Talión - Die Gerechte von Santiago Díaz

Santiago Díaz Talión - Die Gerechte

Über Schuld und Strafe, Gerechtigkeit und Moral – der Sensationsthriller aus Spanien!

Marta Aguilera ist die beste Journalistin Madrids. Vom Idealismus getrieben versucht sie, die Welt mit ihren Enthüllungen besser zu machen. Doch dann bricht ihre eigene Welt zusammen: Diagnose Hirntumor. Sie hat nur noch wenige Wochen zu leben. Nach dem ersten Schock wird Marta plötzlich klar, was das bedeutet. Sie hat nichts zu verlieren, keine Konsequenzen zu befürchten. Und sie beschließt, ihre letzten Tage dem Kampf gegen das Böse zu widmen und die Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen. Doch schon bald wird Inspectora Daniela Gutiérrez auf die mysteriöse Rächerin aufmerksam. Und für Marta beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen die Polizei – und gegen ihren eigenen Tod.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Mickus

    TALION ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Das Buch ist sehr spannend und hat einen nachvollziehbaren Aufbau. Es zieht seine Leser in seinen Bann und hat Sogwirkung. Ich erwarte jetzt schon gespannt das nächste Buch von Samtiago Diaz; kein Buch für Moralisten!
  • Von: Sabine Ibing

