualität in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg machen nicht nur dem Ermittler Lahnstein zu schaffen. Der Autor schreibt nicht nur über den Kriminalfall "Haarmann", sondern behandelt das Thema Deutschland in der Zwischenkriegszeit ausführlich. Das Buch wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Schreibweise empfand ich als anstrengend. Bei den Dialogen fehlen die Satzzeichen der wörtlichen Rede. In der Nähe von Hannover aufgewachsen und somit mit dem Fall Haarmann bekannt, hätte ich mir etwas mehr von dem Buch versprochen. Alles in allem ist es aber ein solider Kriminalroman.
  • Von: Kurt Wanner

    Ein superspannendes Buch, obwohl ich noch nicht ganz fertig bin.
  • Von: Carolin_liest

    Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann. Ich habe mich schwer getan, in dieses Buch hineinzufinden. Das lag vor allem am zum Teil reduzierten sprachlichen Stil, der häufig in die Aufzählung von Substantiven oder Aneinanderreihung von Nebensätzen mündet. In der wörtlichen Rede werden keine Anführungszeichen verwendet, was recht irritierend zu lesen ist. Ich habe mich mit der Zeit mit diesen Gegebenheiten arrangiert, empfand es aber tatsächlich als anstrengend. Ich würde dieses Buch eher als historischen Spannungsroman und nicht als Krimi bezeichnen. Ich kannte den Serienmörder vorher nicht, aber durch den Titel ist ja schon klar, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Insofern sind die spannenden Elemente an diesem Buch vor allem die Ermittlungsarbeit in einer politisch unruhigen Zeit unter widrigsten personellen Umständen. Vor allem im letzten Drittel drängt sich die Frage auf: Wie weit darf man gehen, um das Recht durchzusetzen und Sicherheit wiederherzustellen? Der Ermittler Lahnstein und seine persönlichen Probleme nehmen recht viel Raum ein. Einerseits fand ich das zum Teil redundant und unnötig, es hat die Spannung stellenweise herausgenommen. Andererseits trägt seine Hintergrundgeschichte zur Darstellung des Zeitgeistes entscheidend bei. Die Angst vor Strafen wegen (möglicher) Homosexualität, der Paragraph 175, schwingt immer mit. Dieses Milieu wird gut transportiert und auch, was die öffentliche Meinung hierzu war. Fazit: Insgesamt ein historischer Spannungsroman, der nicht nur den Serienmörder Fritz Haarmann, sondern auch den Zeitgeist der dunklen Seite der 20er Jahre mit politischen Unruhen und Armut auf interessante Art porträtiert. Der Schreibstil ist sicherlich speziell und gewöhnungsbedürftig.
  • Von: Lesendes Federvieh

    Hannover in den 1920er Jahren. Mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit verschwinden Jungen. Gerüchte gibt es genug und so versucht der Ermittler Robert Lahnstein den Fall Haarmann aufzuklären. Doch bisher konnte man Haarmann nichts nachweisen. Lahnstein stösst auf Schweigen bei seinen Polizeikollegen und der mutmaßliche Täter fühlt sich unantastbar. Dazu kommen politische Spannungen, denn man traut in der Bevölkerung der jungen Demokratie nicht. So muss sich Lahnstein von Anfang an mit viel zu vielen Problemen herumschlagen, die seine Ermittlungsarbeit nicht gerade beschleunigen... Dirk Kurbjuweits neuester Roman befasst sich mit einem spektakulären Kriminalfall aus den 1920er Jahren, dem Fall des Serienmörders Fritz Haarmann. Präzise und nüchtern schildert er die Ermittlungen von Robert Lahnstein, der von Anfang an mit Hindernissen und Rückschlägen bei seiner Polizeiarbeit zu kämpfen hat. Das politische Zeitgeschehen und die Stimmung im Land werden dabei gut mit der Aufklärung des Falles verknüpft. Diese "Zeit zwischen den Kriegen" wird sehr authentisch und atmosphärisch dicht beschrieben. Ich empfinde das Buch dadurch nicht als reinen Kriminalroman, sondern auch als einen Roman, der ein gutes Stück Zeitgeschichte vermittelt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch die persönlichen Erlebnisse von Robert Lahnstein werden ausführlich geschildert. Das war mir an manchen Stellen fast zu viel, ich wäre lieber weiter beim Katz- und Maus-Spiel mit Haarmann geblieben. Denn diese Passagen sind absolut fesselnd und spannend, weil sie so realistisch und auf den Punkt genau und teils auch richtig heftig geschildert werden. Speziell am Buch ist der Schreibstil des Autors. Klar, pointiert und genau schildert er die Ereignisse. Durch das Weglassen von Satzzeichen bei den Dialogen muss man sich konzentrieren, damit man das Gesprochene dem jeweiligen Protagonisten zuordnen kann. Diese Art muss man mögen. Das war zu Beginn für mich doch recht gewöhnungsbedürftig, aber je weiter ich gelesen hatte, desto mehr fand ich gerade diese fehlende Abgrenzung zum Fließtext gut. Es passt zu den komplizierten Ermittlungen, finde ich. Insgesamt habe ich "Haarmann", gerne gelesen. Die Zeit in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts fand ich schon immer interessant und so hat mir dieser Kriminalroman unterhaltsame Lesestunden beschert.
  • Von: wal.li

    In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover junge Männer. Kommissar Robert Lahnstein kommt aus Bochum nach Hannover, um die Ermittlungen zu übernehmen. Sein Kollege Müller ist nicht sehr erfreut. Er steht politisch auf einem anderen Standpunkt als der Demokrat Lahnstein. Die Untersuchung gestaltet sich schwierig. Immer wieder werden junge Männer von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Kommissar Lahnstein ist von seinen Erlebnissen im ersten Weltkrieg gezeichnet. Als Flieger hat er seiner Meinung nach nicht genug Abschüsse erzielt, was ihn dazu verleitet hat, in Erzählungen zu übertreiben. Außerdem werden seine Nächte von den Gedanken an seine Familie beherrscht. Im groben bekannt dürfte die Geschichte des Serienmörders Fritz Haarmann einem größeren Publikum seit dem Film „Der Totmacher“ sein. Dennoch ist das vorliegende Buch eine interessante Art, sich die Geschichte dieses sehr gestörten Täters in Erinnerung zu rufen. Lahnstein und sein Kollege Müller, der fast wie ein Gegenspieler wirkt, die politische Grundstimmung in den 1920ern, die auch einen Einfluss auf die Ermittlungen hat, das Milieu, in dem die Verbrechen angesiedelt sind. Etliche Spuren, selbst Informationen über die Vermissten scheinen nirgendwo hin zu führen. Und der Leiter der Ermittlungen hat mitunter genug mit seinen eigenen Problemen zu tun. Dennoch berührt ihn das Schicksal der verschwundenen Jungen und er gibt sein Bestes, um den Täter zu finden. Mit einer gelungenen Mischung aus Fiktion und Fakten vermag der Autor ein authentisches Bild über Leben und Stimmung in den 1920ern zu zeichnen. Logischerweise nutzt er dabei Quellen, die sich aus den originalen Aufzeichnungen speisen. Dennoch schafft es Dirk Kurbjuweit dem Thema einen eigenen Ton zu geben. Sein in Teilen unsicherer Ermittler, der jedoch mit aller Hartnäckigkeit ermittelt. Das politische Gefüge, das ahnen lässt, wie schwer die Welt nach dem ersten Weltkrieg mitgenommen ist. Und auch Lahnsteins Stellung in seiner eigenen Behörde. Man meint eine düstere Bühne zu betreten, in der es kaum eine Lösung des Falles geben kann. Allzu lange gibt es kaum belastbare Hinweise. Mit seiner ganz eigenen Stimmung eröffnet der Roman einen neuen Blickwinkel auf einen bekannten Fall, auf einen Täter, der in seiner Grausamkeit wohl nie verstanden werden kann.
  • Von: maybe

    Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, das Thema hätte einiges hergegeben! Auf Grund des doch gewöhnungsbedürftigen Schreibstil fand ich nicht in den Lesefluss. Es war anstrengend und mühevoll zu lesen. Ich musste Sätze ständig wiederholt lesen, um zwischen Nichtigkeiten und komischen Satzgebilden den Sinn zu erfassen! Dadurch kam keine richtige Spannung auf und auch eine Beziehung zum Ermittler konnte ich so nicht richtig aufbauen! Leider kein schönes Leseerlebnis, trotz des eigentlich spannenden Themas!
  • Von: AnneH

