Nachmittage von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach Nachmittage

Nach »Kaffee und Zigaretten«: neue Erzählungen von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach erzählt von milden Frühsommermorgen, verregneten Nachmittagen und schwarzen Nächten. Seine Geschichten spielen in Berlin, Pamplona, Oslo, Tokio, Zürich, New York, Marrakesch, Taipeh und Wien. Es sind kurze Geschichten über die Dinge, die unser Leben verändern, über Zufälle, falsche Entscheidungen und die Flüchtigkeit des Glücks. Schirach erzählt von der Einsamkeit der Menschen, von der Kunst, der Literatur, dem Film und immer auch von der Liebe.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Patricia Nossol

    „Liebst du nicht einfach diese langen regnerischen Nachmittage in New Orleans, wenn eine Stunde nicht nur eine Stunde ist - sondern ein kleines Stück Ewigkeit, dass in deine Hände gefallen ist - und wer weiß, was man damit anfangen soll?“ — Tennessee Williams US-amerikanischer Schriftsteller 1911 - 1983 Ist mir mit „Nachmittage“ ein kleines Stück Ewigkeit in die Hände gefallen? Draußen regnet es gerade in Strömen. Ich lese und vergesse dabei die Zeit. Sechsundzwanzig kurze Geschichten, bei denen man oft nicht weiß, wo sie hinführen. Am Ende steht immer ein Aha- Erlebnis. Ferdinand von Schirach ist ein begnadeter Erzähler. Ich mag seine Gedankenspiele und fiebere jedem neuen Buch entgegen. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Strafverteidiger sind die früheren Werk vor allem auf juristische Themen bezogen. Seit „Kaffee und Zigaretten“ bekommen die Erzählungen autobiographische Züge. Mehr und mehr vermischt der Autor persönliches Erleben mit Alltagsgeschehen und lässt den Leser dichter an sich heran. Das gefällt mir. In seinem neuen Buch berichtet er vom Reisen und von Begegnungen in Berlin, Tokio, New York, Marrakech, Taipeh, Oslo, Pampola, Wien und Zürich. Es sind Texte, die an den Stil von Doris Dörrie erinnern. Jede einzelne Geschichte hat es in sich und regt zum Nachdenken an. Schirach schreibt über die Einsamkeit der Menschen, von der Flüchtigkeit des Glücks, von Zufällen, falschen Entscheidungen, von Kunst und von der Liebe. Es sind kurze Essays, die auf das Wesentliche beschränkt sind. Jede Pointe sitzt. Ich finde es faszinierend, wie man so viel Aussagekraft in so wenigen Zeilen integrieren kann. Schirach wird aus meiner Sicht literarisch immer ausgefeilter. Purer Lesegenuss! Das gebundene Buch ist elegant gestaltet und passt zu den vorangegangenen Werken. Wer noch ein Geschenk für liebe Freunde sucht… Um abschließend meine Leseempfehlung zu untermauern, möchte ich allen Interessierten ein Schmankerl aus dem Buch mit auf den Weg geben. „…Jetzt, dieser Moment, dieser Nachmittag, der nächste Morgen, der Blütenschimmer im Frühling, der Wind, der durch die Felder geht, die lautlose Schwüle im Hochsommer und dass nasse Laub auf den Straßen im Herbst - das alles bedeutet nichts ohne den anderen Menschen. Wir stehen nackt in dieser Welt, die Erde ist ein kaum sichtbarer blassblauer Punkt im All, die Natur ist kalt und feindlich. Aber wir sind Menschen, wir teilen diese Einsamkeit, sie ist es, die uns verbindet…“ (Auszug aus dem Buch)
  • Von: Die Bücherweltenbummlerin

    Nachmittage Manchmal braucht es Seiten über Seiten, um in einer Geschichte zu anzukommen. Manchmal nur ein paar Erzählungen, die von Menschen handeln. Von Orten. Von Geständnissen und Tragödien. Die von Begegnungen erzählen und einer Frau an einem Nachmittag. Und einer Sehnsucht nach dieser Frau. Manchmal braucht es nur einen Namen, um die Bilder einer fremden Biografie zu betrachten - Ferdinand von Schirach.
  • Von: nil_liest

    Ferdinand von Schirach hat mit ‚Kaffee und Zigaretten‘ eine sehr lesenswerte Zusammenstellung an Geschichten geschrieben. Der damals noch praktizierende Anwalt, ist heute mit seien 58 Jahren ein gefragter Schriftsteller, bekannt und immer gerne als Gast gesehen. Wer will auch seine eloquente manierliche Art missen wollen! Nun nach ‚Schuld‘, ‚Verbrechen‘, ‚Strafe‘ und wie sie nicht alle hießen, kommt nun eine Weiterführung seiner sehr persönlich geprägten Geschichten in ‚Nachmittage‘. Wobei die 175 Seiten eher wie Fragmente, Anekdoten, Schnipsel einer Vergangenheit wirken, die fiktionalisiert wurden. In 26 Abschnitte, manche gerade mal eine Seite lang, erzählt von Schirach uns melancholisch von der Welt durch die Augen eines Ich-Erzählers, den ich beim Lesen dem Autor gleichgesetzt habe. Er geht auf Begegnungen ein, verwebt sie. Hebt Orte und Personen in einen Rahmen und wie in Gewohnter Manier ist die Pointe, wenn man so sie so nennen dürfte meist anders als erwartet. Der Schreibstil auch ganz seiner treu geblieben, sachlich, klar auf den Punkt, reduziert und ausdrucksstark. Durch die kurze Textform ist es ein wahrlicher Lesegenuss und macht viel Freude ihm förmlich beim Denken zuzuschauen. Auch der unfassbare Reiseschatz aus denen er schöpft von Tokyo über Paris ist grandios. Und doch ist dieser Band ein wenig anders: Melancholisch wie eh und je, aber doch oft der Liebe zugewandt. Ich habe es gerne gelesen, aber der Aufschlag mit ‚Kaffee und Zigaretten‘ war noch besser. Auf jeden Fall verhilft von Schirach dem Stiefkind „Kurzgeschichte“ eindeutig mehr an Popularität zu gewinnen, was immer begrüßenswert ist!
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