Munkey Diaries von Jane Birkin

Jane Birkin Munkey Diaries

Jane Birkin unplugged: Die Ikone der 70er veröffentlicht ihre Tagebücher

Der Skandalsong Je t’aime mit Serge Gainsbourg und Filme wie Blow Up und Der Swimmingpool machten Jane Birkin weltberühmt, die Birkin Bag ist zum zeitlosen Accessoire geworden. Munkey Diaries sind die persönlichen Aufzeichnungen der Stil-Ikone, vom Swinging London bis ins Paris der 60er- und 70er-Jahre. Ungeschönt, ehrlich, das intime Porträt eines Frauenlebens. Liebe und Verlust, Begierde und Einsamkeit, eine weibliche Symbolfigur, die sich selbst nie als solche sehen konnte. Birkin erzählt von den Begegnungen, die ihrem Leben die entscheidenden Wendungen gegeben haben, von der Beziehung zu ihren Töchtern und deren Vätern. „In Birkins Tagebüchern geht es nicht um die Filme, die sie gedreht hat, und auch nicht um die Lieder, die sie gesungen hat. Es geht um sie, das Mädchen, die Frau, die Mutter.“ (Der Spiegel)

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: buecher-fanwolf

    Rezension: Wer mich kennt weiß, dass eine meiner großen „Heldinnen“ neben Marilyn Monroe eben Jane Birkin ist – und das nicht nur wegen der berühmten unbezahlbaren Handtasche die ihren Namen trägt. Irgendwie bin ich in der falschen Zeit geboren! Natürlich habe ich mich sehr gefreut, als mir Melanie Köhn vom RandomHouse dieses wundervolle Buch als Rezensionsexemplar bestätigt hatte. Vielen Dank noch einmal dafür. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist wirklich großartig. Jane Birkin erzählt aus ihrer Kindheit und ihrer Jugend, die sie zum Teil in einem typisch englischen Internat verbrachte. Dort war sie übrigens sehr unglücklich. Natürlich erfährt man auch einiges über die Ehe mit John Barry, dem Vater ihrer leider bereits verstorbenen Tochter Kate, den sie extrem jung heiratete. Auch in dieser Ehe war sie alles andere als glücklich. Vor allem weil John nicht mit den überbordenden Gefühlen (über das normale und erträgliche Maß hinausgehend) seiner jungen Frau umgehen konnte und er sich, sehr zu Jane’s Leidwesen, als notorischer Fremdgänger entpuppte. Aber die Begegnung ihres Lebens wartet bereits um die Ecke auf sie. Die Rede ist natürlich von Serge Gainsbourg – die Liebe ihres Lebens und Vater ihrer Tochter Charlotte. Jane Birkin erzählt viel aus dieser Zeit und wie sehr sie Serge geliebt hat – auch nach der Trennung. Aber das Buch dreht sich auch darum, wie die kleine Jane Birkin erwachsen wird und lernt auf eigenen Füßen zu stehen und sie sich Schritt für Schritt ihre Unabhängigkeit erkämpft. „Tagebücher sind zwangsläufig ungerecht, man deckt seine Karten auf, beklagt sich; sonst gibt es immer verschiedene Versionen, aber hier gibt es nur die meine … Ich habe mich entschlossen, nichts zu verändern, und glauben Sie mir, es wäre mir lieber, meine Reaktionen wären reifer und vernünftiger gewesen, als sie waren. ich habe weggelassen, was andere hätte verletzten können, aber es ist sehr wenig.“ Fazit: Jane Birkin – The Munkey Diaries ist toll geschrieben. Jane lässt in dem Buch die Leser tief in ihre Seele blicken. Außerdem gibt es immer wieder kleine persönliche Anekdoten zwischendurch.Teils lustig, teils gehen sie aber auch sehr ans Herz. Von mir bekommt das Buch definitiv eine Leseempfehlung.
  • Von: Yvonne S.