    Der Fall des Serienmörders Fritz Haarmann war mir vor Beginn des Buches im Großen und Ganzen bekannt. Allein deshalb ging ich mit gemischten Gefühlen an den Roman heran, da sich mir natürlich die Frage gestellt hat: Wie soll diese Geschichte spannend und unterhaltsam werden, wo doch von vornherein klar ist, was passieren wird und wie es enden wird? Meine Zweifel blieben glücklicherweise unbegründet! Viele verschiedene Aspekte haben dazu beigetragen, dass mich dieses Buch mehr und mehr begeistern konnte. Der Schreibstil und die Zeichensetzung sind sehr besonders und gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise wurden in Dialogen keine Gänsefüßchen gesetzt. Deshalb tat ich mir zunächst schwer in einen Lesefluss zu kommen. Nach zwei Kapiteln fiel es mir dann aber zunehmend leichter meinen Platz im Buch zu finden. Sehr gut gefallen hat mir die Vielfältigkeit der Perspektiven verschiedener Personen und verschiedener Zeitpunkte, die immer wieder spannend und schlüssig zu einem Großen Ganzen zusammengeführt wurden. Neben dem Fall Haarmann gab es so viele inhaltliche Themen die mich begeistern konnten. Die politische Situation der Weimarer Republik wurde sinnvoll und interessant in die Handlung eingewoben, was für mich besonders interessant war, da ich über die 20er zuvor nicht viel wusste. Was mich aber am meisten begeistert hat: Die verschiedenen Denkweisen innerhalb der Gesellschaft wurden authentisch beschrieben. Oftmals haben mich solche Textpassagen zum Nachdenken angeregt. Ein treffendes Beispiel ist die Relativierung von Todesfällen im Krieg zu allgemein gegenwärtigeren Todesursachen wie Krebs. Insgesamt wirken alle Handlungsstränge sehr realitätsgetreu und gut recherchiert. Ich habe sehr viel gelernt! Ich kann mir kaum vorstellen wie viel Arbeit in dieses Buch gesteckt wurde. Der Roman ist keine seichte Lektüre die man locker mal eben liest. Aber ich kann jedem der Freude daran hat sich weiterzubilden und sich zum Nachdenken anregen zu lassen ohne ein langweiliges Sachbuch zu lesen, nur empfehlen. Ein tolles Buch das mich positiv überrascht hat. Daher 4 von möglichen 5 Sternen.
  • Von: Maju

    Die Hauptrolle im Buch „Haarmann“ von Dirk Kurbjuweit spielt Kommissar Robert Lahnstein, der im Hannover der 1920er Jahre einem mysteriösen Kriminalfall nachgehen muss. Es verschwinden immer wieder Jungen, die von ihren verzweifelten Eltern als vermisst gemeldet werden. Zunächst hat Kommissar Lahnstein kaum Anhaltspunkte wohin die Jungen verschwunden sein könnten und wer hinter ihrem Verschwinden steckt. Seine Ermittlungen werden erschwert durch Manipulationen aus den eigenen Reihen und die Machtspiele verschiedener politischer Gruppierungen nach dem ersten Weltkrieg. Eines Tages jedoch erhält er entscheidende Hinweise, die seine Ermittlungen weiterführen. „Haarmann“ ist ein besonderes Buch. Der Autor schafft mit seinem sehr gewöhnungsbedürftigen, Schreibstil eine sehr dichte und teilweise beklemmende Atmosphäre. Er verwendet viele kurze Sätze, was zu Beginn den Lesefluss leicht erschwert. Außerdem verwendet er keine Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede, sodass es zum Teil schwer fällt zu unterscheiden welche Person gerade redet. An diese Eigenarten habe ich mich beim Lesen jedoch gewöhnt und habe bemerkt, dass gerade dieser Schreibstil dazu führt, dass die Nachkriegswelt in Hannover und die politische Zerrissenheit des Landes real und für den Leser nachvollziehbar wird. Die Passagen mit Rückblenden in das eigene Leben des Kommissar Lahnsteins habe ich teilweise als etwas zäh empfunden. Hier wäre an der ein oder anderen Stelle weniger mehr gewesen. Ganz kann jedoch nicht darauf verzichtet werden, weil die Geschichten aus dem Leben des Kommissars wichtig sind um ihn als Person und auch seine Handlungen zu verstehen. Für mich war dies ein außergewöhnliches Buch, welches bei mir ein bisschen Zeit brauchte, um mich letztendlich doch zu faszinieren. Es handelt sich nicht um eine reine (wahre) Kriminalgeschichte, sondern vor Allem auch um ein Zeitbild. Somit ist dieses Buch für Leser geeignet, die nicht nur an einem reinen Krimi interessiert sind, sondern auch an der Geschichte der 1920er Jahre in Deutschland.
  • Von: Ele

    Haarmann, Historischer Kriminalroman von Dirk Kurbjuweit, 320 Seiten, erschienen im Penguin-Verlag. Ein interessantes Gesellschaftsporträt der frühen Weimarer Republik und über den Fall des Massenmörders Fritz Haarmann. Im Hannover der 1920er Jahre verschwinden 24 Jungs spurlos. Robert Lahnstein der ermittelnde Beamte vermutet, dass ein Psychopath hinter dem Verschwinden steht. Vereinzelt werden Knochenüberreste und Schädel in der Leine gefunden. Schon bald gibt es einen Verdächtigen, könnte Fritz Haarmann der bestialische Massenmörder sein? Doch Lahnstein hat Mühe sich gegen die Kollegen und die Hannoversche Polizei durchzusetzen. Wird Haarmann als Spitzel geschützt? Ist der mehrfach vorbestrafte und geistig minderbemittelte Mann, der homosexuell veranlagt ist, der Mörder? Trotz der dubiosen Machenschaften der Kollegen und der verunsicherten Gesellschaft in der schwierigen Zeit der Zwischenkriegsjahre, gibt Lahnstein alles um den Fall aufzuklären. Dieses Buch umfasst 10 dicht gepackte Kapitel in idealer Leselänge. Die Ansichten des Mörders und einiger Jungs, sowie Briefe sind kursiv geschrieben, im Ich-Stil verfasst und durch den besonderen Schriftstil deutlich gemacht. Lebhafte Dialoge, die leider ohne Redezeichen eingefügt sind, beleben die Erzählung sind aber schwer als wörtliche Rede zu erkennen. Die Anmerkungen am Ende des Buches sind hilfreich. Anfangs hatte ich Probleme in Lesefluss zu kommen. Kurze Abgehackte Sätze, im Telegrammstil ließen mich ganz schlecht ins Buch kommen, die fehlenden Redezeichen waren gewöhnungsbedürftig, es ist sehr schwer auszumachen wer spricht und Rednerwechsel zu erkennen, dies ergibt einen hölzernen Erzählstil. Das hat mich am Anfang angestrengt, mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Dass es sich bei dem Buch um einen authentischen Fall handelt ist dem Leser jedoch jederzeit bewusst. Fakten, Originaldokumente und Zeitungsberichte sind genügend eingefügt. Vernehmungsprotokolle werden zitiert. Für meinen Geschmack war die Story etwas zu politisch, auch die privaten Angelegenheiten Lahnsteins sind mir im Buch etwas zu sehr betont. Ich habe mich so sehr auf die Erzählung, eines der spektakulärsten Kriminalfälle in der deutschen Geschichte gefreut. Leider haben sich meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Es wurden eher die Lebensumstände in der frühen Weimarer Republik geschildert, viel Zeitkolorit ist vorhanden, dabei kommt m.E. der Täter, die Taten und auch die Homophobie der damaligen Zeit zu kurz. Aus dieser Mordserie hätte man etwas mehr machen können, wie im Film „Der Totmacher“, m. M. nach hat der Autor hier eine gute Gelegenheit vertan, da werde ich noch warten müssen bis ein anderer Autor das Thema erneut aufgreift. Die Figur Lahnstein ist gut gezeichnet auch er hat einiges zu tragen, doch im vorliegenden Krimi hätte ich eine Charakterisierung von Fritz Haarmann erwartet. Insgesamt war ich vom vorliegenden Buch etwas enttäuscht, der Fall Haarmann fasziniert mich schon jahrelang. Das Schicksal von Hans Grans habe ich nach der Lektüre noch nachrecherchiert, auch das hat mir im Buch gefehlt. Trotzdem ein informatives Buch zu diesem Thema, besonders für die Leser geeignet, die den geschichtlichen Hintergrund interessant finden, eine Leseempfehlung von mir. Aus o.g. Gründen von mir 3 Sterne von 5 möglichen.
  • Von: Thomas Gerwert

    Meine Eindrücke: Der Fall Haarmann, war mir als einer der größten Serienmörder allgemein bekannt. So gibt es zu Haarmann nicht nur einen eigenen Wikipediaeintrag [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Haarmann] sondern auch verschiedene Liedadaptionen dessen Refrain „Warte,Warte nur ein weilchen bald kommt Haarmann auch zu dir mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Hackefleisch aus dir Aus den Augen macht er Sülze aus den Hintern macht er Speck aus den Därmen macht er Würste und den Rest schmeisst er Weg“ sicher der ein oder andere bereits einmal gehört hat. Daher habe ich mit großem Interesse das Buch von Dirk Kurbjuweit gelesen. Ich muss gestehen, der Anfang fiel mir etwas schwer, was nicht so sehr an der Geschichte oder den Handelnden Personen lag sondern ehrlich gesagt allein der Tatsache geschuldet war, dass es bei Unterhaltungen / Gesprächen keine wörtliche Rede gab. Das Fehlen der allzeit verwendeten „Gänsefüßchen“ war es, was zunächst den Lesefluss bei mir ein wenig hemmte. Hat man sich aber daran gewöhnt so eröffnet sich nicht nur der bekannte Kriminalfall sondern eine Welt in Veränderung, geprägt von der Vergangenheit. Der Autor nimmt uns mit seinem Protagonisten, dem Hauptkommissar Lahnstein nicht nur mit in seine Kriegsvergangenheit sondern auch in die politischen Irrungen und Wirrungen zu Beginn der 1920er Jahre. Sehr dicht erzählt er die Gedanken und Zwiespalte, die sich auftun, zwischen Foltern und reiner Polizeiarbeit, zwischen Kaisertreuen Gedanken, dem aufkommenden Nationalsozialismus und den demokratischen Gehversuchen nach Versailles. Die Zweifel und Gedanken Lahnsteins werden oftmals so düster erzählt, dass die eigentliche Krimihandlung da eher als Staffage wirkt. Neben den skizzierten Erzählebenen gibt es noch eine weitere Perspektive, die aus Sicht des Täters, die die Geschehnisse greifbar machen und einen Einblick in die Gedanken- und Lebenswelt des Täters geben. Das Buch kommt ohne psychologische Effekte aus, es zeigt die zu damaliger Zeit schwierige Arbeit der Kriminalpolizei und auch den inneren Feindschaften die es in einer solchen Behörde zu begegnen gilt. Es ist also ein eher leiser Krimi, der aber gerade deshalb seine Reize entfaltet. Es geht eindeutig tiefer und verlässt die eigentliche Krimistory immer wieder um den Leser mit den jeweiligen menschlichen und gesellschaftlichen Abgründen zu konfrontieren. Mein Fazit: Ein Krimi der aufgrund seiner beschreibenden Atmosphäre der Ängste, Unsicherheiten und politischen Rahmenbedingungen zu jener Zeit, anders daherkommt wie viele andere Krimis. Gerade die Darstellung der Traumata aller Beteiligten, ob Täter oder Jäger und der Blick auf deren jeweiligen Moralvorstellungen ist es, was das Buch aus meiner Sicht lesenswert macht und daher 4 von 5 Sternen von mir bekommt
  • Von: Marakkaram

