Streuner - Auf der Suche nach Hoparion von Rüdiger Bertram

Rüdiger Bertram Streuner - Auf der Suche nach Hoparion

Regel Nummer eins: Hunde sind gefährlich. Es gibt keine Ausnahmen. Regel Nummer zwei: Überlebe!

Nach dem TAG hat sich alles verändert. Die Welt ist zu einer grauen Wüste geworden, in der wilde Hunderudel die Herrschaft übernommen haben. Doch Judith und ihr kleiner Bruder Abi haben einen Traum. Ihr Ziel ist Hoparion, der Ort, an dem es genug Wasser und Nahrung für alle gibt und Menschen und Hunde friedlich zusammenleben. Zumindest hat ihnen das ihr Vater erzählt. Doch der Weg dorthin ist weit und überall lauern Gefahren. Um nicht von wilden Hunden überrascht zu werden, schlafen die Kinder auf Bäumen. Als sie eines Tages von einem Rudel angegriffen werden, sind es ausgerechnet die Hunde Nipper, Dash und Stubby, die ihnen helfen. Zusammen mit Bilkis, der jungen Kriegerin, machen sich die sechs Streuner auf den Weg nach Hoparion. Aber ihr Zusammenhalt wird auf eine harte Probe gestellt, denn nicht nur Bilkis und der alte Stubby haben vor den anderen gefährliche Geheimnisse.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Tea and Books Blog

    "Streuner – Auf der Suche nach Hoparion" von Rüdiger Bertram hat es eigentlich schon von Seite eins an geschafft, mich von sich zu überzeugen. Bereits die ersten Sätze haben mich neugierig auf die Hintergründe des Ganzen gemacht und Spannung aufgebaut. Gleich sind so einige Fragen in meinem Kopf aufgeploppt und mit der Zeit wurden es mehr und mehr. An sich ist das natürlich toll. Je mehr Fragen ich habe, desto größer ist der Drang, weiterzulesen. Auch hier war das definitiv der Fall, allerdings hat es mich etwas gestört, dass ein großer Teil dieser Fragen nie gelöst wurde. Zwar bin ich relativ sicher, dass aufgrund der vielen ungeklärten Dinge und dem mehr oder weniger offenen Ende noch ein oder sogar mehrere weitere Bände erscheinen werden (obwohl ich davon bisher noch nichts gehört bzw. gelesen habe), doch hätte ich mir bei manchen offenen Fragen einfach gewünscht, sie wären in diesem Buch aufgelöst werden. Die Hintergründe verschiedener Begebenheiten wurden wieder und wieder angeschnitten, aber größtenteils nie gänzlich offenbahrt. Diese Art, mit den aufgeworfenen Fragen umzugehen, passt für mich einfach nicht so wirklich zur Geschichte und hat bei mir nach Beenden des Buches eine Art inneren Unfrieden aufgeworfen. Das Ziel, welches der Autor dabei wohl hatte, hat er aber immerhin erreicht. Denn wenn ein zweiter Band erscheint, werde ich ihn auf jeden Fall lesen! Allerdings muss ich sagen, dass "Streuner – Auf der Suche nach Hoparion" mich nicht durchgängig packen konnte. Wie schon gesagt war die Story an sich definitiv spannend und größtenteils fesselnd, aber eben nicht immer und jederzeit. Vor allem im Mittelteil hat sich das Ganze doch ein wenig gezogen. Es ist nämlich so, dass zwar einiges passiert, dennoch schreitet die Handlung insgesamt nicht unbedingt schnell voran. Wie die Kinder beispielsweise rasten fand ich oft doch eher langweilig. An sich mag ich es sehr, wenn zwischen spannenden Szenen, die mir den Puls in die Höhe treiben, auch hin und wieder ruhige, einspannte Phasen eingeschoben werden, sodass man sich als Leser*in auch mal “ausruhen” bzw. vielleicht etwas mehr auf die Charaktere und weniger auf die Handlung an sich konzentrieren kann. Hier gab es für meinen Geschmack aber einfach zu viele dieser Szenen. Bei manchen Büchern, die einfach insgesamt eher eine langsame Geschichte mit vielen Ausschmückungen erzählen, würde mich das nicht stören. Bei dieser Story, die eigentlich größtenteils von ihrer Spannung lebt, etwas mehr. Dennoch war besagte Spannung doch meist vorhanden. Was diese Spannung des weiteren fördert und auch sehr zu dem Bild, das ich von "Streuner – Auf der Suche nach Hoparion" habe, beigetragen hat, ist der Ezählstil. Rüdiger Bertram hat sich hier für einen sehr einfachen Schreibstil mit kurzen Sätzen entschieden. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten, wobei ich mich zu Anfang doch erst einmal an diese bewusst sehr einfache Ausdrucksweise gewöhnen musste. Der Schreibstil passt perfekt zur Geschichte, denn die Charaktere haben vor allem ein Ziel: Überleben, bis sie hoffentlich irgendwann Hoparion erreichen werden. Zu diesem doch eher sehr simplen (nicht im Sinne von einfach, sondern eher im Sinne von unkompliziert) Ziel. Des weiteren fand ich die Idee des Autors, den Erzählstil dem gerade erzählenden Charakter anzupassen, wirklich toll. "Streuner – Auf der Suche nach Hoparion" wird nämlich aus zwei Perspektiven erzählt. Zunächst berichtet Judith von ihren Erlebnissen. Die Teile aus ihrer Sicht sind wie gesagt einfach geschrieben, doch trotzdem liest man ihren Charakter aus den Zeilen heraus, was ich wirklich extrem gut gemacht fand. Ein anderer Teil des jeweiligen Kapitels wird dann von Nipper erzählt, einem der drei Hunde, die den Kindern im Kampf gegen das Rudel helfen. Er ist ebenfalls eine besondere Figur. Seine Teile des Buches sind in einem noch einfacheren Stil geschrieben als Judiths, beispielsweise werden oft keine ganzen Sätze gebildet, es fehlt als z. B. das Subjekt. Diese Art, zu erzählen passt aber eben genau. Sie passt zu Nipper und zu seiner Geschichte. Deswegen hat mich der Erzählstil, obwohl er kein bisschen poetisch oder ausgeschmückt ist (vielleicht auch gerade deswegen) wirklich überzeugen können. Abgesehen von den unterschiedlichen Schreibstilen, die Judith und Nipper authentischer und den Leser*innen näher wirken lassen, mochte ich auch die übrigen Personen und Hunde gerne. Die Protagonist*innen waren mir eigentlich alle sympathisch und mit Judith konnte ich mich auch ziemlich gut identifizieren. Dennoch stört mich etwas. Bilkis, Abro, Dash und Stubby (die zwei anderen Hunde des Trios) sind sehr wichtig für die Geschichte und dennoch hat mir insbesondere bei ersteren beiden die Ausarbeitung doch etwas gefehlt. Vor allem da Bilkis ein sehr starker, aber auch vielschichtiger Charakter zu sein scheint, hätte ich mir wirklich gewünscht, sie besser kennenzulernen. Über Abro hätte ich vor allem deshalb gerne mehr gewusst, da ich seine Handlungen nicht immer ganz verstehen und nachvollziehen konnte. Ich hoffe also sehr, dass besagte Hunde und Menschen in einem hoffentlich erscheinenden nächsten Band mehr Aufmerksamkeit bekommen. Trotz dieser mir teilweise etwas dürftig erscheinenden Ausarbeitung der Figuren, habe ich wie gesagt alle sechs in mein Herz geschlossen. Deswegen hat mich das Ende des Buches umso mehr getroffen. Ich weine nicht oft bei Büchern. Wirklich nicht. Hier habe ich es aber getan. Ich hatte überhaupt nicht mit einem solchen Schluss gerechnet. Er hat mich einfach komplett überrascht und geschockt. Und nun ja … dann habe ich eben geheult. Doch auch wenn das Ende für mich unfassbar traurig war, mochte ich es. Wie gesagt kam es unerwartet und hatte eben nicht nur eine melancholische, sondern auch eine schöne, sogar fast friedliche Stimmung, die die Entwicklung, die die Charaktere im Laufe der Geschichte gemacht haben, noch einmal perfekt aufzeigt. Mein Fazit: Wie man lesen konnte, mocht ich "Streuner – Auf der Suche nach Hoparion" wirklich sehr gerne. Ein paar Kritikpunkte habe ich zwar, dennoch kann ich dieses herzerwärmende und spannende Buch allen dystopiebegeisterten Jugendlichen und natürlich auch Erwachsenen empfehlen, egal ob Katzen- oder Hundeliebhaber*innen.
  • Von: Die VOR-Leser

