Flashback von David Baldacci

David Baldacci Flashback

Alte Sünden werfen lange Schatten

Amos Decker, der Memory Man, besucht seine Heimatstadt, als plötzlich ein alter Bekannter vor ihm steht. Meryl Hawkins ist ein verurteilter vierfacher Mörder und der Erste, den Decker als junger Polizist hinter Gitter gebracht hat. Hawkins, der aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes vorzeitig entlassen wurde, beteuert seine Unschuld. Sein letzter Wunsch: der FBI-Ermittler soll seinen Namen reinwaschen. Kurz darauf wird Hawkins erschossen. Nun kommen Decker echte Zweifel: Hat er dabei geholfen, den Falschen zu bestrafen? Als er den Fall wieder aufrollt wird klar: Jemand wird weiter töten, um ein altes Geheimnis zu verbergen . . .

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Elke Heid-Paulus

    Als Amos Decker am Geburtstag seiner Tochter an ihrem Grab in Burlington, Ohio steht, holt ihn die Vergangenheit ein. Hawkins, der alte Mann, der ihn auf dem Friedhof anspricht, wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Und wer hat ihn hinter Gitter gebracht? Richtig, Amos Decker ist dafür mitverantwortlich und hat nach dem Gespräch mit ihm leise Zweifel, denn der mittlerweile wegen einer Krebserkrankung aus der Haft entlassene Hawkins hat nicht mehr lange zu leben und beteuert, wie bereits in der Vergangenheit, noch immer seine Unschuld. Grund genug für Decker, sich diesen Fall samt der Ermittlungsergebnisse nochmals genauer anzuschauen, zumal Hawkins kurz nach der Begegnung auf dem Friedhof erschossen in seinem Hotelzimmer aufgefunden wird. Ich mag Baldaccis „Memory Man“ Amos Decker, FBI-Agent und Ex-Footballer mit der Kopfverletzung, die für sein außergewöhnliches Gedächtnis verantwortlich ist, aber in „Flashback“, Bd. 5 der Reihe, strapaziert der Autor die Geduld der Leserinnen und Leser über die Maßen. Mit 538 Seiten viel zu lang, viel zu viele überflüssige Wiederholungen, mit Detective Natty und Superintendent Childress zwei Typen, die wie Deus ex Machina auftauchen und ihn in Bedrängnis bringen, und zu guter Letzt ein Schluss, der über mehr als zehn Seiten benötigt, um die mehr als unglaubwürdige Handlung aufzudröseln und zu erklären, wer was warum getan hat. Dass das weitaus besser geht, hat David Baldacci nicht nur in dieser Reihe schon hinlänglich bewiesen. So gibt es von mir leider nur 2,5 (aufgerundet auf 3) von 5 Sternen.
  • Von: Dirk Hoffmann