    ** Sicherheit, die Leute wollten Sicherheit, Ordnung. Auf den Kaiser konnten sie verzichten, die Leute, aber nicht auf die Sicherheit. ** So viel gleich vorweg, "Haarmann", der neue Roman von Dirk Kurbjuweit ist nicht jedermanns Geschmack. Auch ich habe mich anfangs eher schwer getan und es hat einige Seiten gebraucht, bis er mich so richtig fesseln konnte. Ich war sehr neugierig auf das Buch, weil mich das Thema "Haarmann" unheimlich interessiert und z.B. die Haarmann Protokolle und deren Verfilmung Gänsehaut bei mir ausgelöst haben. Das hat Dirk Kurbjuweit nicht geschafft. Und das liegt gar nicht mal am Schreibstil, der sehr nüchtern, distanziert ist und ohne jegliche Anführungszeichen in der wörtlichen Rede auskommt - was tatsächlich anstrengend ist. Nein, man wird einfach das Gefühl nicht ganz los, dass der Autor die Person Fritz Haarmann durch all seine anderen Themen, zu Beginn ein wenig aus den Augen verliert. Er driftet viel ins tief politische ab, es geht um die Nachwehen des 1. Weltkriegs, den Heimkehrern, um Korruption und es dreht sich immer wieder um §175 oder auch "geboren am 17.05." wie man Homosexuelle zu damaliger Zeit gern betitelt hat. Mir persönlich wurde es mit den Problemen und der Zerrissenheit des Ermittlers Lahnstein zu diesem Thema ein wenig zu viel. Es ist klar, was der Autor damit bezwecken möchte, aber das hätte es gar nicht gebraucht, um sich in Lahnstein hineinversetzen zu können. Manchmal ist weniger wirkungsvoller. Dirk Kurbjuweit zeichnet ein unheimlich starkes, sehr authentisches Bild der 20iger Jahre und der Leser bekommt ein Gefühl, warum jemand wie Haarmann so lange unentdeckt morden konnte. Das ist schon klasse gemacht. Und er zeigt auch ganz deutlich die Ermittlungsarbeit, die Einschränkungen durch den Versailler Vertrag, den Druck durch die Eltern der verschwundenen Jungen, durch die Presse usw. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze kursive Kapitel aus der Sicht Haarmanns oder eines seiner Opfer, aber so richtig intensiv wird es hier erst im letzten Drittel. Fazit: Mir hat der Roman sehr gefallen, trotzdem kann ich "Haarmann" nur bedingt weiterempfehlen. Er ist mit Sicherheit für all diejenigen interessant, die den Fall einmal aus einer anderen Perspektive, mitten aus dem Zeitgeschehen der 20iger Jahre in Hannover, lesen wollen. Jemand, der einfach einen spannenden Krimi nach einer wahren Geschichte erwartet, der wird vermutlich eher enttäuscht sein.
  • Von: Lesewolke

    Kurbjuweit hat in seinem Kriminalroman "Haarmann" geschickt Realität und Fiktion miteinander kombiniert, so dass einer der brutalsten Serienmord-Fälle der deutschen Geschichte eine Bühne bekommt, die einen in seinen Bann führt - ob man es möchte oder nicht. Dabei gibt es viele Momente, vor denen man am liebsten die Augen verschließen möchte. Aber so erschrocken und ohnmächtig, wie sich die Bevölkerung Hannovers dem Verschwinden von Jungen und jungen Männern ausgesetzt fühlt, so kann auch der Leser/die Leserin sich dessen nicht entziehen. Es bleiben auf beiden Seiten Erschrecken und Ohnmacht. Die Handlung des Kriminalromans entwickelt sich an der fiktiven Gestalt des Ermittlers Robert Lahnstein. Er ist von Bochum nach Hannover versetzt worden, um das Verschwinden von Jungen und jungen Männern aufzuklären. Am Ende zählt er 24 Verschwundene. Doch er fühlt sich bald ohnmächtig. Egal, welche Spur er verfolgt - wenn es denn eine gibt -, der Durchbruch bleibt aus. Bald verdichten sich die Informationen und führen zu Fritz Haarmann. Doch geschickt windet er sich aus sämtlichen Anschuldigungen und führt die Polizei als machtlos vor. Lahnstein kämpft nicht nur mit der Aufklärung des Falls, sondern auch mit seinem Kollegen Müller, der seine Ermittlungsarbeit erschwert, sowie mit seiner Vergangenheit, die ihn immer wieder einholt. Die Handlung bekommt eine besondere Lenkung, indem Personen, die wirklich mit dem Fall Haarmann betraut waren, neben Personen auftreten, die Kurbjuweit einführt, damit dem Leser/der Leserin das soziale und gesellschaftliche Umfeld des Romans dargestellt werden kann. Eine der von Kurbjuweit eingeführten Person, ist die Figur des Ermittlers Lahnstein. An ihm werden die Spannungen zwischen Sozialdemokraten, Monarchisten und Nationalisten deutlich. Auch die politischen Umbrüche und Herausforderungen der 1920er Jahre finden in ihm Raum. Selbst die Themen „Armut“, „(Kriegs-)Witwen“, „Homosexualität“, „sexuelle Freizügigkeit/Prostitution“ u.a. werden nicht ausgespart. Damit ist der Kriminalroman „Haarmann“ ein historischer Spiegel, der den Leser/die Leserin in die Zeit der scheinbar goldenen 1920er Jahre einführt. Dabei beschönigt er nichts und entlarvt die Freiheiten der 20er Jahre als trügerisch. Der nüchterne Schreibstil, der durch kurze prägnante Sätze sowie durch die fehlende Kennzeichnung der wörtlichen Rede noch verstärkt wird, unterstreicht, dass Kurbjuweit eine Welt eröffnen möchte, die einen mitreißt, nicht loslässt; eine Welt, vor der man nicht die Augen verschließen kann. Bis man feststellt, dass es Parallelen gibt, die sich bis in die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts ziehen. Ich war ganz fasziniert von dem Kriminalroman „Haarmann“, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Dabei fesselte mich nicht nur die Schilderung des realen Kriminalfall Fritz Haarmann, sondern auch das Schicksal der fiktiven Hauptfigur Robert Lahnstein. Es ist eines der wenigen Bücher, an dessen Ende keine offene Fragen mehr bleiben und man ahnen kann, wie es mit den Hauptfiguren - egal, ob real oder fiktiv - weitergeht. Die Geschichte ist zu Ende gezählt, obwohl man noch viel sagen könnte. Fantastisch!
  • Von: Isabel (engi)

    Im Unterschied zu vielen anderen Rezensenten, bin ich begeistert von diesem Buch. Der mir bis dahin unbekannte Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit hat es meiner Meinung nach ganz wunderbar geschafft, die Atmosphäre im Hannover der 1920er Jahre einzufangen und auf Papier zu bannen. Es war bestimmt keine einfache Zeit. Der verlorene Erste Weltkrieg hatte seine Spuren bei der Bevölkerung hinterlassen. Hunger und Armut sind omnipräsent und verleiteten so manchen dazu, auch mal vom Pfad der Tugend abzukommen und in eine andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man sich ein wenig Liebe und Obdach erhoffte. Und genau das riss auch einige der mindestens 24 Jungs und junge Männer in den Tod, denn sie fielen dem dem sogenannten „Werwolf von Hannover“ zum Opfer. Akribisch und mit viel Beharrlichkeit versucht der fiktive Ermittler Robert Lahnstein Haarmann auf die Spur zu kommen. Sogar in den eigenen Reihen stößt er dabei nicht immer auf Gegenliebe. Doch er gibt nicht auf und bringt den Schlächter schließlich zu Fall und damit auf’s Schafott. Von 1918 bis 1924 trieb Haarmann sein Unwesen in Hannover. Sieben lange Jahre verbreitete er Angst und Schrecken bis er endlich geschnappt wurde und die Stadt wieder aufatmen konnte … Für die Aufklärung gebraucht der Autor einen eher trockenen Schreibstil, der mich aber faszinierte und an manchen Stellen regelrecht zum Gruseln brachte. Als einziges Manko möchte ich die fehlenden Anführungszeichen in der direkten Rede anbringen, doch die rechtfertigen für mich keinen Sterneabzug. Von mir gibt es volle fünf von fünf Sternen und einen Dank an den Autor für spannende und schaudervolle Lesestunden!
  • Von: Isabel (engi)

