Das Adressbuch der Dora Maar von Brigitte Benkemoun

Brigitte Benkemoun Das Adressbuch der Dora Maar

»Eine kunstvolle Schatzsuche« – L‘Express

Dora Maar, lange Zeit nur als »Muse und Geliebte« von Pablo Picasso bekannt, erhält mit dieser außergewöhnlichen Künstlerbiografie endlich ein eigenes Gesicht. Brigitte Benkemoun rekonstruiert während ihrer zwei Jahre andauernden Recherche anhand eines zufällig entdeckten Adressbüchleins das Leben und Lieben dieser rätselhaften Frau, die zu den großen Fotografinnen ihrer Zeit gehörte. Unterwegs erfährt man nicht nur von Dora Maars ereignisreichem und geheimnisvollen Lebensweg, sondern erhält auch intime Einblicke in eine der spannendsten Epochen der Kunstgeschichte.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Lesereien

    Brigitte Benkemouns Ehemann kauft sich eine Lederhülle für sein Adressbuch bei Ebay, doch als Benkemoun die Hülle aufschlägt, ist diese nicht leer, sondern enthält bereits ein kleines, vollgeschriebenes Adressbuch mit den privaten Adressen der großen Künstler des Surralismus und der modernen Kunst. Von Cocteau, Chagall und Giacometti bis Signac und Braque finden sich auf zwanzig Seiten die Namen berühmter Dichter, Maler, Künstler und Persönlichkeiten der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Doch wem dieses Adressbuch gehört haben könnte, bleibt zunächst ein Geheimnis. Benkemoun setzt sich in den Kopf, es herauszufinden, entziffert mühselig dieses “Who is Who der Nachkriegszeit”, ist sich bald sicher, dass die Besitzerin eine Frau gewesen sein muss und stößt schließlich auf den Eintrag “Architekt Ménerbes”. Ménerbes, ein Ort im Süden Frankreichs, war lange Zeit Wohnort von Dora Maar. Die Besitzerin des Adressbuchs ist damit gefunden. Ausgehend von den Namen und Adressen im Buch und durch die Hilfe von Zeitzeugen, Biographien, Telefonbüchern und sogar einem Grafologen zeichnet Benkemoun das Leben Dora Maars nach, die der Nachwelt vor allem durch das berühmte Porträt Picassos “Die weinende Frau” und als Geliebte Picassos in Erinnerung geblieben ist. Dabei war sie selbst Fotografin und später auch Malerin. Ihr Werk, das hat sie selbst schon erkannt, wie das folgende Zitat beweist, ist fast vollständig in Vergessenheit geraten: “Man kennt mich noch zu sehr als Picassos Geliebte, um mich als Künstlerin zu achten.” Für die Autorin ist die Beschäftigung mit Dora Maars Leben jedoch nicht immer leicht: “Ich tue mich schwer mit ihr. Am schwierigsten ist es, sich an eine so andersartige und bisweilen so wenig sympathische Frau zu binden.” Schon früh in ihren Recherchen erfährt sie, dass Maar in ihrer Wohnung eine Ausgabe von “Mein Kampf” stehen hatte. Das Buch geht deshalb auch der Frage nach, wie eine junge Frau, die gegen den Faschismus gekämpft hat und links war, sich dieser Art von Bitterkeit und Misanthropie verschreiben konnte. Es gelingt der Autorin zu zeigen, wie Maar immer mehr in den Wahnsinn abdriftet, unter Psychosen leidet, wie sie beginnt, an Übernatürliches zu glauben, von Jacques Lacan behandelt wird und sich in einer Heilanstalt der brutalen Elektroschocktherapie unterziehen muss. Das Buch befreit Dora Maar und ihr Werk aus der Vergessenheit und auch wenn es sie nicht von dem Schatten Picassos, der über ihrem Leben hängt, befreien kann, so ist das Bild, das der Leser nach der Lektüre von Dora Maar hat, vielschichtiger und wird ihrer Persönlichkeit gerechter. Benkemoun beschönigt oder verherrlicht ihre Protagonistin dabei nie, sondern zeigt sie mit all ihren Facetten, als Fotografin und Geliebte, aber auch als Wahnsinnige und Verrückte. “Das Adressbuch der Dora Maar” ist ein Zeitreiseführer in die Welt der Surrealisten und in die Pariser Künstlerszene. Er gewährt tiefe Einblicke in die Beziehungen der Künstler untereinander, zeigt auf, wie sich ihre Wege kreuzen, wie Freundschaften entstehen und wieder auseinanderbrechen, schneidet Biographien an und lässt die Dichter, Maler, Fotografen und Freunde selbst zu Wort kommen. Er wird Dora Maar, ihrem Umfeld und ihrer Zeit in jeder Hinsicht gerecht und ist eine Bereicherung für jeden Leser.
  • Von: Claudia

