Sea Change - Eindrücke einer bedrohten Schönheit von Craig Foster, Ross Frylinck

Craig Foster, Ross Frylinck Sea Change - Eindrücke einer bedrohten Schönheit

Wenn Craig Foster ausgebrannt ist, tut er das, was er als Kind schon getan hat: Er schwimmt und taucht vor der Küste Südafrikas – ohne Tauchausrüstung, tief in den Unterwasserwäldern des Atlantiks. Bei seinen Ausflügen beginnt er, den Wald zu kartografieren und stößt auf eine Oktopusdame, die ihn mindestens so spannend findet, wie er sie. Von ihr lernt Foster nicht nur viel über Oktopusse und das fragile Ökosystem des Tangwalds, er lernt auch sehr viel über sich. In »Sea Change« zeigen uns Foster und sein Tauchfreund Ross Frylinck, weshalb es unser aller Rettung sein kann, wieder in eine echte Verbindung zur Natur zu treten. »Sea Change« ist ein atemberaubender Bildband mit klugen Texten über das Ökosystem unter Wasser, dessen Gesundheit unsere Rolle auf diesem Planeten bestimmt.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Myriade

    Beim Salzburger Mosaik Verlag, der zur Randomhouse-Gruppe gehört, gibt es Vielfältiges zu entdecken und nicht zuletzt diesen umwerfenden Bildband. Vorausgeschickt: die Fotos sind eine wahre Augenweide, man wird richtig hineingezogen in diese fantastische Wasserwelt. Ebenso vorausgeschickt: es gibt auch einen Film zu diesem Projekt. Unter „Mein Lehrer der Krake“ findet man ihn leicht, es gibt ihn aber auch bei Netflix. Er ist sehr sehenswert. Die beiden Autoren zeigen fantastische Makros von sehr vielen Bewohnern – tierischen und pflanzlichen – der Tangwälder an der südafrikanischen Westküste vom Kap der Guten Hoffnung bis zum Kap Agulhas. Wegen meines großen Interesses für Oktopusse begeistern mich besonders die Portraits der Kraken. Diese faszinierenden bunten Strukturen, der Blick in ihre Augen aus größter Nähe! Ich liebe diese Darstellungen, bei denen man die Strukturen der Haut und sonstiger Organe genau sieht. Viele dieser Fotos haben Qualitäten von abstrakten Gemälden. Aus meiner Sicht rund um die Fotos gibt es auch Text. Man kann es natürlich auch so sehen, dass der Text von den Fotos illustriert wird. Es ging Craig Foster und Ross Frylink jedem für sich um das Eintauchen in eine äußere faszinierende Welt ebenso wie um das Tauchen in die eigene Psyche und Vergangenheit. Beide sind gerade ein paar Meter von der Küste und den Tangwäldern aufgewachsen und haben sehr früh zu tauchen begonnen. Auch die Texte sind ein Eintauchen in eine fremde, faszinierende Welt mit Bewohnern, die die unglaublichsten Eigenschaften und Fähigkeiten haben. „Ich war überwältigt als ich zum ersten Mal in das Auge eines Gestreiften Katzenhais blickte und sich darin ein ganz anderes Universum spiegelte. Der Hai sammelt Aragonit (eine Kristallform von Calciumcarbonat) aus dem Meerwasser und baut daraus auf der Rückseite seines Auges einen glänzenden Spiegel auf. dies befähigt ihn, in dem dunklen Wald das schwache Mondlicht zu verstärken und sich nachts zu orientieren. Er sieht bei schwachem Licht zehnmal besser als ich“ S 44 Bei den Tauchgängen, den Reisen ins Abenteuer, lebt Craig Foster seine eigene Theorie über die Verbindung des Menschen zur Natur. „Wir sind überaus anpassungsfähig, aber unser frühes evolutionäres Erbe taucht immer wieder in unserem Seelenleben auf. Wir sehnen uns nach unseren Wurzeln in der Wildnis. Wenn wir sie nicht nähren, fühlen wir uns entfremdet, nicht mit uns selbst in Einklang. Wir fühlen uns gespalten, als verlorene Wesen, die sich in einem immer enger werdendem Kreis des Wahnsinns drehen. Jeder Schritt zurück zu unserer Quelle, zu unserem Ursprung, bringt uns jener positiven Kraft näher, die man Liebe nennen könnte. Die Wildnis lebt als ein Archetypus in den Tiefen unserer Seele fort. Diese Prägung lässt sich nicht auslöschen.“ S 90 Auch für das in der Kalahari lebende Volk der San und ihre Felsmalereien interessieren sich die beiden Autoren und integrieren deren Kunst und Kultur in ihre Betrachtungen über das Verhältnis von Mensch und Natur. Es gibt daher in dem Buch auch einige Fotos von solchen Felsmalereien. Die nicht ganz einfachen Lebensgeschichten der beiden Autoren werden ebenfalls in die Begegnungen mit den Meereslebewesen verwoben. Am meisten beeindruckt hat mich die Begegnung zwischen Mensch und Krake. Foster schildert seine Freundschaft mit einem Krakenweibchen und es kommt kein Zweifel auf, dass es sich um eine Beziehung handelt, die man als Freundschaft zwischen zwei Species bezeichnen kann. Besonders eindrucksvoll kann man im Film sehen, wie die beiden einander berühren, ja geradezu miteinander kuscheln. Der wissenschaftliche Zugang zum Meer wird in einem Vorwort von dem Meeresbiologen Jannes Landschoff vertreten, der auch mit Foster und Frylinck im Rahmen des Sea Change Projekts taucht und in einer Einleitung von Jane Goodall, die meint, (…) dass Menschen tiefe und starke Beziehungen zu vielen verschiedenen Lebensformen aufbauen können S11 Dass Sea Change Projekt entwickelt sich offenbar prächtig: In dieser Gruppe der „Waldfans“ sind alle Altersgruppen vertreten – von 15 bis 75 – über Generationen hinweg sind Freundschaften entstanden, miteinander verflochten durch die Kraft des Meeres. Dieses gemeinsame Interesse daran, Geschichten zu erzählen und sich über Flora und Fauna auszutauschen, steht im Zentrum der ursprünglichen Naturerfahrung des Menschen, und es verbindet den Menschen mit der Wildnis und die Wildnis mit dem Menschen“ S 329
  • Von: StMoonlight