    Im Unterschied zu vielen anderen Rezensenten, bin ich begeistert von diesem Buch. Der mir bis dahin unbekannte Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit hat es meiner Meinung nach ganz wunderbar geschafft, die Atmosphäre im Hannover der 1920er Jahre einzufangen und auf Papier zu bannen. Es war bestimmt keine einfache Zeit. Der verlorene Erste Weltkrieg hatte seine Spuren bei der Bevölkerung hinterlassen. Hunger und Armut sind omnipräsent und verleiteten so manchen dazu, auch mal vom Pfad der Tugend abzukommen und in eine andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man sich ein wenig Liebe und Obdach erhoffte. Und genau das riss auch einige der mindestens 24 Jungs und junge Männer in den Tod, denn sie fielen dem dem sogenannten „Werwolf von Hannover“ zum Opfer. Akribisch und mit viel Beharrlichkeit versucht der fiktive Ermittler Robert Lahnstein Haarmann auf die Spur zu kommen. Sogar in den eigenen Reihen stößt er dabei nicht immer auf Gegenliebe. Doch er gibt nicht auf und bringt den Schlächter schließlich zu Fall und damit auf’s Schafott. Von 1918 bis 1924 trieb Haarmann sein Unwesen in Hannover. Sieben lange Jahre verbreitete er Angst und Schrecken bis er endlich geschnappt wurde und die Stadt wieder aufatmen konnte … Für die Aufklärung gebraucht der Autor einen eher trockenen Schreibstil, der mich aber faszinierte und an manchen Stellen regelrecht zum Gruseln brachte. Als einziges Manko möchte ich die fehlenden Anführungszeichen in der direkten Rede anbringen, doch die rechtfertigen für mich keinen Sterneabzug. Von mir gibt es volle fünf von fünf Sternen und einen Dank an den Autor für spannende und schaudervolle Lesestunden!
  • Von: Kathi

    Hannover in den 20er Jahren - ein Serienmörder hält die Bevölkerung in Atem. Eine Thematik, die spannender eigentlich nicht sein könnte, gerade auch aufgrund der Tatsache, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Das dachte ich zumindest, als ich anfing den Kriminalroman „Haarmann“ von Dirk Kurbjuweit zu lesen. Leider wurden meine Erwartungen nicht komplett erfüllt. Einerseits ist die Mordserie sehr schockierend und fesselnd und ich als Leser möchte erfahren wie der Mörder gefasst wird, andererseits fiel es mir zeitweise schwer das Buch zu lesen. Das fängt zum Beispiel damit an, dass bei wörtlicher Rede auf Anführungszeichen gänzlich verzichtet wird. Mir fiel es durchgehend schwer zu differenzieren, wer gerade redet bzw. ob gerade überhaupt jemand spricht oder ob es sich um Gedanken handelt. Die 20er Jahre waren eine Zeit mit vielen Problemen, wovon einige im Roman angeschnitten werden. Für mich als Leser war es aber eher störend als unterhaltsam, da die Probleme nur sehr kurz angeschnitten wurden, nicht wirklich in die Tiefe gegangen und „Haarmann“ dadurch eher zu Nebenfigur wurde. Ich hätte mir eher einen Fokus auf die Ermittlung gewünscht, zumindest den Fokus auf einer Sache und nicht alles so „halb“. Dennoch habe ich „Haarmann“ in sehr kurzer Zeit gelesen, da mich das Thema nicht in Ruhe gelassen hat. Besonders die Beschreibung der Kriminalarbeit hat mich an das Buch gefesselt, denn diese ist Kurbjuweit meiner Meinung nach gut gelungen. „Haarmann“ ist für mich ein Roman, den man lesen kann, aber nicht unbedingt muss. Jedem, den das Thema interessiert, kann ich das Buch aber empfehlen.
  • Von: Maria

    Meine erste Assoziation, als ich den Buchtitel las, war ein Lied, das mich als Kind zum Gruseln brachte : "In Hannover an der Leine, Rote Gasse Nr. 8, wohnt der Massenmörder Haar mann....". Von daher interessierte mich das Buch, ich näherte mich ihm aber auch mit gewissen Vorbehalten. Es ist gut geschrieben, liest sich flott, ist spannend. Die verschiedenen Perspektiven gewähren ein weit gefächertes Bild vom Innenleben der durchaus glaubwürdig dargestellten Charaktere. Vor allem der Protagonist Lahnstein kommt dem Leser sehr nah, weil man durch die gewählte Erzählweise an all seinem Denken teilhaben kann. So war es für mich spannender, darauf zu warten, dass endlich gesagt wird, was mit Lahnsteins Frau und Sohn passiert ist, als was mit Haarmann letztendlich geschieht. Daneben wird viel Zeitkolorit geboten. Wer "Babylon Berlin" mag, wird auch an diesem Buch Gefallen finden. Allerdings ist es nicht für zartbesaitete Leser geeignet. Denn Detailbeschreibungen der abstoßenden Vorgehensweise Haarmanns wie etwa die Darstellung der Zerlegung eines menschlichen Körpers sind nichts, was ich mir als Lektüre wünsche.
  • Von: Daniela

    Haarmann ist ein Kriminalroman von Dirk Kurbjuweit und ist im Penguin Verlag erschienen. Das Buch ist nach einem wahren Kriminalfall aus den 1920ern erzählt. Ich bin großer True-Crime Fan und kannte diesen Fall bereits, der große "Berühmtheit" erlangt hat, weil er so unvorstellbar grauenhaft war. Daher wusste ich sofort das ich dieses Buch brauche und ich bin absolut begeistert wie die Story in diesem Buch dargestellt wurde. Es war absolut spannend und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ein wirklich schöner Schreibstil der sich leicht lesen ließ gepaart mit dem sowieso schon krassen Massenmorden aus den 1920ern. Ich bin total begeistert und kann das Buch nur weiterempfehlen!
  • Von: Fraggle

    Fazit: Ich ja bekennender Fan von Kriminalromanen, die auf historischen Tatsachen beruhen, insofern war es nur folgerichtig, dass Kurbjuweits neuer Roman bei mir einzog und ich mich guten Mutes ans Werk machte. Und letztlich stellte sich „Haarmann“ als richtig gutes Buch heraus. Eines, bei dem man aber auch einiges kritisieren könnte, wenn man denn diese Kritikpunkte anders als ich gewichten würde. Denn ja, Dirk Kurbjuweit macht es seiner Leserschaft nicht immer einfach, beispielsweise im stilistischen Bereich. Gegen den Aufbau als solches lässt sich erst mal wenig einwenden: Im Wesentlichen werden die Ereignisse aus Sicht des ermittelnden Polizisten Lahnstein geschildert, immer zum Anfang bzw. zum Ende eines Kapitels werden jedoch auch kursiv gehaltene Abschnitte eingefügt, die aus Haarmanns Sicht bzw. aus der eines seiner „Puppenjungs“ geschrieben sind. Diese beiden bewegen sich im Laufe der Handlung stetig aufeinander zu, um sich schließlich zu begegnen. Da man Kurbjuweit auch sprachlich wenig vorwerfen kann, bleibt als einziger Kritikpunkt – was ich persönlich übrigens eben gar nicht so schlimm empfunden habe, aber es sei aus Gründen der Chronistenpflicht erwähnt – der, dass wörtliche Rede nicht mittels entsprechender Satzzeichen gekennzeichnet ist, man den Wechsel des jeweils Sprechenden nur daran erkennt, dass der Text an der entsprechenden Stelle leicht eingerückt ist. Das mag möglicherweise etwas zulasten der Übersicht gehen. Auch im Hinblick auf die Figuren gestaltet es der Autor für den Leser nicht immer einfach. So könnte man beispielsweise kritisieren, dass man abseits der aus Sicht des Mörders Haarmann geschriebenen Kapitel recht wenig über diese titelgebende Figur erfährt und dass der Fokus eher auf dem leitenden Ermittler liegt. Aber auch hier sehe ich persönlich das eher entspannt. Ich will weder wissen, was sich im Kopf Haarmanns abgespielt hat, noch glaube ich, dass das viel war oder dass das überhaupt jemand seriös beurteilen könnte. Darüber hinaus halte ich den Ermittler Lahnstein auch für eine gut gelungene Figur. Zwar ähnelt er insofern aktuellen, immer gleichen Ermittlertypen, als auch er traumatisiert und desillusioniert ist, hat aber, vor dem Hintergrund, dass er im Krieg war und darüber hinaus auch noch Frau und Sohn verloren hat, wenigstens einen guten und plausiblen Grund dafür, während heutige Ermittler ja meistens schlecht gelaunt, desillusioniert, alkoholkrank und/oder sozial dysfunktional sind, einfach, weil sie es eben sind. Inhaltlich baut Kurbjuweit seiner Leserschaft ebenfalls Hürden, wenn auch vergleichsweise kleine. So schildert er immer auch wieder die politischen Hintergründe zum Zeitpunkt der Handlung. Zwar denke ich, dass das niemanden überfordern sollte, der bei „Stresemann“ nicht nur an einen Anzug und bei „Kapp-Lüttwitz-Putsch“ fälschlicherweise an eine Bucht im heutigen Namibia denkt, aber wem entsprechender historischer Kontext fehlt, der könnte sich davon gelangweilt fühlen und den Fehler begehen, die historischen Hintergrundinformationen als unwichtig abzutun. Und das sind sie nicht. Denn Kurbjuweit beschäftigt sich in seinem Buch nicht nur mit einer simplen Mörderhatz, er beleuchtet eben auch die persönlichen Hintergründe Haarmanns sowie insbesondere die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten, die möglicherweise Haarmanns jahrelanges Treiben wenn nicht ermöglicht, so aber zumindest begünstigt haben könnten. Insofern ist sein Roman eher Sittengemälde als Krimi. Auffallend ist hierbei, wie häufig man als Leser Parallelen zu heutigen Entwicklungen ziehen kann, ohen diesbezüglich jetzt ins Detail gehen zu wollen. So genau sich der Autor an die historischen bzw. politischen Fakten der damaligen Zeit hält, so sehr nimmt er sich im eigentlichen „Fall Haarmann“ aber auch seine Freiheiten. So hat es den Ermittler Lahnstein nie gegeben und anders als im Buch gab es, jedenfalls meines Wissens, auch keinen Aufschrei in der Bevölkerung als immer mehr Jungen und junge Männer verschwanden, mutmaßlich, weil man schlicht andere Dinge im Kopf hatte bzw. haben musste. All das tut einer wirklich guten Lektüre aber keinen Abbruch. Das liegt sicherlich auch daran – das sei einerseits abschließend und andererseits deswegen erwähnt, weil es mir wichtig ist -, dass „Haarmann“ erfreulich unblutig ist. Zwar erinnert ein einziges Kapitel ein wenig an „Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen nach Waidmannssitte aufgebrochen.“ , aus Loriots Adventsgedicht, aber während der selige Jack Ketchum aus dem Stoff einen 320-seitigen Gewaltporno gemacht hätte, hält sich Kurbjuweit hier erfreulich zurück. Klare Leseempfehlung.
  • Von: zwergspitzmaus

