Und dann gab's keines mehr von Agatha Christie

Agatha Christie Und dann gab's keines mehr

»Der verblüffendste Krimi, den Christie je schrieb!« The New York Times

Zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Kreisen bekommen eine Einladung, die sie auf eine abgeschiedene Insel lockt. Der Gastgeber bleibt unsichtbar. Erst als die Gesellschaft beim Dinner zusammensitzt, ertönt seine Stimme aus einem alten Grammophon und verheißt Unheil. Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode, während die Verbleibenden verzweifelt versuchen, den Mörder zu enttarnen ...

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: „Literaturwerkstatt- kreativ/ Blog“

    „Literaturwerkstatt- kreativ/ Blog“ stellt vor: „Und dann gab’s keines mehr“ (Hörbuch) von Agatha Christie Den meisten von Euch dürfte dieser Klassiker von Agatha Christie sicher auf die ein- oder andere Weise bekannt sein – als Buch, Film oder Hörbuch –, doch für die, die dieses Meisterwerk noch nicht kennen sollten, hier eine kurze Zusammenfassung. Zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Kreisen werden brieflich unter einem Vorwand auf eine kleine Insel vor der Küste Devons geladen. Die Insel ist allen aus der Presse bekannt; der Gastgeber, ein gewisser U. N. Owen, bleibt aber unsichtbar. Sie stellen fest, dass in jedem ihrer Zimmer über dem Kaminsims eine gerahmte Fassung eines bekannten Abzählreims hängt, in dessen Verlauf alle zehn Protagonisten ums Leben kommen. Als die Gesellschaft beim Dinner zusammensitzt, ertönt plötzlich eine Stimme aus einem alten Grammophon und verheißt eine unheilvolle Botschaft. „Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode, während die Verbleibenden verzweifelt versuchen, den Mörder zu enttarnen …“ Fazit: Agatha Christie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte „Und dann gab`s keines mehr“ ist ihr 26 veröffentlichter Kriminalroman und zugleich war es ihr größter Erfolg und mit über 100 Millionen eines der meistverkauften Bücher aller Zeiten. Der Krimi erschien zuerst im Vereinigten Königreich am 6. November 1939 unter dem Titel „Ten Little Niggers“. Die deutschen drei Übersetzungen trugen nacheinander die Titel „Letztes Weekend“, „Zehn kleine Negerlein“ und „Und dann gab`s keines mehr“. Der Kriminalroman wurde zudem mehrfach verfilmt. Das besondere an diesem Roman ist, dass es keinen Ermittler im eigentlichen Sinne gibt der den Fall löst, sondern wir Leser*innen werden in klassischer „Whodunit“ Manier aufgefordert das Rätsel zu lösen. Mit der kleinen, abgeschotteten Insel hat die Autorin natürlich einen sehr brisanten Ort gewählt, der bei mir auch gleich für eine sehr düstere atmosphärische Stimmung gesorgt hat. Der Krimi umfasst gerade mal vier Tage und einen etwas später liegenden Epilog. Hier zeigt die „Queen of Crime“ allumfassend was in ihr steckt. Sie schafft eine sehr spannende und absolut raffinierte Handlung mit einer sehr verblüffenden Auflösung. Für mich auf jeden Fall eines ihrer düstersten Bücher, denn zum Lachen war mir selten beim Hören dieses Krimis, aber dennoch eines ihrer absolut außergewöhnlichsten Bücher, das man mit den Krimis in denen „Hercule Poirot“ oder „Miss Marple“ mitspielen, überhaupt nicht vergleichen kann. Für mich ein absolut hervorragend konstruiertes Meisterwerk. Mit Matthias Matschke als Sprecher wurde eine sehr gute Wahl getroffen. Er hat mit seiner nuancenreichen und intensiven Stimme die einzelnen Protagonisten gut getroffen und wiedergegeben. Vor allem hat er für eine sehr intensive Spannung gesorgt, sodass ich das Hörspiel in einem Rutsch durch gehört habe. Ein wahres Meisterwerk von der „Queen of Crime“ und absolut empfehlenswert!
  • Von: Chridhe