    Besonders im Sommer sehen sich viele nach dem Meer. Doch einige Einblicke bleiben den meisten verborgen: Die INS Meer. Glücklicherweise gibt es für alle, die nicht selbst abtauchen, dieses Buch: Sea Change - Eindrücke einer bedrohten Schönheit Die Leserin begleitet Craig und Ross, zwei Freude, bei Tauchgängen vor der Küste Südafrikas. An Ausrüstung haben Sie nur das Nötigste dabei, aber immer auch eine Kamera - und mit dieser haben Sie die Schönheit des Ökosystems Meer dokumentiert. Unglaublich faszinierend ist es die Entwicklung der Haie (von der Eihülle bis hin zur Geburt) in einer Art Fotoserie zu begleiten. Ebenfalls toll: Craigs "Freundschaft" mit einem Kraken - in freier Natur! Neben den atemberaubenden Fotos gibt es kurze und knackige Beschreibungen, aber auch etwas längere, persönliche, Eindrücke. Beides ist sehr lesenswert. Spätestens nach der Lektüre wird klar, dass das Ökosystem Meer sehr empfindlich ist und in jedem Fall erhalten bleiben muss ...
  • Von: Moira.cuja

    Sea Change von Craig Foster und Ross Frylinck ist derzeit so ein Buch, weil es mir unglaublich gut gefallen hat. Übersetzt von Thorsten Schmidt und von den Machern der Doku "Mein Lehrer, der Krake", auch die hat mir bereits sehr gut gefallen. Ich hatte eine Phase in der ich alles mögliche an Dokus verschlungen habe, vorallem auch zum Einschlafen. Mein Lehrer, der Krake, habe ich mir damals gleich mehrfach angesehen. Umso mehr hab ich mich natürlich gefreut dieses Buch als Rezensionsexemplar vom @bloggerportal zur Verfügung gestellt zu kriegen. Ich hab mir richtig Zeit genommen es zu lesen. Die Bildgewalt genossen. Die kleinen Anekdoten, die die dahintersteckende Wissenschaft und Forschungsarbeit sehr vermenschlichen. Die Schönheit des Bandes lässt die Moralkeule etwas weniger brutal wirken, obwohl wir uns natürlich viel mehr um unsere Umwelt und unser Klima kümmern sollten, als wir es tun. Ich kann diesen Bildband wirklich absolut uneingeschränkt empfehlen. Kauft ihn euch, verschenkt ihn an andere.
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