    in denen Kriminalist Lahnstein ermittelt, um das Verschwinden von mehreren Jungen im ähnlichen Alter im Hannover der Weimarer Republik aufzuklären. Als Ermittler aus Bochum wird er von den neuen Kollegen nicht mit offenen Armen aufgenommen, was der Aufklärung des Falls nicht dienlich ist. Auch scheint es innerhalb der Dienststelle Kollegen zu geben, die in den Fall verwickelt sind. Das alles ist ein gute Ansatz für einen spannenden Roman, welcher meine Erwartungen leider nicht erfüllt hat. Das beginnt bereits mit dem sehr ungewöhnlichen Schreibstil des Autors, welcher keine wörtliche Rede kennzeichnet und dessen Sätze für mich immer sehr abgehackt zu lesen waren. Auch wird die Geschichte aus 3 verschienden Perspektiven verfolgt, welche jedoch nicht immer klar erkennbar oder zu unterscheiden sind. Das alles macht den Lesefluss sehr anstrengend. Auch hat sich für mich bis zur Mitte des Buches kein klarer Faden in den Ermittlungen ergeben - die Nachforschungen von Lahnstein waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Der geschichtliche Hintergrund ist für mich sehr interessant und spannend - wurde aber hier für dieses Genre zu vielfältig eingesetzt - auch wenn die historischen Fakten gründlich recherchiert wurden. Auch der persönliche Hintergrund Lahnsteins hätte für mich nicht über das gesamte Buch ausgebreitet werden müssen, sondern hätte in ein oder zwei Kapiteln umrissen werden können. Ab der Mitte des Buches nimmt die Handlung spürbar an Geschwindigkeit zu, kann für mich jedoch die erste Hälfte nicht mehr aufwiegen. Ich durfte das Buch als Rezensionsexemplar lesen - mich hat es nicht so recht überzeugt.
  • Von: Gavroche

    Dirk Kurbjuweit schreibt in seinem Roman über Fritz Haarmann, der in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg in Hannover viele Morde begangen hat. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Roman und Tatsachenbericht. Die Mordfälle gab es wirklich und das macht die Geschichte noch unfassbarer. Erzählt wird hier vorrangig aus der Perspektive des Kriminalkommissars Lahnstein, aus Bochum nach Hannover versetzt, um die Morde aufzuklären. Im Krieg war er ein Flieger, geriet in britische Gefangenschaft. Es geht hier nicht nur um die Mordfälle, vielmehr ist es ein Bild der Weimarer Republik, das wir hier geboten bekommen. Immer wieder geht es um die historischen Ereignisse in der jungen Republik, um die Schmach von Versailles, um das Überleben nach dem Krieg. Da ich mich recht gut in dieser Zeit auskenne, fand ich die Ausführungen äußerst interessant, allerdings weiß ich nicht, wie sie auf diejenigen wirken, die sich nicht auskennen. Ein insgesamt wirklich düsteres, beklemmendes Buch.
  • Von: khira.liest

    Zuallerallererst: „Haarmann“ ist kein Sachbuch und auch kein schlichter Wikipediaartikel, denn dieses Buch verpackt die wahre Geschichte des Serienmörders Fritz Haarmann in seinen historischen Kontext, in das Leben des leitenden Ermittlers und in einige politische Hintergründe der Zeit. Das alles geschieht auf stimmige Art und Weise. Man erfährt viel über den eigentlichen Kriminalfall, aber gleichzeitig auch so viel mehr. Ich wäre sehr enttäuscht gewesen, wenn in dem Buch auf den historischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmen verzichtet worden wäre. Denn gerade dieser Aspekt machte das Buch für mich lesenswert, vor allem bezüglich des erst kurz zurückliegenden 1. Weltkrieges, dessen Nachwirkungen im Buch deutlich zu spüren sind. Auch das persönliche Schicksal des leitenden Ermittlers Lahnstein war für mich äußerst spannend und ergreifend, ihn selbst als Person habe ich als sehr vielschichtig und interessant empfunden. Viele Ecken und Kanten seines Charakters und vor allem seine Entwicklung im Laufe der Geschichte waren sehr geschickt in das Geschehen eingeflochten. Am Anfang des Buches hatte ich ein klein wenig mit dem Schreibstil zu tun. An die etwas distanzierte und leicht abgehackte Schreibweise musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach kurzer Zeit war dies allerdings kein Problem mehr, da der Schreibstil gut zur Geschichte gepasst hat und das Buch so seinen ganz eigenen Charme hatte. Mir ist besonders positiv aufgefallen, dass einige Passagen zum Beispiel aus medizinischen Gutachten und Urteilen originalgetreu übernommen wurden. Das machte die Geschichte greifbarer und rief einem erneut ins Gedächtnis, dass „Haarmann“ auf wahren Ereignissen beruht. Ich hatte beim Lesen von „Haarmann“ oft Gänsehaut, viele Teile der Geschichte haben mich aufgewühlt und schockiert. Dabei spielt das Wissen darum, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, natürlich auch einen große Rolle. Das große Grauen dieser brutalen und fürchterlichen Mordserie wurde von Kurbjuweit sehr stimmig eingefangen. Ich habe einige negative Kritiken zu „Haarmann“ gelesen, kann diese aber nur wenig nachvollziehen, da das Buch mir wirklich richtig gut gefallen hat. Für mein Empfinden war es genau richtig, dass es nicht nur um Haarmann ging, sondern dass sich auch für gesellschaftspolitische Hintergründe Zeit genommen wurde. Für mich als geschichtsinteressierten Menschen war das genau richtig. Nichtsdestotrotz hielt die Geschichte für mich viel Grauen und große Ungerechtigkeit bereit, gepaart mit einigen philosophischen Ansätzen, die zum Nachdenken angeregt haben. Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen.
  • Von: Nachteule

    Klappentext: Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Demokratie sie vor dem Verbrechen schützen kann. Mein Fazit: Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut und kannte den Fall Haarmann bis dahin noch nicht. Am Ende war das Buch teilweise etwas langatmig und ließ sich durch die fehlenden Satzzeichen bei Dialogen schlecht lesen. Das politische Zeitgeschehen und der Kriminalfall an sich waren interessant und gut recherchiert. Man konnte sich gut in die Nachkriegszeit mit der Armut und Verzweiflung reinversetzen. Alles in Allem war es eine gute Geschichte.
  • Von: flieder