    Biografie, Autobiografie, Tagebücher – es gibt verschiedene Arten, sich als Leser*in einer historischen oder prominenten Person zu nähern. Je nach Genre variiert die (vermeintliche) Intimität, gleichzeitig stelle ich mir die Frage, wie subjektiv oder kuratiert die Lebenseinblicke sein mögen. Jane Birkin schreibt Tagebuch, seit sie elf Jahre alt ist. Und mit diesen Tagebucheinträgen der kleinen Jane beginnt ihr Buch „Munkey Diaries“ (aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer), das seinen Titel einem Plüschaffen verdankt, wie sie uns im Vorwort wissen lässt. Er hat sie ihr Leben lang begleitet – bis er mit Serge Gainsbourg bestattet wurde. Doch dies ist nur eines der beiläufigen Details, die Jane Birkin aus ihrem ereignisreichen Leben erzählt. Sie war bzw. ist Schauspielerin, Mutter, Tochter, Schwester – und nicht zuletzt eine große Liebende, eine, die ihr Herz mit jeder Faser verschenkt, die sich hingibt: emotional und mental. Die Liebe ist das zentrale Motiv, das sich durch ihre Tagebücher zieht. Die Liebe zu ihrem Vater. Zu ihren Töchtern. Und natürlich auch zu ihren Männern. Birkins Tagebücher zu lesen – deren Einträge sie dankenswerterweise an zahlreichen Stellen erläutert und kommentiert – ist ein Ausflug in eine unwiederbringlich verlorene Zeit, eine ganz eigene Welt – die indes trotz aller Berühmtheit, aller illustren Freund*innen und allen Glamours verblüffend selbstverständlich und unspektakulär geschildert wird. Ich habe Jane Birkins Tagebücher sehr gern gelesen und kann die Lektüre allen, die sich für diese außergewöhnliche und dabei offenbar so normale Frau, für Serge Gainsbourg und/oder die Zeit der Sechziger- und Siebzigerjahre interessiert, empfehlen. Und was den Grad des eingangs erwähnten Kuratierens betrifft, so äußert sich Jane Birkin wie folgt: „Tagebücher sind zwangsläufig ungerecht, man deckt seine Karten auf, beklagt sich; sonst gibt es immer verschiedene Versionen, aber hier gibt es nur die meine … Ich habe mich entschlossen, nichts zu verändern, und glauben Sie mir, es wäre mir lieber, meine Reaktionen wären reifer und vernünftiger gewesen, als sie waren. ich habe weggelassen, was andere hätte verletzten können, aber es ist sehr wenig.“
  • Von: Ben Vart

