Der Plan zur Rettung der Welt von Nick Fuller Googins

Nick Fuller Googins Der Plan zur Rettung der Welt

Nach gewaltigen Katastrophen ist die Menschheit seit 15 Jahren klimaneutral. Der Weg dahin war hart: zahllose Tierarten sind ausgestorben, die menschlichen Opfer gehen in die Millionen. Emi kennt diese Zeit nur aus den Erzählungen ihrer Eltern, die als freiwillige Helfer Übermenschliches geleistet haben. Als bei den großen Paraden zu ihren Ehren auf der ganzen Welt Bombenattentate auf Politiker verübt werden, kommen Emi und ihr Vater Larch nur knapp mit dem Leben davon. Kurz darauf steht die Polizei vor ihrer Tür: Emis Mutter Kristina soll für den Anschlag verantwortlich sein. Emi und Larch machen sich auf die Suche nach ihr – eine Reise, die sie von Grönland nach New York und weiter über eine neue, fremde, grüne Welt führen wird …

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Seite 101

    Ich gestehe, ich mag rosa. Deswegen widmete ich mich eigentlich nur dem Klappentext. Und was ich las, überzeugte mich. Endlich mal wieder eine Dystopie. Der große Feiertag Tag Null Emi wächst in einer Welt auf, die nach einer gewaltigen Klimakatastrophe alles ändern musste. Wie das Leben vor Tag Null war, das kennt Emi nur aus Erzählungen. Ihre Eltern jedoch haben alles miterlebt. Die Katastrophe, den Wiederaufbau, das Umdenken. Vor allem Emis Mutter erzählt voller Leidenschaft davon, wie sie sich für den Klimaschutz einsetzt und sie betont immer wieder, dass noch lange nicht genug getan wird. Emis Mutter bricht kurz vor dem großen Feiertag „Tag Null“ zu einem weiteren Freiwilligendienst auf. Sie feiert diesen Tag sowieso nicht. Das ist die Chance für Emi und ihren Vater, diesen Feiertag endlich mal mit Parade und Feuerwerk zu erleben. Trotz Warnungen von Mutter Kristina brechen Vater Larch und Emi zu den Feierlichkeiten auf. Und dort werden sie Opfer eines Anschlags. Wie durch ein Wunder kommen Larch und Emi unversehrt davon. Kurz darauf taucht jedoch die Polizei vor ihrer Tür auf. Mutter Kristina wird beschuldigt, eine der Täter dieses Anschlags gewesen zu sein. Emi und Larch beschließen, Kristina zu suchen, um die Wahrheit zu erfahren. So nah, dass es fast wahr sein könnte Ich liebe das Wordbuilding des Autors sehr. Er zeichnet eine Zukunftsvision, nicht weit weg von unserer, die sich zwar fortschrittlich und verändert anfühlt, jedoch nicht fremd. Das gelingt Nick Fuller Googins mit bekannten Songs, die nun natürlich als Oldies gelten, mit „Mama Greta“, unsere heutige Greta T., die in der zukünftigen Welt einen hohen Stellenwert einnimmt und so manche Rückblende in die Zeit vor Tag Null ein lebendiges Bild einer wahrscheinlichen Zukunft zu skizzieren. So findet man sich schnell zurecht und erahnt schnell, was geschehen ist. Eine gute Dystopie, die ich mir jedoch vorstellen kann. Nichts entspringt so wirklich der Fantasie. Der Autor nimmt heutige Fakten und spinnt sie einfach weiter. Das Problem mit den Satzzeichen Die Geschichte wird abwechselnd von Vater Larch und Tochter Emi erzählt. Sehr lebendig. Mit wörtlicher Rede. Und da fängt mein Problem an. Ich bin mir nicht so sicher, für was dieses Ausdrucksmittel stehen soll, aber der Auor hat konsequent die Anführungsstriche weggelassen, so dass es immer wieder schwer war, wörtliche Rede auf Anhieb zu erkennen. So wurden geführte Unterhaltungen oft schwer nachzuvollziehen für mich. Irgendwann gewöhnte man sich zwar daran, aber es trübte meinen Lesefluss doch gewaltig. Das ist wirklich schade. Eigentlich mag ich das Buch. Die Thematik ist spannend, der Aufbau hat einen gewissen Reiz, aber es haute mich durch das ständige Überlegen, wer wann was gesagt hat, regelmäßig aus der Handlung raus. So blieben Charakere flach. Was Satzzeichen alles können. Unglaublich. Aus diesem Grund gebe ich nur 4 Eselsöhrchen. Denn trotz gestörtem Lesefluss, bleibt die Story als solche gut und lesenswert. Und vielleicht kommt ihr damit ja besser klar als ich.
  • Von: Frau.Hase.liest