    Die französische Journalistin Brigitte Benkemoun ersteigert auf Ebay eine antiquarische Lederhülle für einen Terminkalender. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Beim Reinschauen fallen ihr aber sofort die Namen z.B. Chagall, Breton, Aragon und Cocteau ins Auge. Und so begibt sie sich auf Spurensuche. Sie hat bereits eine Ahnung, bekommt aber das letzte Puzzleteil von einem Kunsthändler bestätigt. Das Adressbuch aus dem Jahr 1951 gehörte Dora Maar ( 1907 - 1997) Dora Maar, Fotografin, Malerin, Geliebte von Picasso und auf ewig als „weinende Frau“ von Picasso porträtiert. Dora Maar, die für Françoise Gilot ihren Platz an Picassos Seite räumen musste. Brigitte Benkemoun folgt nun dem Namen in diesem Adressbuch und erzählt über die Beziehung dieser Menschen zu Dora Maar. Dieses Buch ist eine tolle Ergänzung und zeigt nochmal einen ganz anderen Blick auf die Künsterlin.
  • Von: YukBook

    Manche Schriftsteller suchen mühsam nach interessantem Stoff für ein neues Buch, anderen fällt er buchstäblich in den Schoß – so wie Brigitte Benkemoun. In einer Vintage Kalenderhülle entdeckt sie ein Adressbuch mit lauter Namen berühmter Künstler wie Bréton, Braque, Cocteau und Éluard. Wir begleiten die Autorin bei ihrer spannenden Detektivarbeit, bis sie schließlich herausfindet, dass es sich um das titelgebende Adressbuch von Dora Maar handelt. Sie nutzt diesen unglaublichen Fund für eine fragmentarische Künstlerbiografie: Statt den Lebensweg chronologisch zu erzählen, knüpft sie sich einen Namen nach dem anderen aus dem Büchlein vor und spürt auf, in welcher Beziehung sie zur Besitzerin standen. So formt sich nach und nach das Bild einer Frau, die ich bisher nur als Malerin und Picassos Geliebte kannte. Ich wusste nicht, dass sie zuvor eine erfolgreiche Mode- und Werbefotografin gewesen war, nach der Trennung von Picasso an starken Depressionen litt und sich immer mehr dem Glauben und der Mystik zuwandte. Manchmal rauchte mir der Kopf bei dem umfangreichen Personenensemble aus Surrealisten, Dichtern, Galeristen, Freunden und Bekannten. Zum Glück schreibt Brigitte Benkemoun sehr unterhaltsam und in einem lockeren Ton, als vertraue sie einer Freundin eine interessante Neuigkeit an. In einer Zeit, in der wir Kontaktdaten digital pflegen, ging für mich ein umso größerer Reiz von diesem Adressbuch und der Vorgehensweise aus. Ich habe die Reise durch das Büchlein zu verschiedenen Orten wie Paris, Ménerbes und Brüssel sehr genossen und dank der akribischen Recherche viel Neues über Dora Maar und ihr Umfeld erfahren. Nun kann ich dem berühmten Gemälde "Weinende Frau“ von Picasso ein Gesicht zuordnen.