    Immer wieder verschwinden in den 1920 Jahren junge Männer, teils noch Kinder, von den Straßen in Hannover. Die Annahme, dass es sich um Ausreißer handeln könnte zerschlägt sich jedoch sehr schnell. Für Robert Lahnstein, ein Ermittler der extra aus Berlin hinzugezogen wurde, ist es nicht wirklich einfach. Zumal er von seinen Kollegen mehrfach belächelt wird. Die kuriosesten Spekulationen wabern durch die Gänge des Morddezernats. Der tägliche Gang zur Arbeit wird für Lahnstein zum Spießrutenlauf, immer wieder muss er sich die Frage stellen, welche Mutter heute vor seinem Büro sitzt und ihren Sohn vermisst. Die Fälle gehen längst in den zweistelligen Bereich und fast täglich werden es mehr. Einen Hinweis, den Lahnstein nur per Zufall findet, bringt endlich einen Verdächtigen ans Licht. Doch diesem ist nichts nachzuweisen. Eine Dauerüberwachung bringt ebenfalls keinen Erfolg, denn weiterhin verschwinden junge Männer. Schnell ist klar, dass es im Nachkriegsdeutschland ein noch die dagewesener Serienmörder sein Unwesen treibt und Lahnstein läuft ein Rennen gegen die Zeit. Der Autor Dirk Kurbjuweit hat mit diesem Buch einer der spektakulärsten Serienmorde in Deutschland aufgegriffen. Das Thema hat mich sehr interessiert und meine Neugier wurde zum Teil auch befriedigt. Allerdings hatte ich doch etwas Probleme mit dem Schreibstil und der fehlenden Zeichensetzung. Der Autor zeigt ein, in der damaligen Zeit korruptes Deutschland. Das Leben war hart und jeder musste ums Überleben kämpfen. Richtig gefesselt war ich, als es dann endlich um die genauen Machenschaften Haarmanns ging. Ein Mörder in der Biedermanngestalt, der jedermanns Nachbar sein könnte. Auch wenn meine Erwartungen an das Buch etwas anders waren, so hat es mir doch ganz gut gefallen
  • Von: Bookgirl

    Es ist ein sehr gut geschriebenes Buch und auch leicht zu lesen. Nur hat mich es an manchen Stellen etwas verwirrt und mir fehlte es das eine Überleitung zu einem Rückblick oder ein Gespräch sattfand. Es ist alles im Erzählmodus geschrieben was nicht schlecht ist aber einfach manchmal verwirrend. Ich würde es trotzdem weiter Empfehlen da ich es Spannend und sehr fesselnd fand. Mich hat es überrascht das es mir so gut gefallen hat da ich eigentlich keine Krimileserin bin. :)
  • Von: ilse

    Dirk Kurbjuweits Buch "Haarmann" ist sehr spannend erzählt. Aus verschiedenen Perspektiven wird von Haarmanns abscheulichen Morden erzählt. Das, was man sonst immer mal wieder aus der Presse darüber erfährt, wird in diesem Buch sehr detailliert und fesselnd erzählt. Nebenbei erfährt man noch viel von dem Leben im damaligem Hannover vor 100 Jahren. Ein Krimi, der mir gut gefallen hat.
  • Von: Gwenpfötchen

    ...dann kommt Haarmann auch zu dir! Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Der Fall von Haarmann ist der wohl spektakulärste deutsche Kriminalfall und schreit geradezu danach, in Romanen verarbeitet zu werden. Das Buch las sich auch ruckzuck durch. Nach nur 3 Tagen durfte ich die Lektüre beenden. Dabei fiel es mir gar nicht so leicht, mich in den doch sehr distanzierten und etwas starren Erzählstil des Autors hineinzufinden. Bis zum Schluß konnte ich mich nicht damit anfreunden, daß man durch die teilweise recht nüchterne und dröge Art daran gehindert wird, tief in den Fall einzutauchen. Dabei versteht der Autor es sehr gut, zeitgenössische Dialoge aufzubauen. Doch driftet er dabei immer wieder ins allzu politische ab und verliert sich in Debatten über die damalige Situation der Parteien. Auch die hinzugedichtete Geschichte um den ermittelnden Polizisten konnte mich nicht wirklich packen. Ich empfand sie eher als störend, da dadurch der eigentliche Fall Haarmann viel zu kurz gekommen ist. Wenn es jedoch endlich mal um Haarmann ging, war das Buch durchaus sehr packend. Davon hätte ich mir eindeutig mehr gewünscht. Das Buch konnte so leider nicht ganz meine Erwartungen erfüllen, hat mich aber dennoch unterhalten.
  • Von: Geli

    Es ist ein Kriminalroman voller Schrecken und Beklemmung. Ich hätte mir nur etwas mehr Spannung gewünscht. Teilweise zu viel in die Länge gezogen. Gegen Ende etwas packender und düster.
  • Von: Carlotte

    Fritz Haarmann, Serienmörder in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Davon hat man ja irgendwann schonmal gehört und sich ein wenig gegruselt. Dirk Kurbjuweit hat nun einen Krimi über diese Taten geschrieben, mit ein wenig Recherche findet der Leser schnell heraus, dass sich der wirkliche Fall anders darstellte, gerade auch die Aufklärung. Das ist aber ganz egal, hier handelt es sich um Fiktion, um einen richtig guten Krimi. Während des Lesens taucht der Leser ein in die Zeit zwischen den Weltkriegen. Ermittler Robert Lahnstein ermittelt mitunter dilettantisch in den dunklen Straßen Hannovers, stößt schnell an seine persönlichen Grenzen und hadert mit eigenen Unzulänglichkeiten. Immer mehr junge Männer verschwinden spurlos, am Ende sind es mehr als 20. Die verzweifelten Eltern sitzen vor Lahnsteins Schreibtisch, seine Kollegen und die Medien machen sich über ihn lustig, Lahnstein verzweifelt beinahe. Parallel erfahren wir Leser viel über die politischen Ereignisse der gar nicht so goldenen Zwanziger, Faschisten und braune Uniformen tauchen in den Großstädten auf. Insgesamt ein Lesegenuß mit Gänsehaut.
  • Von: Detlef Knut

    Ein Stoff aus der Geschichte, hervorragend fiktionalisiert wurde. Wer kennt ihn nicht, den berühmtesten Serienmörder Deutschlands: Fritz Haarmann aus Hannover. Bereits als Kind kannte man das Lied „Warte, warte noch ein Weilchen …“. Das Leben dieses Täters wurde schon in vielfältiger Weise dokumentiert, nicht zuletzt in dem Film „Der Totmacher“ mit Götz George. Dirk Kurbjuweit hat sich von anderer Seite an die Geschichte dieses Täters herangemacht. Sein Protagonist ist nicht der Täter selbst, sondern dessen Jäger, der Polizist Lahnstein. Der Autor zeichnet ein umfassendes Bild dieses Polizisten und gibt Einblicke in dessen Denken und Verhalten und in die damalige Zeit mit den gesellschaftlichen und politischen Bezügen. Lahnstein war im Krieg Pilot, geriet in Gefangenschaft, hat Frau und Sohn verloren. Nach der Gefangenschaft kehrte er in seine Heimatstadt Bochum ins Ruhrgebiet zurück. Er wurde Polizist wie sein Vater. Als die Polizei in Hannover den bislang verschwundenen Jungs nicht auf die Spur kamen, suchen sie jemanden von außen, der die Ermittlungen vorantreiben könnte. Lahnstein aus Bochum war bereit dafür. Doch auch während seiner Zeit in Niedersachsen verschwinden noch mal so viele Jungs wie zuvor. Lahnstein verzweifelt, kämpft an beiden Fronten: gegen den Druck seiner Vorgesetzten und Kollegen genauso wie gegen die Verbrecher. Zwar kristallisiert sich der Kaufmann Fritz Haarmann (er handelt mit Kleidung und Fleisch!) bei ihm als Hauptverdächtiger, allein es fehlen die Beweise. Spannend und unterhaltsam werden die geschichtlichen Zusammenhänge dieser Zeit aufgedeckt. Die gesellschaftlichen Zwänge verbieten die Ermittlungen in manche Richtung. Die detailliert ausgearbeitete Biografie des Chefermittlers Lahnstein schafft Möglichkeiten, um zusätzliche Konflikte und Spannung in die Handlung einzubauen. Auch wenn einige Entscheidungen der Figur heute nicht so schnell nachvollziehbar sind, werden sie im Kontext der damaligen Zeit plausibel. Sehr gut gefallen hat mir auch die Struktur des Romans. Jedes Kapitel beginnt und endet mit einer Geschichte bzw. einer Handlung aus der Sicht des Täters bzw. seiner Schwester oder anderer nahestehenden Personen. Diese Teile sind durch Kursivierung klar abgegrenzt von der Ermittlung. In diesen Szenen erlebt man die brutale Welt des Serienmörders hautnah, man erfährt von der Zerstückelung der Leichen genauso wie von den Vermutungen von Angehörigen. Diese Passagen begleiten die Ermittlungen wie eine Dokumentation »Haarmann« ist ein fiktiver Roman um die Ermittlungen des bekanntesten Serienmörders in Deutschland. Die Fiktion aber basiert auf Protokollen zu den Ermittlungen von Ploizei und Justiz und auf Briefen. Teile davon wurden auch wörtlich übernommen, aber es ist so hervorragend zu einem ganzen Bild zusammengesetzt, dass es Freude macht, auf diese Weise nochmal Geschichtsunterricht zu erhalten. Alles, was ich bruchstückhaft über Haarmann wusste hat sich nun zu einem Ganzen auf spannende Weise verfestigt. Höchste Empfehlung meinerseits. © Detlef Knut, Düsseldorf 2020
  • Von: Claudia R

