Der Polizist von John Grisham

John Grisham Der Polizist

Kein Recht, keine Gnade: wenn der Mord an einem Polizisten eine Stadt spaltet

Jake Brigance, Held der Bestseller „Die Jury” und „Die Erbin”, ist zurück. Diesmal steht er als Pflichtverteidiger im Zentrum eines aufsehenerregenden Mordprozesses in Clanton, Mississippi. Sein Mandant Drew Gamble soll einen örtlichen Deputy umgebracht haben. Die Mehrheit von Clanton fordert lautstark einen kurzen Prozess und die Todesstrafe. Dabei ist Drew Gamble gerade einmal 16 Jahre alt. Jake Brigance arbeitet sich in den Fall ein und versteht schnell, dass er alles tun muss, um den Jungen zu retten. Auch wenn er in seinem Kampf für die Wahrheit nicht nur seine Karriere, sondern auch das Leben seiner Familie riskiert.

Jetzt bestellen

€ 12.00 [D]* inkl. MwSt. | € 12.40 [A]* | CHF 17.90 * (* empf. VK-Preis)

Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Lucy B. Kamp

    Ein Polizist sorgt für die Sicherheit der Menschen, für Ruhe und Ordnung. Was aber, wenn dieser Schutz ins Wanken gerät? Was, wenn der Polizist selbst Gefahr bringt? John Grisham erzählt von einem solchen Szenario. Der Polizist heißt Stu Kofer. Er ist dem Alkohol sehr zugewandt, obwohl dieser ihn leicht außer Kontrolle geraten lässt. Kofer neigt zu Gewaltausbrüchen. Seine Freundin Josie Gamble lebt mit ihren beiden Kindern mit ihm unter einem Dach. Sie ertragen die quälenden Stunden seiner Alkoholexzesse, weil sie endlich ein Dach über dem Kopf haben und zusammen sein können. Angst beherrscht ihre Gefühlswelt, obwohl Josie glaubt, damit umgehen zu können. In welcher Verfassung wird er nach Hause kommen? Stundenlanges und hoffnungsvolles Warten, es möge nicht so schlimm werden. Kofer hat nicht viel für Josies Kinder übrig, aber die Kinder gehören nun einmal zu seiner Freundin und so erträgt er sie in seinem Haus wohl oder übel. Wie ergeht es Kindern, die mit einer solch ständigen Bedrohung von Gewalt aufwachsen? Eines Nachts schlägt Stu Kofer im Suff in wilder Raserei Josie bewusstlos nieder. Die Kinder verstecken sich im oberen Stockwerk, hören den Streit, der in eine unheilvolle Stille mündet. Obwohl Kofer sie aufspürt, versucht sich ihnen zu nähern, können sie sich in ihrem Zimmer vor ihm verbarrikadieren. Der reichliche Alkoholgenuss lässt Kofer am Ende auf seinem Bett in den Schlaf fallen. Von Josie, ihrer Mutter, bekommen die Kinder keine Reaktion, was ungewöhnlich ist. In der Annahme, das Kofer schläft schauen sie nach ihrer Mutter, finden sie regungslos auf dem Küchenboden. Voller Panik sind sie nicht in der Lage zu erkennen, ob ihre Mutter noch lebt oder tot ist. Sie gehen vom Schlimmsten aus und rufen die Polizei um Hilfe, doch es dauert. Was wird passieren, wenn Kofer wieder aufwacht, bevor die Polizei anrückt? Der sechzehnjährige Junge, Drew, ist besonders besorgt. Was hat der Kerl nur mit seiner Mutter gemacht? In dieser Nacht erschießt er Kofer mit dessen Dienstwaffe. Wie nicht anders zu erwarten, nimmt die Polizei ihn fest. Immerhin hat er einen der ihren erschossen. Aus nächster Nähe. Wehrlos. Im Schlaf. Wer glaubt schon, dass der gute Stu Kofer ein Monster war. Immerhin war er ein guter Polizist. Hat Drew nun aus Notwehr gehandelt oder war es Mord? Welche Strafe ist angemessen? Immerhin hat sich das Ganze im Staate Mississippi abgespielt und dort kann die Todesstrafe verhängt werden. Die Fragen sind nicht so leicht zu beantworten, und es beginnt ein Kampf um Schuld, Verständnis für die Tat, um ein Strafmaß und die drohende Todesstrafe. Wo liegt die Wahrheit? Grisham wirft mit dieser Geschichte die Frage auf, wie Notwehr auszulegen ist. Welche Umstände können aus einem Jungen einen Mörder machen? Kann man die Tötung eines Menschen mit Verständnis nachvollziehen? Wie ist Schuld auszulegen? Wo und bei wem liegt die Schuld? Können nachvollziehbare Beweggründe eine Tat rechtfertigen? Was braucht es, damit niemals ein Mensch in eine solche Situation kommt? Welche Mitschuld kann ein Opfer haben und kann es überhaupt? Was verursacht wegschauen, was braucht es, um hinzusehen? Wie gefährlich ist Ignoranz? Wo liegt Gerechtigkeit, wenn jeder der beteiligten Personen Leid angetan wurde. Eine schwierige Frage, vor die Grisham einen alten Bekannten, und zwar die Figur Jake Brigance stellt und natürlich Leser und Leserinnen. Ob Brigance will oder nicht, er muss sich dieses Falles annehmen und gerät dabei selber in Gefahr. Ein spannender Roman, der eine interessante Geschichte aufblättert und viele gesellschaftliche Fragen aufwirft. John Grisham versteht es, seine Leser und Leserinnen auf eine interessante und spannende Reise mitzunehmen. Dabei bezieht er keine Stellung. Vielmehr gibt er jedem lesenden Menschen eine Menge Stoff auf den Weg, um diverse Themen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten zu können. Jeder und jede sollte sich selbst eine Meinung bilden. Dann darf gerne diskutiert werden.
  • Von: Mundolibris