    Seit seinem von und mit Clint Eastwood verfilmten Romandebüt „Absolute Power“ aus dem Jahr 1996 hat sich der US-amerikanische Schriftsteller David Baldacci zu einem Bestseller-Autor etabliert, der mittlerweile eine ganze Reihe von erfolgreichen Thriller-Serien veröffentlicht hat. Unter den jüngeren Roman-Reihen entwickelt sich neben den ebenfalls bei Heyne erscheinenden Reihen um John Puller und Atlee Pine vor allem diejenige um den sogenannten „Memory Man“ zu einem verlässlichen Bestseller-Garanten. Amos Decker leidet seit seinem 22. Lebensjahr nach einem schweren Zusammenstoß auf dem Football-Feld nicht nur unter Synästhesie (was ihn Empfindungen mit bestimmten Farben in Verbindung bringen lässt), sondern auch unter Hyperthymesie, einem nahezu fast perfekten Gedächtnis, was für ihn Fluch und Segen zugleich ist. Während diese durch die schwere Hirnverletzung hervorgerufene Fähigkeit in seinem Job als Cop und Berater für das FBI von unschätzbarem Wert ist, kann der Mittvierziger auf der anderen Seite nicht vergessen, wie seine Tochter Molly, seine Frau Cassie und sein Schwager in seinem Haus in Burlington brutal ermordet worden sind, wofür Decker sich nach all den Jahren noch immer die Schuld gibt. Am 14. Geburtstag seiner Tochter reist Decker zusammen mit seiner Partnerin, der FBI-Beamtin Alex Jamison nach Burlington, Ohio, um am Grab seiner Liebsten zu trauern. Auf dem Friedhof wird er von einem ausgezehrten alten Mann namens Meryl Hawkins angesprochen. Er wurde des Mordes an dem Kreditberater Donald Richards, dessen beiden Kindern und dem Restaurantbetreiber David Katz für schuldig gesprochen, nachdem ihn ein Fingerabdruck auf einem Lichtschalter und DNA-Spuren unter den Fingernägeln von Richards‘ Tochter Abigail überführt hatten. Es war einer der ersten Fälle für die jungen Detectives Amos Decker und seiner Partnerin, der immer noch in Burlington lebenden Mary Lancaster. Nun behauptet der wegen seiner tödlichen Krebserkrankung vorzeitig entlassene Hawkins, dass er unschuldig gewesen sei, und bittet Decker darum, seinen Namen reinzuwaschen. Doch als Decker den Mann später in seinem Hotel aufsucht, findet er ihn erschossen in seinem Zimmer vor. Als Tatverdächtige gerät zunächst Susan Richards in Betracht, die Witwe des ermordeten Bankers, doch sie verschwindet wenig später spurlos. Offenbar scheint mehr an Hawkins‘ Behauptung dran zu sein als zunächst gedacht. Während Jamison mit einem neuen Fall für das FBI beauftragt wird, bleibt Decker in seiner alten Heimatstadt und versucht mit seiner früheren Partnerin Mary und seinem Freund Melvin Mars den alten Fall neu aufzurollen. Doch ein versierter Auftragskiller mit auffälligen Tätowierungen eliminiert sukzessive jeden möglichen Zeugen, der Licht in die damaligen Vorfälle bringen könnte. Außerdem sind Polizeichef Childress und Detective Natty alles andere als begeistert von Deckers Ermittlungen in ihrem Bezirk. „Dass Childress ihm nun auch noch im Nacken saß, würde es ihm noch schwerer machen, den Fall aufzuklären. Als wäre es nicht schon schwierig genug. (…) Deckers Gedächtnis war ein machtvolles Werkzeug, das ihm in vielen Situationen die Arbeit erleichterte. Zugleich aber war es ein Kerker, aus dem es kein Entkommen gab.“ (S. 180) „Flashback“ ist nach „Memory Man“, „Last Mile“, „Exekution“ und „Downfall“ bereits der fünfte Roman in der Reihe um Amos Decker, den Memory Man, und es lassen sich zum Glück noch keine Abnutzungserscheinungen erkennen. Mit der Rückkehr an den Ort seines traumatischen Verlusts wird Amos Decker als Mann eingeführt, den die Vergangenheit und seine eigene Verantwortung für die tödlichen Vorfälle einfach nicht loslässt. Nachdem Decker in den vorangegangenen Fällen vor allem als diensteifriger und ambitionierter Ermittler ohne besondere empathische Fähigkeiten portraitiert worden ist, wirkt er in „Flashback“ von Beginn an einfühlsamer, was offenbar mit seinen von Übelkeit begleiteten Anfällen zusammenhängt, die Decker das Gefühl vermitteln, dass sein Gehirn allmählich die außergewöhnlichen Fähigkeiten verliert. Gerade in den Befragungen von Zeugen und in den Gesprächen mit der an frühzeitiger Demenz erkrankten Mary Lancaster zeigt sich Deckers neues Wesen, was dem Roman spürbar guttut. Doch vor allem sorgt die für einige Beteiligte tödliche Auseinandersetzung mit Hawkins‘ Fall für packende Unterhaltung, denn Decker und seine Mitstreiter müssen sehr ausgiebig verschiedenen Spuren folgen, Aussagen bewerten und natürlich lebensgefährliche Situationen überstehen. Baldacci erweist sich als mit leichter Sprache hantierender, routinierter Thriller-Autor, der einen komplexen Plot mit interessanten Figuren entwickelt hat, die für die eine oder andere Wendung und Überraschung gut sind. Auch wenn Baldacci vielleicht ein paar Haken zu viel schlägt und zum Finale etwas dick aufträgt, zählt „Flashback“ doch den besten Romanen der Memory-Man-Reihe.