    Inhalt: Der spektakulärste Kriminalfall Deutschlands - psychologisch raffiniert und extrem fesselnd Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann. Dirk Kurbjuweit inszeniert den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte psychologisch raffiniert und extrem fesselnd. Eindringlich ergründet er die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre, zeigt ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der massenhaften Prostitution. So wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe. (übernommen) Klappentext: Psychologisch raffiniert und extrem fesselnd inszeniert Dirk Kurbjuweit den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte und ergründet zugleich die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre. >>Haarmann<< führt in ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der moralischen Verkommenheit. so wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe. Cover: Das Cover wirkt düster und spannend. es ist in schwarz-weiß gehalten und zeigt zwei Männer eine verlassene dunkle Straße entlang laufen. Wobei es so wirkt, als würde der eine, den anderen verfolgen. Meinung: Der Schreibstil war teilweise sehr gewöhnungsbedürftig, da dieser sehr streng, sachlich und zum Teil sehr stenographisch wirkte. Teilweise waren Gespräche sehr gefühlskalt, sondern einfach nur eine sachliche Aneinanderreihung von Rede bzw. Frage und Antwort. Daher fiel es mir sehr schwer richtig in das Buch hinein zu kommen. Der Fall an sich ist sehr spannend und auch die Geschichte die sich dahinter verbirgt, fand ich sehr interessant, jedoch hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt. Zu Beginn geht es weniger um Haarmann , sondern um den Ermittler Robert Lahnstein und dessen Leben und wirken und Haarmann spielt zu beginn eher eine untergeordnete Rolle. Erst nach und nach wird dann Haarmann hineingebracht und dieser wird sehr realistisch dargestellt, so dass man sich ihn sehr gut vorstellen kann. er wirkt sehr authentisch. Seine Geschichte ist sehr interessant und so langsam mit es dann auch immer mehr an Spannung zu und an Fahrt auf. Die Ermittlungen werden sehr gut beschrieben, und es kommen immer mehr Fakten um den vermissten Jungen ans Licht. Die Puzzleteile fügen sich immer mehr zusammen, mehr grausame Fakten und Details treten zu Tage und man kann sich alles sehr bildhaft vorstellen und bekommt schockierende Bilder vermittelt, die sich festsetzen. Eine sehr heftige Geschichte, mit sehr schockierenden und spannenden Details, die einen berührt. Die Geschichte weist heftige Fakten und Details über diesen Fall Haarmann auf und beleuchtet diesen auf eine ganz spezielle Weise. Zu beginn war es jedoch nicht so ganz mein Fall und ich hatte es schwer hineinzukommen kommen, jedoch ist der Fall dahinter sehr prägend und spannend, die Schreibweise jedoch nicht ganz meins. Fazit: Der Fall Haarmann und der Ermittler Lahnstein, werden hier auf eine ganz besondere Weise beleuchtet, mit vielen interessanten und wissenswerten Fakten, jedoch war der Schreibstil nicht so ganz meins....
  • Von: Patricia Nossol

    Geschichten über Serienmörder faszinieren mich. Ich finde es interessant zu ergründen, wie diese Menschen denken, wie sie nach außen wirken und welche Dämonen sie antreiben. Wer sich mit der Thematik beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Fritz Haarmann, einen der berüchtigtsten Serienmörder Deutschlands. Auch Buchautor Dirk Kurbjuweit hat sich mit Haarmanns Leben auseinandergesetzt. Sein Kriminalroman ist am 24.02.2020 beim Penguin Verlag erschienen. Schon das Buchcover ist ansprechend und erzeugt Neugier. In den 1920er Jahren verschwinden im Raum Hannover immer wieder Jungen. Die Spurenlage ist dürftig. Doch es gibt Gerüchte, die den Ermittler Robert Lahnstein schlussendlich zu Fritz Haarmann führen. Für Lahnstein steht fest, dass er es hier mit einem Psychopathen zu tun hat. Noch kann er ihm nichts nachweisen. Dieser Haarmann ist schwer zu knacken. Lahnstein braucht einen guten Plan, zumal seine Polizeikollegen eher gegen ihn arbeiten. Die Zeit drängt, denn es melden sich erneut Eltern, deren Söhne plötzlich verschwunden sind. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer, obwohl es dem Buchautor gelingt, eine eindrucksvolle Buchatmosphäre zu schaffen. Sein stenografischer Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Ausserdem spielt Haarmann zunächst eine untergeordnete Rolle. Vorrangig beleuchtet Kurbjuweit das Leben und Wirken des Ermittlers Robert Lahnstein, berichtet von den Familien, die ihre Söhne vermissen und von der politischen Situation in Deutschland zwischen den Weltkriegen. Nach den ersten hundert Seiten packt mich die Geschichte. Jetzt steht Haarmann im Zentrum der Story. Seine Charakterdarstellung ist beeindruckend und wirkt authentisch. Gespannt verfolge ich Lahnsteins Ermittlungen. Es liest sich spannend, wie er Stück für Stück das Rätsel um die vermissten Jungen entschlüsselt. Grausame Details treten zutage. Es sind schockierende Bilder, die sich vor meinem inneren Auge offenbaren. Obwohl der Buchtitel zweifellos ein Magnet ist, halte ich ihn im Nachhinein nicht glücklich gewählt, denn er weckt Erwartungen beim Leser, die dieser Kriminalroman eventuell nicht ganz erfüllt. Das ist schade, denn die Story ist klug und intelligent ausgearbeitet, überzeugt mit Fachwissen. Besonders interessant finde die zeitgeschichtlichen Hintergründe. „Haarmann“ ist überraschend anders, ähnelt eher einem Sachbuch und sucht den ambitionierten Leser. Wer sich ausschließlich für den Fall Haarmann interessiert, könnte hier vermutlich enttäuscht werden.
  • Von: Literaturblogsaarland

    Inhalt : Der spektakulärste Kriminalfall Deutschlands - psychologisch raffiniert und extrem fesselnd Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann. Dirk Kurbjuweit inszeniert den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte psychologisch raffiniert und extrem fesselnd. Eindringlich ergründet er die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre, zeigt ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der massenhaften Prostitution. So wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe. Vita : Dirk Kurbjuweit, geboren 1962, war Redakteur der «Zeit», seit 1999 arbeitet er für den «Spiegel». Er hat bislang sechs hochgelobte Romane geschrieben, drei davon wurden fürs Kino verfilmt, darunter «Die Einsamkeit der Krokodile» und «Zweier ohne»; zuletzt erschien «Kriegsbraut» (2011). Für seine Reportagen erhielt Dirk Kurbjuweit 1998 und 2002 den Egon-Erwin-Kisch-Preis sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Meine Meinung : Fritz Haarmann war ein deutscher Serienmörder, der wegen Mordes an insgesamt 24 Personen 1924 schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde. Dirk Kurbjaweit zeichnet in seinem Werk eben dieses Verbrechen nach. Es wird aus der Sicht des Ermittlers Robert Lahnstein erzählt. Dieser sucht verzweifelt nach Spuren und Hinweisen der Verschwundenen Personen, die aber kaum zu finden sind. Wird er den Fall überhaupt aufklären können ? Erschwerend kommt hinzu, dass sogar in Polizeikreisen Korruption und Vertuschung an der Tagesordnung sind. Die Geschichte spielt in den 1920er Jahren der vergangenen Jahrhunderts, in der Epoche der frühen Weimarer Republik. Dirk Kurbjaweits Schreibstil ist sehr distanziert und nüchtern. Dadurch offenbart sich dem Leser das Grauen und die Taten Haarmanns von seiner schlimmsten Seite. Zwischendurch gibt es immer wieder kursiv gedruckte Abschnitte, in denen von den Personen erzählt wird, die schliesslich Haarmanns Opfer werden. Das Buch ist mir fast eine Spur zu nüchtern und sachlich geschrieben, so dass man als Leser relativ schwer eine Beziehung zu unserem Protagonisten herstellen kann. Für mich ist das Buch eher ein Roman, es wird sehr viel über die politische Situation und die Nachkriegszeit erzählt.Die Kriminalität und Verrohung der Gesellschaft wird vom Autor sehr authentisch dargestellt und nimmt einen grossen Raum in diesem Buch ein. Fritz Haarmann kommt mir da stellenweise etwas zu kurz bzw. rückt mir zu sehr in den Hintergrund. Spannung kam für mich leider kaum auf, trotzdem hat der Autor hier ein tolles und vielschichtiges Werk geschaffen. Mich hat das Buch auf jeden Fall dazu veranlasst, über den Fall Fritz Haarmann weiter zu recherchieren und auch Sekundärliteratur zu Rate zu ziehen. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.
  • Von: Caro Kruse

    Hannover: Robert Lahnstein, der als Ermittler nach Hannover versetzt worden ist, erlebt einen echten Albtraum: Immer wieder verschwinden Jungen. Anscheinend geht ein Serientäter in der Stadt um, und Lahnstein will ihn aufhalten. Bei jeder Frau, die aufs Revier kommt, hat er Angst, dass wieder ein Sohn als verschwunden gemeldet wird. Bald gerät Fritz Haarmann in den Fokus des Ermittlers, doch es gelingt Lahnstein nicht, ihm etwas nachzuweisen – obwohl Haarmann etwas Seltsames an sich hat. Doch auch Lahnstein selbst hat etwas zu verbergen, das in der damaligen Zeit einfach kaum denkbar war und für das er geächtet worden wäre. Und er ist nicht der einzige, der Geheimnisse hat… Dirk Kurbjuweit verbindet ein Gesellschaftsportrait der 20er Jahre mit einem historischen Kriminalfall, der in Deutschland einer der bekanntesten sein dürfte. Kurbjuweit schafft dabei auf grandiose Weise, Spannung mit realistischen Einblicken in die damalige Zeit zu verknüpfen.
  • Von: andrek

