Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell

Kate Elizabeth Russell Meine dunkle Vanessa

Brillant und verstörend! Ein brandaktueller Roman, der mitten ins Herz der #MeToo-Debatte trifft

Vanessa ist gerade fünfzehn, als sie das erste Mal mit ihrem Englisch-Lehrer schläft. Jacob Strane ist der einzige Mensch, der sie wirklich versteht. Und Vanessa ist sich sicher: Es ist Liebe. Alles geschieht mit ihrem Einverständnis. Fast zwanzig Jahre später wird Strane von einer anderen ehemaligen Schülerin wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Taylor kontaktiert Vanessa und bittet sie um Unterstützung. Das zwingt Vanessa zu einer erbarmungslosen Entscheidung: Stillschweigen bewahren oder ihrer Beziehung zu Strane auf den Grund gehen. Doch kann es ihr wirklich gelingen, ihre eigene Geschichte umzudeuten – war auch sie nur Stranes Opfer?

»Meine dunkle Vanessa« ist ein brillanter Roman über all die Widersprüche, die unsere Beziehungen prägen, ein Roman, der alle Gewissheiten erschüttert und uns spüren lässt, wie schwierig es ist, klare Grenzen zu ziehen. Verstörend und unvergesslich!

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Endlose Seiten

    Kein Buch hat in letzter Zeit so viele Emotionen in mir hervorgerufen wie »Meine dunkle Vanessa« von Kate Elizabeth Russell. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn in dem Roman geht es um grooming und sexuellen Missbrauch. Und als ob das nicht schon unerträglich genug wäre, redet sich die missbrauchte Protagonistin ein, das, was ihr als 15-jähriges Mädchen passiert ist, sei kein Missbrauch, sondern Liebe gewesen. Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitlinien, die sich ständig abwechseln. In der ersten Zeitlinie befinden wir uns in der Gegenwart, im Jahr 2017, als Protagonistin Vanessa Wye Anfang 30 ist. Hier zeigt die Autorin, was aus Vanessa wurde und wie die schrecklichen Ereignisse, die ihr als junges Mädchen passiert sind, ihr Leben geprägt haben. Die zweite Zeitlinie umschließt eine Zeitspanne vom Jahr 2000 bis 2007. Dies ist der Zeitraum, indem das Unheil seinen Lauf annimmt und wie Vanessa sich dadurch verändert. Beide Zeitlinien ermöglichen den Lesern und Leserinnen eine gute Gegenüberstellung von Gegenwart und Vergangenheit. Der Schreibstil der Autorin ist derart authentisch, dass ich den Eindruck hatte, Vanessa sei eine reale Person. Der Text wühlt auf und sorgt für verschiedene Emotionen, sodass man nicht anders kann, als zu glauben, dass sie nur von jemanden stammen können, dem alles genauso in Wirklichkeit passiert ist. Ich konnte die Geschehnisse, die Vanessa passiert sind, nur mit Mühe ertragen, bei manchen Szenen kam mir die Galle hoch. Noch erschreckender ist aber die Tatsache, dass das, was Vanessa durchmachen muss, tagtäglich überall auf der Welt geschieht. Auch wenn die Thematik alles andere als einfach ist, konnte ich nicht aufhören, diesen Roman zu lesen. Ab und zu musste ich das Buch zwar zur Seite legen, um das Gelesene zu verdauen, aber es gab keine Stellen, die sich gezogen hätten oder sonst irgendwie fehl am Platz wären. Besonders herausfordernd sind die Szenen mit Vanessa und Strane, weil Strane einfach abartig ist. Anders kann ich ihn nicht beschreiben. Er manipuliert Vanessa und treibt mit ihr seine Psychospielchen. Dabei handelt er stets kalkuliert und präzise. Es ist einfach unglaublich, wie er mehrere Jahre lang unbemerkt mit allem durchkommt. Vielleicht ist Strane aber auch ein Indiz dafür, dass der Gesellschaft vieles einfach egal ist. Es gibt einige Momente, in denen verschiedene Personen eine Gelegenheit hatten, etwas zu unternehmen, es aber doch nicht getan haben, aus welchen Gründen auch immer. Auch wenn Vanessa die Leidtragende ist, ist es mit ihr etwas komplizierter, als es auf den ersten Blick aussieht. Als sie das erste Mal Strane begegnet, hat Vanessa es nicht einfach. Sie hat keine Freunde, mit ihren Eltern scheint sie auch nicht gerade verbunden zu sein und sie ist sehr labil. Es dauert nicht lange, bis Strane das erkennt und es anschließend ausnutzt. Ab da ist Vanessa wie eine Fliege, die im Netz einer Spinne feststecken bleibt und nie wieder herauskommt. Ab hier wird es prekär, denn Vanessa erkennt nicht, in welcher Lage sie sich befindet und dass sie dringend Hilfe braucht. Im Gegenteil, sie redet sich ein, sie habe die Kontrolle über Strane und nicht umgekehrt. Manchmal verteidigt sie Strane sogar, was mir die Haare zu Berge stehen ließ. Fazit »Meine dunkle Vanessa« von Kate Elizabeth Russell zeigt auf schonungslose Art und Weise, dass man vor Menschen wie Strane, nirgendwo sicher sein kann. Auch wenn ich dieses Buch als lesenswert empfinde, sollte letztendlich jeder selbst entscheiden, ob er sich mit diesem schwierigen Thema auseinandersetzen will, denn es erfordert starke Nerven.
  • Von: Lupina15