    Erste Seite: «Ich nehme die Abfahrt der Autobahn und gerate in eine Kontrolle der baskischen Polizei Ertzaintza. Zwei Motorräder stehen quer auf der Fahrbahn, und die beiden Polizisten fordern mich bereits zum Anhalten auf, als ich noch mehr als hundert Meter entfernt bin.» Mit dem Prolog ist klar, Marta Aguilera, eine Journalistin, ist auf der Flucht vor der Polizei, sie greift zur Waffe, will diese Polizisten nicht erschießen. Glücklicherweise werden sie per Funk abberufen. Sie ist eine gesuchte Mörderin. Zurück, ein paar Wochen davor: Marta ist hin und wieder übel und Schwindelgefühle erfassen sie; ist sie schwanger? Ein Kind würde nicht in ihr Leben passen, denn sie sie weiß genau wie sie tickt: Sie gehört zu den Menschen, die kein Gefühl für andere haben, alle ihre Beziehungen scheiterten, weil sie nicht lieben kann. Wie soll sie ein Kind großziehen können? Der Test ist gottlob negativ – es muss einen anderen Grund geben. Ein weit fortgeschrittenes Glioblastoma multiforme, ein Hirntumor, wird diagnostiziert, nicht operabel, zwei Monate bleiben ihr maximal. Marta ist entsetzt, sie muss sich mit ihrem Tod auseinandersetzen – das von einer Minute zur anderen. Was könnte ihrem Leben einen Sinn geben, was könnte sie tun in den letzten Tagen, die verbleiben werden? Und will sie die letzten Tage erleben, die garantiert nicht einfach werden. Marta prüft ihre Kontostände und verkauft ihre Wohnung in Madrid und kündigt den Job. Ein Interview, bittet ihr Chef – das eine noch, dann kann sie gehen. Jonás Bustos ist ein Pädophiler, der mutmaßlich ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hat. Alles deutet darauf hin, aber der genaue Beweis fehlt letztendlich, er wird auf freien Fuß gesetzt. Marta verabredet sich mit ihm in seinem Haus zum Interview. Doch gleich nach der ersten Frage verlässt sie ihre professionelle Distanz und provoziert den jungen Mann. Die Wut bricht in ihm aus, als er sie erwischt, wie sie heimlich seine Garage durchsucht. Der Pädophile packt sie, gesteht den Mord, weil er sie nun umbringen wird. Sie will sich wehren, die Finger tasten eine Rohrzange. Ein kräftiger Schlag. Der Mann ist tot. Sie säubert wie in Trance den Tatort und sich selbst. Und nun weiß Marta, was sie der Welt geben will: Sie vom Gesocks befreien, von Mördern und brutalen Typen, die die Polizei nicht zu fassen bekommt. «Denn ein Vater, der seine Tochter sucht, kann gefährlicher werden als ein Paramilitär im ehemaligen Jugoslawien. Keiner weiß das besser als er, denn er hat sich schon gegen einige wehren müssen.» Das hört sich oberflächlich relativ einfach an, doch der Thriller ist komplex. Marta lernt eine Prostituierte kennen, die ihr behilflich ist, als zwei Kerle sie ausrauben wollen. Nicoleta aus Rumänien. Stück für Stück wird ihr Lebenslauf eingeflochten und der von Cornel, einem üblen Mädchenhändler, Zuhälter und Drogenhändler, der Nicoleta verprügelt, dem sie Geld schuldet, für die Fahrt in Unglück, was völlig grotesk ist. Er hat sie in der Hand, weil er ihre Familie kennt und die Schulden wird sie nie abbezahlen können. Protagonisten, denen Marta begegnet, und sei es nur kurz, bekommen eine eigene Geschichte in der Geschichte – in der sie später eine Bedeutung bekommen werden. Schicksale von Menschen sind eingebunden, wie das von «Pichichi», dem Torschützenkönig, den Vater und Onkel bereits als Kind zum Stehlen anlernen, der ein talentierter Fußballer war, bereits von Madrid angefragt, dann den Fehler seines Lebens beging. Stadtteile Madrids, die ein Tourist niemals aufsuchen würde, arme Menschen, vom Schicksal gezeichnet, Bandenkriminalität. Inspektora Daniela Gutiérrez, eine Figur, die das Leben gezeichnet hat, auch sie und ihr Sohn haben einen eigenen Strang. Ihre Visitenkarte liegt bei jedem Mordopfer – nur warum?, rätselt sie. Noir vom Feinsten. Der Anfang: «Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmahl für Brandmahl, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme. (Lex Taliones 21, 23-25)» Der babylonische König Hammurapi (1792–1750 v. Chr.) fasste dieses Prinzip in 282 Paragrafen in seiner «lex talionis» zusammen, wobei allerdings Sklaven und freie Bürger nach anderen Maßstäben bewertet wurden. Auch die Griechen und Römer urteilten nach ähnlichen Prinzipien der Talionsformel. Auge für Auge ist Teil eines Rechtssatzes aus dem Sefer ha-Berit in der Tora für das Volk Israel, auch im alten Testament wird dies gefordert. Im neuen Testament bezieht sich Jesus auf die Tora, hält diesen Racheakt für nicht ungut, zitiert die Regel und sagt: «Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.» Lex Taliones, veraltetes Recht, das nach dem Prinzip der Blutrache funktioniert (die in einigen europäischen Ländern illegal noch bis in die 1960-er ausgeübt wurde). Das Gesetz verbietet solche Taten. Doch hinter vorgehaltener Hand, feiern viele Menschen Marta, die sich «Talión» nennt und die alle für einen Mann halten. El talión, auf Deutsch: die Vergeltung – der Autor stellt hier die Machtlosigkeit von Polizei und Justiz ins Feld und die Frage nach dem Vergeltungsprinzip, nach Schuld und Sühne, kratzt an der Moral. Niemand möchte Vergeltungsgesetze wieder einführen – doch was würdest du denken, wenn jemand den Typ erledigt, der deine kleine Tochter vergewaltigt und getötet hat? Santiago Díaz Cortés schafft es nämlich, dass der Leser sich dabei ertappt, einer Killerin die Daumen zu drücken, den nächsten Fiesling um die Ecke zu bringen. Marta, die weibliche Form von Dexter (US Krimiserie in Print und Film), ein Forensiker, der in der Blutspurenanalyse arbeitet und in seiner Freizeit Selbstjustiz ausübt. Es gibt sogar den Hinweis von Marta selbst: «Wie Dexter sagte, ist das Töten ein Haken, und niemand trauert um den Tod eines Schurken.» Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven gezeigt und ist auktorial angelegt. Marta erzählt in der Ich-Perspektive und über alle anderen agierenden Protagonisten berichtet ein Erzähler von außen. Der Leser weiß mehr über die handelnden Personen, die Marta oft nur streift. Und genau das macht diesen Thriller zu einem guten Roman, der sich menschlicher Schicksale bedient und sie gekonnt in die Handlung einbettet. Eine Geschichte mit Cliffhangern, die es dem Autor ermöglicht, die Spannung kontinuierlich auf 550 Seiten hochzuhalten und das auf eine ruhige Art und Weise, ohne sprunghaft zu sein – Fäden, die immer wieder aufgenommen werden, Lebensgeschichten zu Ende erzählt. Ein spannender Noir-Thriller, erzählerisch gut aufgebaut, die Figuren mit Tiefe gefüllt – absolute Empfehlung. Santiago Díaz Cortés wurde 1971 in Madrid geboren. Nachdem er fünf Jahre lang bei dem Fernsehsender Antena 3 als Content Manager gearbeitet hatte, widmete er sich ganz dem Drehbuchschreiben. Im Laufe seiner Karriere hat er für verschiedene erfolgreiche Produktionsfirmen gearbeitet und zahlreiche preisgekrönte Serien entwickelt. «Talión» ist sein erster Roman. Die audiovisuelle Produktionsfirma La Caña Brothers hat die Rechte an dem Roman Talión von Santiago Díaz erworben, um daraus eine Fernsehserie zu machen. An der Fernsehadaption wird der Autor beteiligt sein, denn als Drehbuchautor hat er mehr als 20 Jahre Berufserfahrung, ist beteiligt an zahlreichen Serien wie Hermanas, El pasado es mañana, 7 días al desnudo, Yo soy Bea und El secreto de Puente Viejo.
  • Von: thats.new.life