    Be diesem Roman von John Grisham ist mir die Rezension wirklich schwergefallen. Denn ich habe das Buch aus der Perspektive des Fans und aus der Perspektive des Lesers gesehen der nur selten einen Grisham liest. Denn mir ist aufgefallen, dass das Buch wirklich sehr unterschiedlich gesehen werden könnte. Dem Fan wird das Buch wieder sehr gut gefallen, dagegen der Gelegenheitsleser wird es eher nicht so gut finden. Denn die „Langatmigkeit die dem Fan gut gefällt, kann der Gelegenheitsleser eher als störend ansehen. Das was da als Langatmig angesehen wird findet der Fans gerade gut und sieht es als detaillierte schreibe an. Für mich ist es das detaillierte, wenn auch manchmal zu detailliert, was mir an diesem Buch gut gefallen hat. Die Figuren sind wie üblich sehr fein gezeichnet und ich hatte sofort ein Bild von ihnen im Auge. Durch die Schön Ausarbeitung der Figuren wirken diese sehr lebendig und echt und man kann ihre Handlungen durchaus nachvollziehen. Gut auch die Schauplätze die dem Leser auch Bilder vor das innere Auge zaubern sodass es fast wirkt wie als würde ein Film vor dem inneren Auge ablaufen. Das Buch beginnt eher etwas gemächlich, nimmt aber recht schnell Fahrt auf. Und wie gewohnt endet das in einem tollen Finale. Allerdings wurde nicht alle Fragen schlüssig beantwortet, was für mich in der Bewertung doch einen kleinen Abzug gibt. Insgesamt komme ich hier auf gute 4 von 5 Sternen und dennoch eine Leseempfehlung!
  • Von: Linda liest

    Josie wartet nachts bereits im Wohnzimmer auf ihren Partner Stu, der regelmäßig sturzbetrunken und absolut gewalttätig nach Hause kommt. Währenddessen warten ihre beiden Kinder Kiera und Drew im Obergeschoss des Hauses, versteckt hinter verschlossener Tür. Als er dann kommt, läuft es so ab, wie so oft. Josie sieht sich Beschuldigungen und Schlägen ausgesetzt. Während sie bewusstlos auf dem Boden und Stu für ein Nickerchen im Bett liegt, trauen sich ihre Kinder aus ihrem Versteck. Aus Angst, dass ihre Mutter tot ist und vor weiterer Brutalität, beschließt Drew dem ein Ende zu machen. Er greift zur Waffe und drückt ab – Stu stirbt. Eine Familientragödie der Extraklasse. Josie und ihre beiden Kinder Kiera und Drew sind regelmäßig den Gewaltausbrüchen des Partners Stu Kofer, der ein angesehener Polizist im Ort ist, ausgesetzt. Immer, wenn er trinkt – was häufig vorkommt – neigt er dazu. Eines Abends eskaliert das Ganze und Josie’s Sohn Drew erschießt daraufhin Stu Kofer. Fortan geht es um den Pflichtverteidiger Jake Brigance, der alles unternimmt, um den 16-jährigen Drew zu retten, dem nachdem er die Waffe abgedrückt hat die Todessstrafe droht. Als Leser fiebert man den Geschehnissen mit. Der angesehene und mittlerweile tote Polizist auf der einen und die mittellose Familie, bestehend aus Josie und ihren beiden Kindern Drew und Kiera, auf der anderen Seite. Vorurteile, Klischees und Gewalt verpackt in einer mitreißenden sowie herzzerreißenden Anwaltsstory. Mich konnte das Buch ausgezeichnet unterhalten. Nichtsdestotrotz gab es einige Kapitel, die durchaus hätten prägnanter und kürzer formuliert werden können. Lange hat man das Gefühl auf einen Fortschritt in der Geschichte warten zu müssen, bis man dann am Ende etwas geknickt zurückbleibt, weil einen der Eindruck nicht loslässt, dass die Story nicht zu Ende erzählt ist. Ich bin ein Fan von Abschlüssen, vor allem in Büchern. Ich möchte, dass alles in sich rund ist. Doch das ist hier nicht der Fall. Vieles geht am Ende zwar auf, einige Fragen bleiben aber dennoch offen. Der im Zentrum der Handlung stehende Anwalt Jake Brigance, der dem einen oder anderen Leser vermutlich bereits aus „Die Jury“ oder „Die Erbin“ bekannt ist, war mir durchweg sympathisch. Insbesondere die Beziehung und der Umgang mit seiner Frau, mit der er alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam abstimmt, fand ich schön und passend. Viel zu oft fehlen mir in Büchern solche Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Umgang zwischen den Protagonisten. Insgesamt ein spannender Roman, der dem Leser Einblicke in die Anwaltsarbeit und die vielfach traurigen Schicksale und komplizierten Zusammenhänge liefert. Man merkt als Leser sofort, dass Grisham, der selbst viel Erfahrung als Anwalt und in der Politik hat, Ahnung hat, wovon er schreibt. Gerade deswegen macht es seine Werke, so auch dieses hier, so lesenswert. Ganz klare Leseempfehlung.
Mehr laden