Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden von Michel Bergmann

Michel Bergmann Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden

Du sollst nicht morden

Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat?

Jetzt bestellen

€ 14.99 [D]* inkl. MwSt. | € 15.50 [A]* | CHF 21.90 * (* empf. VK-Preis)

Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Vera_Liest

    In Zeiten wie diesen greife ich gerne zu leichten Büchern, die einen unterhalten und ein Lächeln auf die Lippen zaubern. „Der Rabbi und der Kommissar“ ist genau so ein Buch und hat mir in der letzten Woche viel Freude bereitet. Das Buch spielt in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt und beginnt damit, dass der Rabbi Henry Silberbaum zu einer toten Dame gebeten wird, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Doch irgendetwas stimmt nicht und die Zweifel, dass etwas mit unrechten Dingen zugegangen ist, sind gesäät. Das einzige Problem: er hat keine Beweise. Ein unterhaltsamer Kriminalroman der für mich vor allem mit dem jüdischen Humor punktet, viele Witze und Leichtigkeit in sich trägt und sympathische Charaktere etabliert. Das dies der erste Roman einer Serie ist und man die Charaktere auch in Zukunft verfolgen kann, freut mich sehr.
  • Von: buchmafia

    Eigentlich kann die Frankfurter Jüdin Ruth Axelrath sich nicht beklagen: Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes hat dieser ihr ein Vermögen hinterlassen, sodass sie sich auch mit 80 Jahren keine Sorgen um ihren Lebensstandard machen muss. Doch seit einiger Zeit ist sie misstrauisch. Ihr zweiter Mann, der Galerist Max Axelrath, betrügt sie doch nicht etwa? Glücklich ist Ruth jedenfalls nicht mehr. Deshalb beschließt sie, nach Israel auszuwandern und ihren Lebensabend bei ihrer Tochter und den geliebten Enkeln in Eilat zu verbringen. Dieser Tochter möchte sie irgendwann auch ihr Vermögen vererben, erzählt sie Rabbi Silberbaum, und eine Million an die jüdische Gemeinde Frankfurt spenden. Das hört der Rabbi doch gerne! Als Ruth Axelrath kurze Zeit später verstirbt, keimen argwöhnische Gedanken bei Henry Silberbaum auf. Die alte Dame saß doch noch vor ein paar Wochen quietschfidel in seinem Büro! Wollte sie etwa irgendjemand aus dem Weg schaffen, bevor sie ihr Testament ändert? Rabbi Silberbaum macht sich an die Ermittlungen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn einem keiner glauben will. Zeit, sich mit einem Polizisten anzufreunden. Der auserwählte Polizist hat nur leider anfangs gar kein Interesse daran, sich mit dem ermittlungswütigen Glaubenslehrer anzufreunden. Und schon gar nicht daran, einen stinknormalen Todesfall komplizierter zu machen, als er offensichtlich ist. Kann Henry Silberbaum Gerechtigkeit für Ruth Axelrath finden? ____________________________ „Du sollst nicht morden“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Michel Bergmann und gleichzeitig das erste Buch, das ich von ihm lese. Der Krimi selbst ist unterhaltsam und kurzweilig, ich habe ihn gerne gelesen. Die Charaktere konnte man sich gut vorstellen und ich mochte alle Protagonisten ganz gerne, allen voran natürlich Henry Silberbaum, der kein gewöhnlicher Rabbi, sondern ein schneidiger Mittdreißiger mit Smart und dem ein oder anderen Laster, ist. Besonders schön fand ich seine Chats mit der New Yorkerin Zoe, ich hoffe, wir erfahren in den nächsten Büchern mehr über sie. Ist das seine Freundin? I am intrigued. Außerdem hat mir gut gefallen, wie viel man über das jüdische Leben in Deutschland erfährt. Auch, dass so viel jiddisch im Text vorkommt, fand ich super. Hinten drin ist ein Glossar für alle jiddischen Gesprächsfetzen, aber es ist trotzdem spannend zu sehen, wie viel man auch so davon versteht. Das Buch ist durchsetzt mit jüdischem Humor und guten Witzen, welche vor allem durch die Authentizität leben (Bergmann ist selbst Jude). Der Kriminalfall selbst war nicht unglaublich spannend, aber die Ermittlerkombination aus dem charmanten Rabbi Silberbaum und dem kräftigeren deutschen Polizisten (Typ Currywurstbude) fand ich recht gelungen. Doch wie so oft gibt es auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. So finde ich zum einen die Art, wie der Autor Frauen schreibt, sehr unangenehm stereotyp. Alle sind sie wunderschön oder zickig, wenn nicht gar durchtrieben. Größtenteils bleiben sie in Nebenrollen, eine starke, ehrliche Frauenfigur fehlt dem Krimi. Außerdem (#redflag🚩) lässt Bergmann es sich nehmen, Künstler wie Woody Allen oder Roman Polanski zu verteidigen, alles natürlich durch den Blickwinkel seines Rabbiners. Da merkt man halt doch, wie der Autor zu Belästigung und Missbrauch steht. Schade! Ich werde trotzdem mal auf die weiteren Bände warten und hoffe, dass der Autor es schafft, die Defizite, die mir hier aufgefallen sind, etwas zu beheben. Ansonsten sehe ich nämlich wirklich großes Potential für die Reihe.
  • Von: Eliza

