Die Tage des Wals von Elizabeth O'Connor

Elizabeth O'Connor Die Tage des Wals

1938: Auf einer abgelegenen Insel vor der walisischen Küste träumt die achtzehnjährige Manod von einer Zukunft auf dem Festland. Als ein Wal strandet, ist er für die kleine Gemeinschaft von Fischern nicht nur ein schlechtes Omen, sondern spült auch Edward und Joan aus Oxford an, die auf der Insel ethnografische Studien betreiben möchten. Manod ist fasziniert von ihnen und wird, klug und zielstrebig wie sie ist, zu deren Übersetzerin und Gehilfin. Doch was als Zweckgemeinschaft begann, nimmt eine folgenreiche Wendung, als daraus eine Freundschaft wird, die aufgeladen ist mit Hoffnungen und Sehnsüchten.

Mit beispielloser Eleganz, Kraft und Poesie erzählt DIE TAGE DES WALS von einer jungen Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Franziska J

    1938: Die achtzehnjährige Manod lebt auf einer abgeschiedenen, dem Wetter und den Gezeiten ausgesetzten walisischen Insel und träumt von einem ganz anderen Leben. Als über Nacht ein Wal an der Küste strandet, wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die in Manod den Drang wecken, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die Insel zu verlassen. In ihrem Debütroman Die Tage des Wals (erschienen 2024 bei Blessing) erzählt Elizabeth O´Connor die kraftvolle Geschichte einer weiblichen Selbstbefreiung zu einer Zeit, in der die Lebenswege von Frauen qua ihres Geschlechts bereits vorherbestimmt waren. Mit der jungen Manod hat O´Connor eine beeindruckende und psychologisch hochinteressante Hauptprotagonistin geschaffen, die hin- und hergerissen ist zwischen den Pflichten, die sie innerhalb ihrer Familie übernehmen muss und dem Drang nach Wissen und einem selbstbestimmten Leben. Als zwei Ethnologen auf die Insel kommen, die ihren Wissensdurst und ihre hervorragenden Sprachkenntnisse bemerken, bieten diese ihr eine Stelle als Assistentin und Übersetzerin an, so dass Manods Neugierde weiter gefördert wird. Für welche Seite wird sie sich schließlich entscheiden: Die Tradition und ihre Familie oder ein Leben voller Wissen und Abenteuer auf dem Festland? Die Tage des Wals ist aber ein Roman, in dem es um so vieles mehr geht, als bloß um weibliche Selbstbestimmung. Ein wichtiges Thema ist auch das abgeschiedene Leben auf einer kleinen walisischen Insel, das geprägt ist durch das Auf und Ab der Gezeiten, durch alten Aberglaube und Mythen. Man merkt deutlich, dass die Autorin auch Lyrikerin ist: Schnörkellos, aber absolut poetisch erzählt, kann man die Einsamkeit der Insel förmlich fühlen. Gekonnt transportiert O´Connor eben diese Stimmung aus Einsamkeit und Melancholie, aber auch aus einer Zuversicht, die aus einem einfachen Leben erwächst, wie es die Menschen auf der Insel führen.
  • Von: Angela Busch

    Meine Meinung zum Buch: In über zweihundert Seiten entführt uns die junge Autorin in ihrem Debüt-Roman in das Jahr 1938 auf eine winzige Insel, gelegen vor der Walisischen Küste. Die Bewohner, hauptsächlich Fischer mit ihren Familien, führen ein karges, einfaches und oft gefährdetes Leben. Wer sich auf das Meer wagt setzt sein Leben aufs Spiel, denn kein Inselbewohner kann Schwimmen. Das war keine Besonderheit, sondern für die damalige Zeit ein übliches Phänomen. Das Meer, seine Wetterbedingungen und der alltägliche Fischfang bestimmen den Alltag. Eines Tages wird ein Wal an den Strand gespült und es beginnt eine aufregende Zeit für die Inselbewohner. Auch die junge 18 jährige Manod wird mit ihrer Familie von diesem Strudel erfasst. Sie beginnt als Übersetzerin des Gälischen Dialekts in die englische Sprache und gerät immer mehr unter den Einfluss von zwei Wissenschaftler*innen, die den Wal untersuchen sollen. Die Wissenschaftler*innen, ein Mann und eine Frau, berichten Manod immer mehr aus ihrem Forscher-Leben in England an der Universität und schüren in dem jungen Mädchen eine neue Sehnsucht nach Bildung und einem eigenständigen, selbstbestimmten Lernen und Leben. Alles erscheint ihr erstrebenswert und sie plant Neues für ihre Zukunft. Doch Enttäuschungen , auch menschlicher Art folgen und Manod macht bittere Erfahrungen,,,,,, Der Schreibstil der Autorin ist in relativ kurze Kapitel eingeteilt und besticht durch seine klare Einfachheit, die das mühselige und gefährliche Leben der Fischerei zur damaligen Zeit perfekt schildern. Es wird eine dichte atmosphärische Stimmung aufgebaut, die mit prosaähnlichen Beschreibungen der einsamen, schönen und naturnahen Insel wunderbar auflockert. Die kleine, fiktive Insel steht im Roman als Beispiel für die vielen Inseln der Gaeltacht vor Schottland, Irland und/oder inmitten des Atlantik gelegen. So erklärt es die Autorin mit irischen Wurzeln im Nachwort. Aus Erzählungen ihrer Familie konnte sie sehr viele Traditionen und Gebräuche in ihren Roman einfügen...... Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diesen stimmigen und wertvollen Roman aus einer vergangenen Zeit der Inselfischerei an der Westküste der irischen See und/oder des Atlantik.
  • Von: Mangen.Fou

    Das Leben auf der kleinen walisischen Insel ist entbehrungsreich. Versorgungsschiffe legen nur selten an, und die meisten Familien leben vom Fischfang. Viele ziehen weg, gerade die junge Generation sucht sich lieber Arbeit auf dem Festland. Viele Häuser sind aufgegeben und zerfallen, mehr als noch bewohnt werden. Auch der Hauptcharakter dieses Debütromans träumt 1938 von einer Zukunft auf dem Festland. Als ein Wal strandet, ist er für die kleine Gemeinschaft von Fischern nicht nur ein schlechtes Omen, sondern spült auch zwei Ethnolog*innen aus Oxford an, die auf der Insel Studien betreiben möchten und alles über das Inselleben und die Einheimischen erfahren möchten. Klug und zielstrebig, wie sie ist, wird unsere 18-jährige Protagonistin zu deren Übersetzerin, Gehilfin und vielleicht sogar Freundin. Die Handlung spiel in der Zeit des Wals: Zuerst versuchen einige Inselbewohner, den Wal zu retten, doch als das nicht gelingt, verendet das Tier am Strand. Die Zersetzung des Kadavers beginnt ähnlich still und schleichend wie die der Insel. In kurzen Sätzen ohne Pathos unterstreicht der Erzählstil für mich sehr gekonnt die rohe Kargheit der Insel. Auch mochte ich die Mischung aus Bericht, Prosa, Sagen und der Haupthandlung, erzählt von der Ich-Erzählerin. Ein wirklich schönes Debüt, und ich habe gerade heute Morgen das englische Hörbuch entdeckt und werde es sicher auch noch einmal hören, denn das Walisische ist mir noch etwas fremd und ich möchte es gerne einmal gesprochen hören.
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