WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst von Michael Meisheit

Michael Meisheit WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst

Eine unschuldige Frau wird zur Gejagten

Das Jobangebot klingt zu gut, um wahr zu sein: Tina soll für ein paar Wochen in einer Wohnung in London ein unauffälliges Leben führen und wird dafür großzügig bezahlt. Einziger Haken: Sie darf während der gesamten Zeit keinen Kontakt zu ihrem jetzigen Leben haben. Keine Anrufe, keine Mails, kein Social Media. Tina lässt sich darauf ein. Und anfangs scheint auch alles ganz harmlos. Doch dann findet sie heraus, wofür sie eingesetzt wird. Plötzlich ist sie ganz allein in einer unbekannten Stadt. Gejagt von einem Feind, der kein Erbarmen kennt. Und er hat seine Augen überall …

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Daniela Lungwitz-Mohamad

    Ich freue mich immer, wenn ich ein glückliches Händchen bewiesen habe und von dem neuem Lesefutter begeistert bin. Manchmal versprechen Leseprobe und Klappentext spannende Momente, die dann leider doch recht schnell abflachen. Oft liest sich ein Buch tatsächlich so super und hält auf jeden Fall, was es versprochen hat. „Watch“ passt in keine dieser Kategorien, es übertrifft komplett meine Erwartungen. Der Klappentext klingt zwar spannend, wird aber nicht ansatzweise der rasanten, abwechslungsreichen und phantastisch geschriebenen Story gerecht. Es laufen viele verschiedene Ereignisse parallel, die Orte wechseln, neue Personen tauchen auf. Dennoch wirkt alles geordnet, nichts wirr, Spannungsbögen werden gezogen, ohne, dass sie abflachen. Es gibt keinen Stillstand, man steht als Leser ständig unter Strom und wird wie in einem Strudel mitgezogen. Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe! Achtung, Spoiler! Christina Sieger, 30 Jahre alt, arbeitet als „Blaulichtreporterin“ in Köln, jagt jedem noch so kleinem Polizeieinsatz hinterher, um daraus eine reißende Story zu machen. Aber so richtig glücklich macht sie der Job nicht. Als auch noch ihr geliebter Vater stirbt, scheint eh alles andere fad und sinnlos zu sein. Er war ihr Halt, ihr Ein und Alles. Während sie versucht, erst einmal alles zu verdrängen und einfach weiter zu machen, wird sie von einer fremden Frau verfolgt, die ihr ein lukratives Jobangebot unterbreitet. Ein paar Wochen in London leben, ein schickes Appartement bewohnen, shoppen für lau und einfach das Leben genießen. Die Bezahlung liegt im fünfstelligen Bereich. Nur ihr altes Leben muss sie für diese Zeit auf Eis legen. Für Christina (Tina) klingt das wie ein 6er im Lotto. Die Erholung könnte sie gerade gut gebrauchen. Aber sie zögert. Wo ist der Haken? Im Prinzip steht die Person Tina im Mittelpunkt des Thrillers. Soviel kann man auch dem Klappentext entnehmen. Sie ist aber nur ein Glied in der langen Geschehnis-Kette. Ihr neues Jobangebot ist unweigerlich verknüpft mit Mitgliedern eines Berliner Clans, mit der Arbeit von Europol, mit Flucht, Verrat, Liebe, Gefahr und einem Menschen, der seit ihrer Kindheit einen großen Platz in ihrem Herzen hatte. Ja, hatte. Denn Tina hat großen Mist gebaut. Seitdem klafft an diesem Platz ein großes, schwarzes Loch. Der Autor Michael Meisheit schildert in diesem Buch, welche Folgen eine totale, lückenfreie Kameraüberwachung haben könnte. Absolut verständlich und gar nicht technisch beschreibt er, dass Überwachung Segen und Fluch zugleich sein kann. Was ich persönlich sehr sympathisch fand war, wie er das Thema Clan-Kriminalität anging. Fernsehberichte darüber gibt es ja häufig. Oft leider auch mit vielen Vorurteilen belegt und wenig aufklärend. Meisheit ging sehr behutsam vor. Ohne Straftaten zu beschönigen, ließ er immer wieder Vorurteile mit einfließen und nutzte die Figur des deutsch-arabischen Polizisten als Sprachrohr, um mit ironischen Kommentaren diese zu widerlegen. Die Beschreibung seiner Mimik war so plastisch formuliert, dass ich mir sein Augenrollen richtig gut vorstellen konnte. Für dieses Buch gibt es von mir 5 von 5 Leseherzchen ♥♥♥♥♥ und eine klare Leseempfehlung.
  • Von: Pharo72