    „Meine Dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russell ist ein erschreckender und aufwühlender Roman und definitiv keine leichte Lektüre. Ich musste das Buch oft zur Seite legen, bevor ich weiterlesen konnte. Russell schreibt über eine Frau, die im Alter von fünfzehn Jahren von ihrem Englischlehrer vergewaltigt wurde und mit diesem bis ins Alter von 32 eine Art Beziehung aufrecht erhält. Er ist fast dreißig Jahre älter als Vanessa. Es ist beklemmend, im Kopf von Vanessa zu sein. Die Kapitel wechseln sich ab, spielen zu verschiedenen Zeiten. Man erlebt, wie alles begann, wie Vanessa heute ist und was zwischendurch geschah. Man merkt schnell, dass sie die Geschehnisse nie verarbeiten konnte, sie zu etwas Positivem verdreht hat und auf keinen Fall die Opferrolle einnehmen möchte. Die große, bedrückende Frage lautet: Ist man ein Opfer, wenn man es selbst wollte? Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht. Man wird als Leser permanent herausgefordert, sich eine Meinung zu bilden.  Strane, der Englischlehrer, ist manipulativ und eindeutig der Täter, auch wenn er sich selbst liebend gern in der Opferrolle sieht. Es ist beinahe unerträglich zu lesen, wie er Vanessa die Schuld zuschiebt, sich selbst von allem frei spricht und Tatsachen verdreht und so lange wiederholt, bis sie ihm glaubt.  Die Autorin lässt viel Freiraum, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Sie gibt Denkanstöße, sowohl dem Leser als auch Vanessa, die sich in einer Therapie öffnet. Russell spricht kein Urteil aus, kein großes richtig oder falsch, was ich sehr interessant fand. Sie zeigt auf, wie komplex der Sachverhalt ist und wie kaputt es Vanessa gemacht hat. Das Thema sexuelle Gewalt wird mit viel Sensibilität behandelt, doch der Roman ist natürlich nichts für schwache Nerven. Stranes Verhalten ist durch und durch falsch, das wird deutlich und klar herausgestellt. Ein aktueller Bezug wird auch herausgestellt und es gibt so viel Stoff zum Nachdenken. Dieser Roman ist dunkel, man dringt tief in die Gedanken einer Person ein, die schrecklichen Missbrauch erlebt hat und nie davon loskommt. Er ist aber auch einfühlsam und berührend, schildert nüchtern Dinge, die schwer in Worte zu fassen sind.  „Meine Dunkle Vanessa“ ist eine zutiefst bewegende und aufwühlende Lektüre, die man nicht so leicht verarbeitet
  • Von: Sina L.

    Dieses Buch ist einfach nur unglaublich. Es geht hier um unsere Protagonisten Vanessa, diese besucht im Alter von 15 Jahren ein privates Internat, wo sie auf Ihren Lehrer Mr Strane trifft. Dieser nähert sich mit der Zeit immer mehr an Vanessa an, bis es zwischen den beiden intim wird, dies passiert nicht ganz einvernehmlich, da sich Vanessa dazu gezwungen fühlt. Die Affäre der beiden spitzt sich zu, bis Vanessa durch Mr Stranes Hand die Schule verlassen muss. Später erzählt Vanessa von Ihrem aktuellen Leben und Ihrer Abhängigkeit des Lehrers. Dieses Buch verdeutlicht wie schnell es gehen kann eine Person an sich zu binden. Mr Strane bindet Vanessa an sich und macht sie von ihm abhängig, ohne das sie es merkt.Er manipuliert sie und redet ihr ein schlechtes Gewissen ein, sodass sie Dinge mit sich machen lässt, die sie eigentlich gar nicht möchte und das trotz ihrer hohen Intelligenz. Diese Abhängigkeit wird in dem ganzen Roman immer wieder thematisiert, da Vanessa sich nie ganz davon lösen kann. Sie tut die Geschehnisse und Misshandlung ab, indem sie dies runterspielt und darstellt, als hätte sie es auch gewollt. Der Schreibstil ist unfassbar gut und lässt einen an einigen Stellen schlucken. Es wurde sehr realitätsnah geschrieben und an einigen Stellen werden Situationen so bildlich geschrieben, dass es mir vor Ekel schwer gefallen ist diese zu lesen. Das Buch stellt die Probleme so gut und anschaulich da, dass sich sehr gut nachvollziehen lässt, wie es zu solchen Situationen kommen kann. Der Roman ist eine ganz große Leseempfehlung , aber bitte lest zuerst die Triggerwarnungen und sorgt dafür, dass ihr gegebenenfalls mit jemandem reden könnt.
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