    Soldier Island vor der Küste von Devon im Jahr 1939: Acht Menschen werden unter unterschiedlichem Vorwand in ein modernes Herrenhaus eingeladen – ein Teil angeblich von Bekannten oder ehemaligen Kameraden, andere von Mr. oder Mrs. Owen im Rahmen einer Anstellung oder eines Auftrags. Als sie dort eintreffen, fehlt von den Besitzern jedoch jede Spur. Versorgt werden die Gäste von dem ebenfalls erst kürzlich eingestellten Bedienstetenpaar Thomas und Ethel Rogers. Während sie am ersten Abend beim gemeinsamen Dinner sitzen und sich darüber wundern, dass die Gastgeber sich nicht blicken lassen und auch die angeblichen Freunde nicht vor Ort sind, legt Rogers im Nebenraum eine Schallplatte auf, auf der jeder Einzelne der Anwesenden eines Verbrechens an einer oder mehreren Personen beschuldigt wird; im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt der Leser dann die Details: - Dr. Edward Armstrong soll in angetrunkenem Zustand eine Frau operiert haben, die dann auf dem Operationstisch starb. - Die ältliche und tiefgläubige Emily Caroline Brent soll ihr Hausmädchen wegen einer Schwangerschaft entlassen haben, woraufhin diese ins Wasser ging. - Der Polizeibeamte William Henry Blore soll einen Meineid geschworen und damit einen Unschuldigen ins Zuchthaus gebracht haben, der wenig später starb. - Vera Elizabeth Claythorne soll als Kindermädchen ihrem Schützling erlaubt haben, zu einer kleinen Insel hinauszuschwimmen, wohlwissend, dass das Kind dies nicht schaffen würde. Sie hatte eine Affäre mit dessen Onkel und hoffte, dass ihr Geliebter nun zu Geld käme. - Philip Lombard soll in Afrika den Tod von 21 Stammesangehörigen verschuldet haben, indem er ihren gesamten Proviant an sich nahm, als sie sich im Busch verirrt hatten. - General John Gordon MacArthur soll den Liebhaber seiner Frau (einen seiner Untergebenen) im Ersten Weltkrieg auf ein Himmelfahrtskommando geschickt haben. - Anthony James Marston soll zwei Kinder überfahren haben. - Ethel und Thomas Rogers, die frisch eingestellten Bediensteten, sollen gemeinsam eine frühere Arbeitgeberin getötet haben, um diese zu beerben. - Richter Lawrence John Wargrave soll dafür gesorgt haben, dass eine Jury für einen Unschuldigen die Todesstrafe verhängt hat. Als wenig später die erste Person stirbt, glauben alle noch an einen Selbstmord. Beim zweiten Mord müssen sie jedoch erkennen, dass ihr Gastgeber – U. N. Owen (Unknown/Unbekannt) – es ernst meint. Verzweifelt suchen die Gäste nach einer Fluchtmöglichkeit. Doch es gibt kein Boot, das Fährschiff lässt sich nicht mehr blicken. Und als sie nach der Durchsuchung des Hauses und der Insel keine weitere Menschen finden, wird ihnen schon bald klar, dass der Mörder einer von ihnen sein muss. "Und dann gab’s keines mehr" ist einer der großen Klassiker von Agatha Christie. Weniger wahrscheinlich aufgrund von ausgefeilten Charakterisierungen (wobei diese für eine Erzählung trotzdem erstaunlich facettenreich sind!), sondern vielmehr aufgrund der Spannung. Zum einen entsteht schon bei der Einführung der handelnden Figuren eine gewisse Spannung. Während sie auf dem Weg zur Insel sind, gibt Christie einen kleinen Einblick in ihren Charakter und/oder vergangene Ereignisse, und der Leser ahnt: Da stimmt etwas nicht in ihrem Leben, in ihrer Vergangenheit. Und dieses Misstrauen wird sich später auch auf die anderen Hotelgäste übertragen, die ahnen: Falls Person X dieses oder jenes Verbrechen begangen haben sollte, warum