    Tina fühlt sich verfolgt. Womit sie nicht rechnete, ist, dass ihr ein lukratives Jobangebot unterbreitet wird. Sie soll einige Wochen in London ein ganz normales Luxusleben führen, allerdings in dieser Zeit jeden Kontakt zu ihrem alten Leben abbrechen. Sie zögert, als jedoch ihr geliebter Vater stirbt, nimmt sie das Angebot überstürzt an, da auch der finanzielle Aspekt ihr keine Alternative lässt. Schon bald erkennt sie, wozu sie wirklich benutzt wird und sie wird gefährlich für ihre Auftraggeber. Eine gnadenlose Jagd beginnt, denn überall sind Kameras und mit Watch kann jeder ihrer Schritte nachvollzogen werden. Meine Meinung: Nachdem mir bereits der erste Thriller des Autors „Wir sehen dich sterben“ sehr gefallen hat, sprach mich auch der Klappentext dieses Buches an. Eine künstliche Intelligenz, die mittels Überwachungskameras in ganz Europa jeden deiner Schritte verfolgen kann – klingt auf jeden Fall spannend. Und nach einem Technik-Thriller. Dies ist er allerdings eher weniger und der Klappentext lässt auch nicht vermuten, dass es hier um einen kriminellen arabischen Clan und recht simple Motive geht. Wer eher nicht so gern von Politik, Terrorismus oder eben Clan-Kriminalität liest, sollte besser die Finger davon lassen. Mir hat der Einblick in die Arbeit von Europol, wenn auch größtenteils fiktiv, gut gefallen. Natürlich ist auch die Verfolgung von Tina sehr spannend dargestellt. Ihr Charakter selbst mutet manchmal extrem naiv, wenn nicht gar lebensmüde an. Die amourösen Verwicklungen haben mich nicht gestört. Seine Erfahrung im Filmgeschäft weiß der Autor auch in diesem Thriller wieder auszuspielen. Die rasante Story läuft wie ein Film ab, man kann kaum Atem schöpfen und ich könnte mir den Stoff auch sehr gut auf der Leinwand vorstellen. Das System Watch liegt wahrscheinlich nicht so weit in der Zukunft, wie man meinen möchte, schließlich findet Überwachung gerade in heutiger Zeit tagtäglich und oft ungewollt bereits statt. Ein zweischneidiges Schwert – sicher wichtig und sinnvoll in der Verbrechensbekämpfung, jedoch äußerst gefährlich, wenn das System unterwandert und zu eigenen Zwecken benutzt wird. Ein spannender Thriller im Clan-Milieu mit hohem Technikeinsatz und einer über sich hinauswachsenden Protagonistin.
  • Von: Edith N.

