Der weiße Abgrund von Henning Boëtius

Henning Boëtius Der weiße Abgrund

Paris, um 1850. Durch eine unheilbare Krankheit ans Bett gefesselt, versucht Heinrich Heine seinem bevorstehenden Tod ein letztes Werk abzutrotzen: seine Memoiren, die sein Opus magnum werden sollen. An den illustren Diners der Pariser Bohème kann er schon lange nicht mehr teilnehmen. Stattdessen empfängt er gelegentliche Besuche deutscher Exilanten oder französischer Künstlerfreunde. Dann sucht überraschend Elise Krinitz seine Bekanntschaft: eine junge Frau, die Heine bewundert und zugleich hofft, in ihm einen Mentor für ihre eigenen literarischen Ambitionen zu finden. Mit ihr, die er zärtlich-ironisch „Mouche“ nennt, hat er bald darauf eine zwar platonische, aber nicht minder leidenschaftliche „Affäre“. Seine Memoiren aber werden, nachdem Heine am 17. Februar 1856 stirbt, für alle Zeit verschollen bleiben.

Eingebettet in ein faszinierendes Panorama des Paris seiner Zeit, zeichnet Boëtius‘ Roman das einzigartige Porträt der letzten Lebensjahre des großen deutschen Dichters Heine.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Lesesofa Allgäu

    Henning Boetuis "Der weiße Abgrund" ein Heinrich-Heine-Roman. Es gefällt mir wen es Autoren gelingt die Lebensumstände der Menschen so skizzieren zu können das man das Gefühl hat direkt anwesend zu sein. Bei historischen Bücher und Geschichten eine besondere Gabe. Diese Gabe hat der Autor. Heinrich Heine, der bekannte und schöne Dichter von den Frauen begehrt und verehrt. Der Schriftsteller der die deutsche Sprache prägte wie kein Zweiter. Im Roman "Der weiße Abgrund" geht es um seine letzten Jahre im Exil in Paris. Heine unheilbar krank, ans Bett gefesselt in der Lebensrückschau. In der Angst was kommt. Die schrecklichen Heilungsversuche der damaligen "Medizin", das Leiden, alles wird sehr realistisch vom Autor erzählt. Dabei entsteht ein Sittengemälde des Paris von 1850. Heines letzte überraschende Bekanntschaft mit einer jungen Frau, die Geschichte seiner Memorien die für alle Zeit verschollen sind. Mir hat es gut gefallen. Ein Buch für Frauen und für Männer.
  • Von: Julia

    Literaturhistorisch interessantes Buch, was herausgekommen ist. Der weiße Abgrund hat mich begeistert, auch wenn es in der Form mein erstes Buch war, der Inhalt wie auch sprachlich top. Der Autor hat eine leichte Art zu schreiben, dass man es leicht Lesen kann. Es wird gut beschrieben in einer fachlichen Sprache, aber sodass man das super verstehen kann. Es ist aber nicht trocken, sondern wirkt belebend und beschreibt das 19. Jahrhundert. Das Buch finde ich ausgesprochen gutgeschrieben und einmal etwas anderes als die Bücher, die ich sonst lese. Ich kam nicht gleich in das Lesen rein, brauchte schon etwas, bis ich mich darauf einstellen konnte. Es war sehr interessant vom Inhalt her. Es war schon gut durchdacht, aber auch die politischen Ansichten sind ein Teil, der in die Geschichte gehört und darf auch nicht fehlen. Das Buch ist zu empfehlen und auch wenn es nicht meine Richtung ist. Aber der Autor und der Schreibstil haben mir richtig gut gefallen. Daher gebe ich dem Buch 5 Sterne.
  • Von: Knigaljub

    Heinrich Heine lebt in Paris, als es allmählich mit ihm zu Ende geht. Welche Krankheit ihn ans Bett fesselt, weiß niemand so genau – aber dass es keine Aussicht auf Besserung gibt, darin sind sich alle einig. Heinrich, genannt Henri, versucht dennoch, dem Dahinsiechen zu trotzen und schreibt in jeder freien Minute an seinem letzten großen Werk: seinen Memoiren. Boëtius zeichnet das Portrait eines eigenwilligen Menschen, dessen letzte Stunde geschlagen hat. Obwohl es nur um den letzten Lebensabschnitts des Dichters geht, wird deutlich, dass Heine nicht nur ein Schelm war, sondern auch ein Mensch der Extreme. Insgesamt habe ich dieses Buch mit echtem Mehrwert gelesen: Ich weiß jetzt mehr über Heine und seine Zeit, er ist mir als Person greifbarer geworden und vor allem hat sich mir das große Rätsel um seinen Tod, von dem ich vorher gar nichts wusste, nachhaltig eingebrannt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich gerade anfangs ein Problem hatte, die Erzählstimme zuzuordnen, die irgendwo zwischen biographischem Bericht und allwissender Erzählung, in die sich Figurenbewertungen mischen, pendelt. Der Ausdruck ist eloquent, für die Symptome von Heines Krankheit werden beispielsweise Fachausdrücke verwendet. Heine selbst spricht und denkt manchmal in seinen Versen. Ich mochte das, aber als fast anderthalb Seiten lang ein anderes Werk auf Französisch zitiert wird, empfand ich das als einen leichten Bildungsbürgerton-Overload. Allerdings wird hierzu dann auch ein amüsanter Kontrast geschaffen, weil es zwischendurch um äußerst banal ausgedrückte Banalitäten wie Heines Stuhlgang geht. Insgesamt ein interessanter Roman über Heinrich Heine, dessen Höhepunkt – der weiße Abgrund – noch dazu mit unerwarteter Tragik und Spannung aufwartet. Für literarisch und historisch Interessierte, die nach Paris in die 1850er Jahre reisen, dort auf Literaten, Papageien und skurril anmutende Behandlungsmethoden treffen wollen, ist dieser schmale Roman das richtige Transportmittel.
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