    Das Buch fängt mit einem Vers der Tora an: "Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmahl für Brandmahl, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme." (2. Mose 21,24) Dieses deutet schon an was wir im Buch erwarten können. Marta Aguilera ist die beste Journalistin Madrids, sie ist geplagt von Schwindel und Kopfschmerzen und steht unter Druck ihre nächste Story zu veröffentlichen. Ihr Chef sitzt ihr im Nacken und möchte ihre Story am liebsten noch am nächsten Tag drucken, aber die idealistische Marta hat so gut wie nichts und muss noch weiter recherchieren. Zwischen all ihrem Stress begibt sich die Journalistin zum Arzt, ihr Hausarzt veranlasst auf schnellstem Weg ein CT. Einige Zeit später bekommt Marta die Diagnose. In ihrem Kopf hat sich ein Tumor gebildet und es ist zu spät. Nur ihr Leid gegen Ende möchte der Arzt erleichtern und sie soll Medikamente nehmen. Marta bleiben 2 Monate zu leben. Hier fängt dann Talión an (Talión ist in der Übersetzung das Wort, das die Strafe beschreibt, mit der eine Person bestraft wird, indem ihm der gleiche Schaden zugefügt wird, den er anderen zugefügt hat). Marta nimmt das Recht in eigene Hand, überall da wo Menschen von der Justiz keine Gerechtigkeit erfahren haben. Hier geht es um Bestrafung von Frauenhändlern, Pädophilen, Drogenhandel, ETA-Terrorismus und vielem mehr. Dabei spürt man wie gefühllos selbst Marta handelt,  schließlich hat sie nichts mehr zu verlieren und umso brutaler sorgt sie für ihre eigene Gerechtigkeit für Andere. Ein schaurig brutaler Thriller, eine Frau die selbst zur Serienkillerin wird, was ja eigentlich eine Seltenheit ist. Ist es Recht auf diesem Wege für Gerechtigkeit zu sorgen und selbst jedes Recht zur Nichte zu machen, weil man nichts mehr zu verlieren hat? Wer von uns würde so handeln,  wenn er erfahren würde,  dass er bald stirbt? Ein Buch dass sich wie ein Drehbuch lesen lässt, filmreif, spannend und atemraubend. Das Cover ist im Gegensatz zum Inhalt sehr mild gewählt und der Titel der Gerechten wird bei dieser Brutalität in Frage gestellt. Ein hervorragendes Buch für Thriller-Fans.
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