Seegang von Tabitha Lasley

Tabitha Lasley Seegang

»Ich wollte sehen, wie Männer sind, ohne Frauen in der Nähe.«

Tabitha Lasley ist Mitte 30, Journalistin, und hat sich für ein paar Monate in einem zwielichtigen Viertel in Aberdeen, Schottland, verschanzt, um ein Buch über Bohrinseln und die Männer, die auf ihnen arbeiten, zu schreiben – und sie kommt ihrem Thema gefährlich nahe. Sie taucht tief ein in die Welt der Schlägereien, Konkurrenz, harten Arbeit. Sie nimmt Drogen, tanzt exzessiv die Nächte durch und bemerkt: Je länger sie bleibt, desto destabilisierender wirkt ihre bloße Anwesenheit auf diese Welt - und auf sie selbst. Und dann gibt es da noch Caden: einen verheirateten Bohrarbeiter. Allein und zunehmend prekär lebend taucht Tabitha Laysley in die dunkle Tiefe einer rücksichtslosen, explosiven Beziehung, die sie beide bloßlegt.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: 3lesendemaedels

    Die Journalistin, Mitte 30, zieht von London nach Aberdeen, in den Norden Großbritanniens. Frisch getrennt von ihrem Freund, mit dem sie eine prekäre Beziehung führte, sucht sie neue Herausforderungen. Sie versucht in vielen Interviews herauszufinden, welche Persönlichkeiten hinter den vermeintlich harten Kerlen stecken, die in Zwölf-Stunden-Schichten 21 Tage auf Bohrinseln schuften. Um Offshore arbeiten zu können, müssen sie ein Überlebenstraining absolvieren. Hierzu steckt man sie in einen Overall, schnallt sie in einem Simulator fest. Dieser wird in ein Schwimmbecken getaucht und herumgewirbelt. Wenn er nach einer Weile stillsteht, muss sich der Kandidat selbst befreien. Dies dient zur Übung, um sie auf Unglücke, wie zum Beispiel das von 1988 auf der Ölplattform „Piper Alpha“, vorzubereiten. Eine Ballung von laxen Sicherheitsvorkehrungen und mangelhafter Ausrüstung löste eine Explosion aus. Die Plattform stand vollständig in Flammen, die hundert Kilometer weit entfernt zu sehen waren. Einige Männer zogen sich vorschriftsmäßig in den Wohnblock zurück. Doch als die Plattform kippte und ins Meer rutschte, wurden sie lebendig begraben. Andere wiederum erklommen das Helideck und hofften auf Rettung. Als ihnen dämmerte, dass kein Hubschrauber kommt, sprangen sie aus fünfzig Metern Höhe ins Wasser, brachen sich so das Genick oder ertranken. Diejenigen, die es trotzdem an die Oberfläche schafften, verbrannten im darauf schwimmenden Öl. In einer Bar lernt Tabitha Caden kennen. Er ist nicht besonders groß, aber sehr gut aussehend. Obwohl er verheiratet ist und seine Frau ihn rasend eifersüchtig ständig kontrolliert, beginnen sie eine Affäre. Gleichzeitig interviewt sie Männer, die andere Erfahrungen auf unterschiedlichen Plattformen machen. Sie fiebert auf die Landzeiten von Caden hin, der sie mit Geschenken einwickelt, aber dennoch keine Versprechungen machen kann. Mein Urteil über dieses Buch ist schwer zu fällen. Der Anteil der Schilderungen über das Verhalten der Männer auf den Bohrinseln und an Land ist interessant. Die Irrungen im Liebesleben der Schriftstellerin sind manchmal verstörend, weil sie verzweifelt nach einem Halt in ihrem Leben sucht, genau wie ihre Sprünge im Handlungsstrang.