sollte sie dann nicht auch der Mastermind hinter den Ereignissen auf Soldier Island sein? Zum anderen bezieht sich die wachsende Spannung natürlich darauf, welche Figur als Nächste auf welche an den Kinderreim angelehnte Todesmethode sterben wird. Und vor allem: Wie bewerkstelligt der Mörder dies, wo doch jeder ab einem bestimmten Zeitpunkt unter Beobachtung steht? Hier sind der Mörder bzw. Agatha Christie wirklich sehr kreativ. Ein weiteres großes Plus ist, dass es Christie gelingt, nicht nur bis zum Ende der Geschichte die Spannung immer mehr ansteigen zu lassen, sondern auch zu vermitteln, wie sehr die Paranoia und die Verzweiflung der einen oder anderen Figur zunehmen und wie sehr sich nun auch die gesellschaftliche Etikette in Luft auflöst, weil nun jede und jeder immer intensiver mit ihrer bzw. seiner Schuld konfrontiert wird. Denn der Gastgeber hat recht: Sie alle haben mit Absicht, durch Leichtsinn oder Pflichtvergessenheit den Tod anderer Menschen verursacht. Sie alle leugnen es zunächst, gestehen es später aber ein – und müssen gleichzeitig damit rechnen, dass einer ihrer Gegenüber sie nun richten wird. Dabei sterben die Einzelnen übrigens nicht in chronologischer Reihenfolge (also wann sie das Verbrechen begangen oder zumindest einen Tod verursacht haben), sondern in der Reihenfolge ihrer (subjektiv vom Täter beurteilten) Höhe der Schuld. Zum Hörbuch Gelesen wird die mir vorliegende Fassung von "Und dann gab’s keines mehr" von dem deutschen Schauspieler Matthias Matschke. Neben seinen zahlreichen Theaterengagements ist er auch im deutschen Fernsehen stets präsent, in Formaten wie „Sketch History“, „Pastewka“ und „Professor T.“. Er ist ebenfalls bekannt als Sprecher erfolgreicher Hörbücher. 2020 wurde er mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Für den Hörverlag hat Matthias Matschke u. a. Charlie und die Schokoladenfabrik von Roald Dahl gelesen. Matschke schlüpft in "Und dann gab’s keines mehr" durch die Variation von Sprechweise oder Tonhöhe in die unterschiedlichsten Figuren. Dabei nimmt man ihm jede der vielfältigen Figuren und ihren jeweiligen Charakter ab, ob das nun die Distanziertheit des Butlers Rogers ist, die emotionale Kühle einer Emily Brent, die Abgeklärtheit eines ehemaligen Militärs oder die Verzweiflung eines Kindermädchens. Es gelingt ihm, dafür zu sorgen, dass die Emotionen der einzelnen Figuren wirklich glaubwürdig vermittelt werden. Der spannungsgeladenen Atmosphäre kann man sich kaum entziehen. Wenn man denn die Geschwindigkeit ein wenig erhöht – mir war die ursprüngliche Lesegeschwindigkeit ein wenig zu langsam. Mein Fazit Das leider mal wieder gekürzte Hörbuch ist ein echtes Hörvergnügen, das zum Miträtseln einlädt, eben ein klassischer Whodunit: ein isolierter Ort, eine überschaubare Anzahl handelnder Figuren, keine Möglichkeit zur Flucht oder zum heimlichen Eindringen von außen, und trotzdem ereignen sich diverse Morde. Wie kann das sein? Die Auflösung ist – für jemanden, der die Geschichte noch nicht kennt – durchaus eine große Herausforderung und ein echter zeitloser Ratespaß! Ich bin mit einer ganzen Reihe von Verfilmungen vertraut und habe das Buch auch bereits zweimal gelesen (weiß also, wer der Mörder bzw. die Mörderin ist). Dennoch kann ich mich der zunehmenden Spannung und dem gewissen Gruselfaktor nicht entziehen. Dieses Buch ist ein zeitloser Klassiker, der auch nach weit über 80 Jahren nichts von seinem „Charme“ verloren hat!