    "Das Wichtigste am Set sind die Techniker, ihr Schutz, ihre Freundschaft." Das lernt Jane Birkin bei den Dreharbeiten zu ihrem dritten Film "La Piscine", den sie 1968/69 mit Alain Delon und Romy Schneider machte. Da war sie bereits mit der Liebe ihres Lebens zusammen. Sie hatte Serge Gainsbourg bei den Dreharbeiten zu "Slogan" kennengelernt, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte. 1969 erschien auch das Lied, das Birkin und Gainsbourg weltweit berühmt machen sollte: "Je t'aime moi non plus", der gestöhnte Orgasmus aus Vinyl. Für die Eltern der damaligen Zeit ein Skandal, für die Jugend jener Dekade ein Befreiungslied. Überall in der westlichen Welt protestierten die Studenten; in Amerika verbrannten junge Menschen während ihrer Proteste gegen den Vietnamkrieg die US-Flagge und wurden dafür von der Nationalgarde erschossen; in London war das, was man die "Roaring Sixties" nannte, auf einem Höhepunkt. Und mitten drin eine Jane Birkin, grade mal Anfang 20, aber bereits geschieden und Mutter einer zweijährigen Tochter. Vater dieses Kindes war John Barry. Der 1967 bei der Geburt des Kindes 33 Jahre alte Komponist war bereits eine Legende. Er arrangierte das James-Bond-Thema, das dadurch unsterblich wurde, er komponierte unter anderem die Musik zu "Goldfinger", "Diamantenfieber", "Jenseits von Afrika" und "Der mit dem Wolf tanzt", erhielt zwei Oscars und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Aber er liebte Jane Birkin nicht, und er war ein notorischer Fremdgänger. Unmittelbar nach der Geburt ihrer Tochter Kate trennten sich Birkin und Barry. Mit seltener Offenheit legt Jane Birkin im ersten Band der "Munkey Diaries" ihre Gefühlswelt offen. Sie hatte zwei große Ängste: Nicht geliebt zu werden und sexbesessen zu sein. In einer Zeit, in der man erst begann, auch öffentlich über Sex zu reden, schrieb sie auf, wonach sie sich sehnte und von John Barry nicht bekam. Dafür im Übermaß von Serge Gainsbourg. Jane Birkin, am 14. Dezember 1946 in London auf die Welt gekommen, wurde hinein geboren in eine britische Upperclass-Familie. Ihr Vater war im Zweiten Weltkrieg Agent. Er entstammte der Spitzenhändler-Bourgeoisie der Birkin Lace in Nottingham. Ihre Mutter Judy Campbell war Schauspielerin. Daher gingen bei den Birkins bekannte Namen aus Politik und Kunst aus und ein. Sogar die Queen kam vorbei. Die einstige Premierministerin Margret Thatcher war eine Freundin von Janes Mutter aus Kindertagen. Mit 15 Jahren stand Jane Birkin zum ersten Mal auf der Bühne, 1965 hatte sie mit 18 eine kleine Rolle in ihrem ersten Film "Der gewisse Kniff" von Richard Lester an der Seite von Jaqueline Bisset und Charlotte Rampling. 1965 kam der Film in die Kinos, gedreht wurde er 1964, da war Jane 17. Und lernte John Barry kennen, der die Musik zum Film komponierte. Aber das nur nebenbei. Denn die Tagebücher, die sie mit elf Jahren zu schreiben begann, haben wenig mit der Künstlerin Jane Birkin zu tun. Vielmehr erlauben diese in englisch verfassten Aufzeichnungen einen intimen Blick hinter die Kulissen ins ganz private Leben einer Frau, die eigentlich selten Vorbild war, dafür aber umso mehr Ikone einer Ära. Die Zeit mit Serge Gainsbourg war eine der intensivsten ihres Lebens. Und die hinterließ ihre Spuren. Vor allem bei Serge Gainsbourg, der noch dazu rauchte wie ein Schlot. Trotz eines Herzinfarktes und der Bitten von Jane Birkin paffte er weiter. Dazu aß er mit Vorliebe all das, was nicht grade als gesunde Ernährung bezeichnet werden kann: Blutwurst, Speck, Schweinekottlets standen auf der Karte. Dazu trank er Unmengen. Was Wunder, dass er im März 1991, einen Monat vor seinem 63. Geburtstag, an einem weiteren Herzinfarkt starb. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Jane Birkin längst von ihm getrennt. Aber ihre Liebe hatte Bestand. Sie legte ihm "Munkey" in den Sarg: "Mein Affe, um Serge im Jenseits zu beschützen." Ursprünglich schrieb Jane Birkin ihr Tagebuch in Form von Briefen an "Munkey". Ihr Onkel hatte den Plüschaffen in seiner Jockeykleidung bei einer Tombola gewonnen und seiner Nichte geschenkt. Das Tier begleitete sie ein halbes Leben lang fast überall hin. Bis sie ihn dem Verstorbenen Serge Gainsbourg an die Seite legte. Ich erwähne ausdrücklich, dass die Bücher in englisch verfasst und natürlich für die deutsche im Penguin-Verlag erschienene Fassung übersetzt wurden. Und die Übersetzung ist auch das einzige Manko, denn da hapert's stellenweise erheblich. Sie habe zunächst damit gehadert, diese Tagebuchaufzeichnungen zu veröffentlichen, da sie das Gefühl gehabt habe, sich zu entblößen, sagte Birkin in einem ARD-Interview zu "Titel-Thesen-Temperamente" (HIER der Link). Die Tagebuchaufzeichnungen sind durchsetzt mit Kommentaren der Jane Birkin von heute. Diese Kommentare sind verbindende Elemente zwischen den oft zeitlich weit auseinander liegenden und nicht datierten Notizen, häufig aber auch Ersatz für Tagebücher, die in den Jahrzehnten verloren gingen. Der erste Band der "Munkey Diaries" endet 1982 mit der Trennung von Serge Gainsbourg. Für Jane Birkin begann danach ein weiterer Lebensabschnitt. Sie bekam ihre dritte Tochter Lou aus der danach folgenden Beziehung mit dem Regisseur Jacques Doillon. Bis 2013 schrieb Jane Birkin Tagebuch. Dann hörte sie auf. Grund war der Selbstmord ihrer ältesten Tochter Kate aus der Ehe mit John Barry. Kate war Fotografin, arbeitete für "Vogue" und "Elle", "Paris Match" und "Le Figaro". Aber sie hatte auch eine Vergangenheit mit Drogen- und vor allem Alkoholsucht hinter sich. Am 11. Dezember 2013 erlag Kate Barry den Verletzungen, die sie bei einen Sturz aus dem Fenster ihrer Pariser Wohnung im 4. Stockwerk erlitten hatte. Die Wohnung war von innen verschlossen, und sie hatte sich darin allein aufgehalten.
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