    Die Menschheit ist endlich klimaneutral – seit 15 Jahren. Der Preis hierfür: Ausgestorbene Tierarten und millionenfache Opfer. Die Jugendliche Emi kennt diese Zeit nur durch die Erzählung ihrer Eltern, die Übermenschliches im Rahmen von freiwilligem Helfertätigkeit vollbracht haben. Als bei den großen Paraden zu Ehren der Helfer weltweit Bombenattentate auf politische Persönlichkeiten verübt werden, kann Emi mit ihrem Vater Larch nur knapp fliegen. Kurz darauf steht die Polizei vor ihrer Tür, denn Emis Mutter Kristina scheint in den Anschlägen verwickelt zu sein. Die Suche nach Kristina beginnt und führt um die ganze Welt … --- Nick Fuller Googins erster Roman spiegelt eine von unzähligen Zukunftsmöglichkeiten wieder, jedoch ohne großartige Kritik, sondern fokussiert unter dem Deckmantel der Unterhaltung. Fokus ist die familiäre Beziehung bzw. die gemeinsame Reise, die Emi und Ihr Vater erleben und die daraus entstehenden Krisen und Konflikte. Gepaart mit den politischen Intrigen, Konflikten und Ausblicken auf die neue Zukunft schnürt Googins ein umfangreiches Paket an unterschiedlichen Storyelementen. Rückblicke auf Katastrophen, Klimaentwicklungen und die Geschichte zur Klimaneutralität bilden hierbei den notwendigen Rahmen. Das Buch „Der Plan zur Rettung der Menschheit“ besticht durch viele unterschiedliche Facetten und bricht mit der generellen Erwartungshaltung. So erinnert das rosa-fliederfarbene Cover mit seinen Pastelltönen auf den ersten Blick doch nicht direkt an Climate Fiction. Aber ein großes Manko gab es für mich dann doch beim Schreibstil: Die wörtliche Rede bzw. die direkte Rede entfallen. Auf Anführungszeichen wurde bewusst verzichtet um die unterschwellige Berichtsform aufrecht zu erhalten. Das kann erfrischend sein, hat mich aber bei den über 400-Seiten doch auf Dauer ermüdet. Ich hatte hier manchmal das Gefühl, dass die Emotionen der Charaktere dadurch abgeschwächt vermittelt wurden. In Kombination mit einzelnen Schriftstücken wie Briefe und Notizen wird dies noch zum Teil aufgelockert, jedoch blieb für mich der Bezug zu den Charakteren passagenweise für mich persönlich auf der Strecke. Erwähnungen von vermeintlicher Retromusik und Pop-Kultur wie die Songs von U2, oder Tailor Swift als vermeintlicher Oldie beleben den Einstieg in das Buch dagegen sehr. Ebenso tragen die unterschiedlichen Kapitelperspektiven von Emi und Larch dazu bei, dass die Geschichte mit differenzierten Schwerpunkten und Facetten betrachtet wird. Wer sich für das Thema bzw. Literatursparte Climate Fiction interessiert und mal einen Blick „über den Tellerrand“ werfen will auf ein mögliches Zukunftsszenario im Rahmen des Klimawandels und dem damit verbundenen Preis, für den könnte sich ein Griff zu „Der Plan zur Rettung der Welt“ lohnen.
  • Von: faanielibri

    In der Zukunftsvision, die Nick Fuller Googins in ‚Der Plan zur Rettung der Welt‘, übersetzt von Thomas Salter, spinnt, ist die Erde klimaneutral – nachdem ein zu hoher Preis bezahlt wurde. Millionen von Menschen sind während der Klimakrise gestorben, ganze Tierarten verschwunden. Und nun stellt sich die Frage: Hätte dieser Wendepunkt verhindert werden können? Und warum machen die Konzernbosse, Politiker, Monarchen und anderen Menschen in hohen und entscheidenden Positionen einfach weiter? Sie sind doch diejenigen, die Schuld daran sind, dass es so weit gekommen ist. Nun sitzen sie wieder in hohen Positionen, aber alles unter dem Deckmantel der Klimaneutralität. Sollten sie nicht dafür bezahlen, dass sie nichts getan und einfach zugesehen haben? Googins Geschichte hat mir gut gefallen, ich hatte aber eine etwas andere Richtung erwartet. Mehr zu Klima, Technologie und dem Leben der Menschen in dieser Zukunft. Das nimmt tatsächlich auch viel Raum ein, der Fokus liegt aber definitiv mehr auf den Charakteren und auf den Herausforderungen, denen sie als Familie gegenüberstehen. Auf Emi, deren Eltern freiwillige Helfer während des Übergangs zur Klimaneutralität waren und die nun in der geretteten Welt aufwachsen kann. Auf Larch, ihrem Vater, der seit dem Tag Null zufrieden ist mit dem Zustand, der erreicht wurde und der in Rückblicken den Weg dorthin beschreibt. Und auch auf Kristina, Emis Mutter, die mit diesem Zustand nicht zufrieden ist und ihrer Tochter immer wieder vorhält, wie einfach ihr Leben doch ist, da sie um nichts kämpfen muss. Googins Art zu erzählen, ist sehr speziell. Das liegt vor allem daran, dass direkte Rede einfach in den Textfluss integriert und nicht abgesetzt ist. Aber es klappt erstaunlich gut, Dialoge zu erkennen und zu verarbeiten. Dadurch wirkt die Erzählung unglaublich ruhig, selbst dramatische Ereignisse habe ich aber auch mit einer gewissen Distanz wahrgenommen. Die Zukunft die Googins entwirft, wirkt auf den ersten Blick erstrebenswert. Wenn man außer Acht lässt, wie dieser Zustand erreicht wurde. Doch selbst wenn die Menschheit nun klimaneutral lebt, ist die Erde weiterhin in Aufruhr. Stürme, Blizzards und Überschwemmungen sind Alltag für die Menschen. Vielleicht sollte man doch jetzt schon handeln, damit es nicht so weit kommt. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht und mir gezeigt, wie kurz wir vor 12 Uhr stehen. ‚Der Plan zur Rettung der Welt‘ ist ein durchaus gelungene Mischung aus Dystopie und Science Fiction und präsentiert eine Zukunft, die leider erschreckend real und unausweichlich scheint, sollten wir unser Verhalten nicht ändern. Die Familiengeschichte ist durchaus interessant und spannend erzählt und vor allem die Rückblicke Larchs zeigen, welche Anstrengungen seine Generation meistern musste, um den Status Quo zu erreichen. Allerdings hätte ich mir noch mehr Beschreibungen und Details zum Zustand der Menschheit, zur Technologie und zum Klima gewünscht. 4 Sterne.
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