    Natürlich hat man schon viel von dem Massenmörder Fritz Haarmann gehört, außer das die Geschichte in Hannover spielt , sind einem oftmals keine Details bekannt. Man nähert sich also unvoreingenommen diesem Krimi, der aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird. Obwohl man weiß, wer der eigentliche Täter ist, halten die verschiedene Erzählstränge aus der Sicht der Opfer, des Täters und der Ermittler jederzeit die Neugierde aufrecht. Sehr interessant ist die Darstellung der Geschenisse vor dem Hintergrund des vorangegangenen ersten Weltkrieges und der gegenwärtigen Entwicklung der Weimarer Republik.
  • Von: Cobra

    Der Kriminalroman basiert auf einer wahren Begebenheit - ich habe bereits vorab schon einiges zu diesem Fall gelesen, somit war mir das Grundgerüst bekannt. Ich hatte recht hohe Erwartungen und bin letztendlich sehr enttäuscht worden - die Geschichte ist zäh, es kommt wenig Spannung auf, außer mein Sicht viel zu wenige visuelle Details zum Mörder ...was selbstverständlich eine Frage des Geschmacks ist. Geschrieben ist der Roman sehr locker und einfach. Dialoge sind optisch nicht erkennbar, was zunächst etwas verwirrend ist, aber man gewöhnt sich dran und entsprechend liest es sich flüssig weg. Da mich die Geschichte interessierte und der Autor mir nicht unbekannt ist, habe ich das Buch zu Ende gelesen. Inhaltlich ein besonderes Thema, in denen der Autor auch die brisante politische Geschichte der 20er Jahre mit einfließen lassen hat. Ich hätte mir mehr Details, Fingerspitzengefühl und „Bilder“ gewünscht, die dem Kriminalroman eine gewisse Spannung verliehen hätten.
  • Von: Melanie E.

    "Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen ..." Diesen kurzen Text hat mein Vater hin und wieder gesungen, als ich ein Kind war. Damals begriff ich nicht, welches Grauen sich dahinter verbirgt und bin im Nachhinein auch dankbar, das er nur die erste Textzeile erwähnte und nicht den ganzen Text sang. Es hätte mich sehr beängstigt. Der Kriminalfall Haarmann ist barbarisch und dennoch faszinierend, daher freute ich mich über die Zusage, dieses Buch lesen zu dürfen. Ich empfand es als sehr ernüchternd, wie lange Fritz Haarmann gemordet hat und ihm niemand wirklich das Handwerk gelegt hat. Verdachtsmomente durch Nachbarn wurden eher vertuscht, als ernst genommen. Die Story selbst wird sehr nüchtern wiedergegeben und ist sicherlich hier und da durch den Autor ausgeschmückt, aber die Verbrechen selbst wird deutlich hervorgehoben. Ich habe mich mit dem Fall Haarmann durch diverse Internetseiten während des Lesens des Krimis beschäftigt, um Parallelen zu erkennen. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Tatsachen und Geschehnisse glaubhaft darzustellen. Insgesamt ein wirklich barbarisches Buch, welches in mir hier und da echtes Grauen erzeugte, wobei ich aber dennoch so fasziniert von diesen Verbrechen war, das ich das Buch immer nur kurz aus der Hand gelegt habe. Die charakterliche Darstellung des Massenmörders Fritz Haarmann ist regelrecht erschlagend. Seine psychische Erkrankung hat in der damaligen Zeit noch keine Diagnose und trotz mehrfacher Aufenthalte in der Psychiatrie wird Haarmann immer wieder entlassen. Durch verschiedene Delikte ist er immer wieder im Fokus der Polizei, wobei sich diese eher auf Diebstahl und Betrug belaufen. Haarman bietet jungen Männern / Kindern zunächst Schutz an, da einige ohne festen Dach über dem Kopf zu sein scheinen. Er trifft sie in Cafès oder liest sie am Bahnhof auf. Haarmanns sexuelle Gesinnung wird ebenfalls deutlich hervorgehoben, da er während des Liebesspiels den Jungen / Kindern den Kehlkopf zerbeisst. Mitunter schien es, als täte es ihm leid, das Leben der "schönen Jungen" zerstört zu haben, dennoch scheint die Eiseskälte. mit der er die Toten entsorgt akribisch geplant. Es wurde vermutet, das Haarmann gemeinsam mit Hans Grans gehandelt hat, der durch den Verkauf der Kleidung der Opfer ebenfalls profitierte. Es ist echtes Grauen, was sich hier offenbart und da es sich um eine Tatsache handelt, ist dieses um einiges greifbarer. Mich macht es betroffen, das Fritz Haarmann geschafft hat, unerkannt zu morden und dieses scheinbar von vielen Unbeteiligten an den Taten gedeckt worden zu sein. Aus dem Krimi klingt ganz klar heraus, das er beobachtet wurde, da er die Jungen mit in seine Wohnung nahm, diese aber nicht wieder gemeinsam verlassen wurden. Hinzu kommt, das er beobachtet wurde, Eimer aus der Wohnung zu tragen, denn die Eingeweide wurden im Klosett entsorgt und die Knochen in den Fluss gekippt. Jahrelang trieb er so sein Unwesen und versetzte so ganz Hannover in Angst und Schrecken. Das Alter der Jungen war komplett verschieden und willkürlich, wobei es ihm scheinbar immer wieder gelungen ist, diese von der Straße aufzulesen. Erschütternd und leider wahr, wobei mich am meisten schockiert, das er das Fleisch zu Wurst verarbeitet zum Verkauf angeboten hat. Ihn Dingfest zu machen, dauerte einige Jahre, in denen viele junge Menschen ihr Leben lassen mussten. Ein absolutes Horrorszenario, welches authentisch wiedergegeben wurde. Durch den Ermittler Lahnstein werden die Taten greifbar dargestellt und zeigen auch, das innerhalb der Polizei und Politik vieles verschleiert und gedeckt wurde. Von mir eine absolute Leseempfehlung an einen Krimi, der schonungslos über das Leben eines Massenmörders berichtet, der jahrelang sein Unwesen getrieben hat, um dann im April 1925 hingerichtet zu werden. Eine Geschichte, die ebenso grausam endet, wie sie begonnen hat.
  • Von: The Librarian

    Meine Erwartungen wurden zwar nicht erreicht, trotzdem ist es ein solides und gutes Buch. Was genau mir gefiel erfahrt ihr unten im Text. Meine Meinung zum Cover: Das Cover war der Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam wurde. Es brachte mich dazu, mir den Klappentext durch zu lesen. Der Gestaltungsstil passt sehr gut in die 1920er Jahre und hat gleichzeitig einen modernen Touch. Es hat mich sofort neugierig gemacht. Meine Zusammenfassung des Inhaltes: Robert Lahnstein ist ein deutscher Ermittler, der die Fälle der vermissten Jungen untersuchen und aufklären soll. Doch das gestaltet sich sehr schwierig, weil es so gut wie gar keine Spuren gibt und immer mehr Jungen verschwinden. Lahnstein muss zwischen Korruption, Vertuschung und Verleumdung ermitteln. Beinahe bringen ihn die Ermittlungen um den Verstand, bis es plötzlich einen entscheidenden Hinweis gibt. Kann er dem Verdächtigen die Morde nachweisen? Meine Meinung zum Inhalt: Ich ging mit hohen Erwartungen an dieses Buch heran. Das Buch ist gut geschrieben, konnte diese aber nicht erreichen. Der Schreibstil des Autors ist locker und direkt zu lesen, obwohl er manchmal ein wenig telegramartig wirkt. Der Autor spart sehr mit Beschreibungen der Personen und Umgebungen. Zum Glück kenne ich mich in den 1920er Jahren ein wenig aus. Gestört hat mich die meiste Zeit massiv, dass es bei den Dialogen keine Satzzeichen gab. Die Gespräche sind im Fließtext eingewoben. Manchmal wusste ich nicht, ob die Protagonisten etwas sagen oder denken. Für mich war das Lesen so teilweise sehr mühsam. Nach der Hälfte des Buches gewöhnte ich mich daran, dennoch blieb es störend im Hinterkopf. Die Ermittlungen sind realistisch mit vielen Rückschlägen dargestellt. Ich fand es gut, wie der Autor das politische Zeitgeschehen zur damaligen Zeit eingebaut hat. Korruption und Vertuschung sind stimmig in das Bild eingefügt worden. Ich kenne den echten Kriminalfall um Haarmann nicht. Mir war schnell klar, dass der Autor enorm viel Zeit in seine Geschichte fließen lies, umso sie so authentisch wie möglich zu schreiben. Ein paar Szenen hätte man kürzen können. Vor allem fand ich die Szenen um Lahnsteins Vergangenheit ein wenig nervend. Das letzte Kapitel war für den Inhalt eher ruhig, ich hatte ein wenig mehr erwartet. Ich weiß nicht recht, ob ich das Buch als Roman oder als Krimi einordnen soll. Gelesen habe ich es innerhalb von 24 Stunden. Somit kam ich schnell ans Ende. Mein Fazit: Der Kriminalroman um den Serienmörder Haarmann wurde sehr realitätsnah mit einem lockeren Schreibstil geschrieben. Fehlende Satzzeichen bei den Dialogen haben mich lange Zeit stark irritiert. Zeitweise gab es für mich ein paar lange Szenen, die ich als unnötig empfand. Dennoch ist es eine gut umgesetzte Geschichte, die sich für ein schnelles Lesen für Zwischendurch eignet. Politisch, psychologisch und zeitgeschichtlich gesehen, ist es ein guter Kriminalroman. Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen! Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
Mehr laden