    Locker leicht erzählt und spannend kommt dieser Debütroman daher. Ich konnte mich schon nach wenigen Seiten mit Henry Silberbaum sehr gut identifizieren. Das Cover ist bunt gedruckt. Der Leser erkennt einen gezeichneten Fahrradfahrer, welcher einen Berg hinunterfährt. Hinter diesem mit kleinem Abstand folgt ein Hund. Der Klappentext gibt eine sehr gute Einführung in den aktuellen Fall, ohne zu viele Details zu verraten. In der Handlung geht es um den Rabbiner Henry Silberbaum, welcher vom Tod einer ihm bekannten wohlhabenden Dame erfährt. Schnell ist dieser sich sicher, dass dieser Tod keinen natürlichen Ursprung hat. Trotz der Vorbehalte von seinem Arbeitgeber, sowie den Bedenken der Polizei von Frankfurt ermittelt er auf „eigene Faust“ und stößt schon sehr bald auf sehr wichtige Indizien. Der Hauptdarsteller ist eine eigenbrötlerische, aber auf der anderen Seite auch weltgewandte Persönlichkeit. Er hat Humor und einen sehr großen Gerechtigkeitssinn. Seine Liebe für Krimis tut sein Übriges. Sehr schnell durschaut er die Machenschaften und beweist einen starken Charakter gegenüber allem Widerstand, welcher ihm im Zuge seiner Ermittlungen entgegenschlägt. Die wesentlichen Nebendarsteller der Geschichte sind Hauptkommissar Berking, Miriam Fajyner die Tochter des Mordopfers, Herr Axelrath der zweite Ehemann des Mordopfers, Frau Simon, eine Rechtsanwältin sowie Rafael Reichenberger, ein weiterer Rechtsanwalt. Mir hat am besten Hauptkommissar Berking gefallen. Am Anfang kommt dieser sehr mürrisch und menschlich unbeweglich daher. Im Laufe der Geschichte baut dieser immer mehr Vorbehalte gegenüber bestimmten Personen ab und entwickelt sich durchaus zu einer Bereicherung der Handlung. Der Aufbau der Handlung ist stringent und es sind keine Zeitsprünge vorhanden. Die Story spielt in der heutigen Zeit in Frankfurt am Main und ist somit sehr gut nachvollziehbar. Die Spannung der Geschichte entwickelt sich gleichmäßig und wird erst am Ende aufgelöst. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, humorvoll und dialogorientiert. Als Besonderheit der Erzählung sind mir die vielen jiddischen bzw. hebräischen Begriffe aufgefallen, welche am Ende des Romans sehr ausführlich in einem Glossar erläutert werden. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen und die Erzählung bekommt somit einen sehr guten „Na-Ost-Touch“. Der Leser taucht hinein in die jüdische Kultur und wird Zeuge von sehr detailreichen Besonderheiten. Ein Zitat aus dem Buch möchte ich in diesem Zusammenhang mal aufgreifen. Auf Seite 199 heißt es zum jüdischen Glauben: „Während alle Religionen eine auf dem Glauben begründete Weltauffassung diktieren und alle ihre Gläubigen gleichmachen wollen, ist das Judentum eher eine Lebensform, die sich weder nach innen noch nach außen angleicht, sondern sich bewusst unterscheiden will“. Dieser Satz lässt tief blicken und zeigt, dass gerade das Judentum eine Lebensphilosophie ist, welche man lebt, anstatt sie sich einfach wie einen Mantel überzustülpen. Der Roman richtet sich an alle Krimifreunde egal welchen Alters oder Geschlechtes. Das Fazit ist positiv. Lustig und spannend kommt dieser Auftakt daher. Ich kann diesen Krimi allen nur wärmstens ans Herz legen und freue mich bereits auf eine Fortsetzung. 8,5/10 P. Bitte beachten die Rezension geht erst am 09.01.2021 auf unserem Blog und unseren Social Media-Kanälen online.
Mehr laden