    Die Berliner Journalistin Christina „Tina“ Sieger, 30, hat ihr Leben bis jetzt noch nicht auf Reihe gekriegt. Sie lebt in einer schäbigen WG mit deutlich jüngeren Studenten und schlägt sich als „Blaulicht-Reporterin“ für eine Facebook-Seite durch. Ohne die finanziellen Zuwendungen ihres Vaters käme sie nicht über die Runden. Als der Vater unerwartet stirbt und Tina klar wird, dass sie nun aus Kostengründen zu ihrer Mutter ziehen muss, dreht sie durch. Ihr Vater war ihr Seelenverwandter, mit ihrer Mutter dagegen kommt sie nicht gut klar. Tina wartet nicht einmal die Beerdigung ab. Hals über Kopf nimmt sie das dubiose Jobangebot an, das ihr vor kurzem die Niederländerin Kim unterbreitet hat: „Sie müssen für einige Wochen eine Wohnung in London beziehen und dort leben. (…) Sie bekommen alles, was man zum Leben braucht, Taschengeld zum Ausgehen und Shoppen und als Lohn für die gesamte Zeit fünfzigtausend Euro. (…) Es hat nichts mit S*x zu tun.“ (Seite 25) Die Leser:innen können sich schnell zusammenreimen, womit Tinas mysteriöser Job wohl zusammenhängen dürfte: mit dem bahnbrechenden neuen Video-Überwachungsprogramm WATCH von Europol. Damit kann man Menschen im öffentlichen Raum nahezu lückenlos im Blick behalten. Der deutsch-libanesische Polizist Nael Bruck ist jetzt in Den Haag dafür zuständig, per WATCH ein Auge auf den kriminellen Taffa-Clan zu haben. Den kennt er besser als ihm lieb ist. Irgendwas planen die Taffas in London, so viel ist durchgesickert. Und so langsam kapiert auch Tina Sieger, mit wem sie sich für die 50.000,- Euro eingelassen hat - und wofür sie tatsächlich engagiert worden ist. Während Europol mit steigender Verwirrung die Vorgänge in London beobachtet, beginnt Journalistin Tina ihren Kontaktleuten neugierige Fragen zu stellen. Für ihre Auftraggeber wird sie damit zu einer Gefahr. Dass diese Leute nicht lange fackeln, wenn ihnen jemand in die Quere kommt, hätte sie sich eigentlich denken können. Wie weit sie gehen, um ihre Interessen zu wahren, merkt sie bald … Unterdessen hat man bei Europol entdeckt, dass Unbekannte bestimmte WATCH-Aufzeichnungen manipuliert haben. Alle Hinweise deuten auf die Taffas. Haben sie einen Maulwurf bei der Polizei? Und sind ihre Aktivitäten in London nur ein Ablenkungsmanöver? Aber wofür? Die Leser:innen bewegt hauptsächlich die Frage, wie Tina aus dieser Nummer wieder heil rauskommt. Selbst wenn ihr die Flucht gelingen sollte: Wie entgeht sie den allgegenwärtigen Kameras? Es gibt noch ordentlich Action, bis alle offenen Fragen geklärt sind. Das ist Popcorn-Kino in Buchform! Seit ich WATCH gelesen habe, betrachte ich Überwachungskamera mit einem gewissen Argwohn. Gut, dass sich der Autor dieses spezielle System nur zum Zweck der Spannung und Unterhaltung ausgedacht hat! Aber ist die Dystopie von heute nicht manchmal die Wahrheit von morgen? Die Heldin, Tina, war mir allerdings nicht besonders sympathisch. Mit ihren (Re-)Aktionen konnte ich mich einfach nicht identifizieren. (Trotzdem habe ich mit ihr mitgefiebert.) Daran, dass hier ein Mann aus der Sicht einer Frau schreibt, kann es nicht liegen. Das macht der Autor öfter und damit hatte ich bislang noch nie ein Problem. Aber das ist nicht schlimm: Es gibt ja noch weitere Personen in dem Roman, die als Identifikationsfiguren taugen. Ich bin kein ausgesprochener Fan von Thrillern, aber wenn Michael Meisheit noch weitere schreibt, gern auch mit einer Prise Science Fiction, bin ich gerne wieder als Leserin dabei. Und ich weiß schon, warum ich immer das Nachwort und die Danksagung lese: Die Story von der Luxuswohnung-Recherche ist zu klasse! :-D
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