    Zwei Kinder laufen durch die staubige Wüste. Judith und ihr kleinerer Bruder Abrogast sind nun schon seit Wochen unterwegs, und beide haben nur ein Ziel: Hoparion! Der Ort, an dem Menschen und Hunde friedlich miteinander leben. So wie vor dem TAG. Seit dem TAG haben die Hunde die Weltherrschaft übernommen und die Menschen müssen um ihr Überleben kämpfen. Jeder Mensch, der den TAG überlebt hat, muss von nun an auf einem Baum schlafen, denn das ist der einzige Ort, wo die Hunde ihn nicht fressen können. Die wichtigsten Sachen in dieser Zeit sind der „Duft“ und Akkus. Der „Duft“ sorgt dafür, dass sie für einige Zeit geruchlos werden. Die Akkus sind wichtig, um elektrische Geräte aufzuladen (wie zum Beispiel Elektroschocker, Navigationsgeräte und Geräte zur Kommunikation). Am Abend eines langen Tages ist auch Judith endlich eingeschlafen. Sie hat noch lange wach gelegen, denn sie ist sich sicher, eine Hündin gesehen zu haben. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, will Abro etwas zu essen. Im Rucksack sind aber nur noch ein paar verschrumpelte Wurzeln. Plötzlich macht eine Stimme von unten auf sich aufmerksam. Die Stimme gehört zu einem Mädchen namens Bilkis, sie hat dunkelbraune Haut, trägtPfeil und Bogen und einen Rucksack auf dem Rücken. Darin sind Essen und neue Akkus … Am nächsten Tag machen sich die Drei auf den Weg, ohne zu merken, dass ihnen 3 Hunde folgen. Sie schleichen sich in die Nähe der 3 Kinder und beginnen laut zu bellen, als ein heulendes großes Rudel anderer Hunde sich den Kindern rasant nähert. Nun stürzen sich alle in die Schlacht: Es werden Elektroschocks ausgeteilt (von dem Elektroschocker den Judith bei sich hat), Pfeile fliegen durch die Gegend und unter den Hunden wird gebissen und gekratzt. Auf einmal fängt der Anführer des großen Rudels an zu heulen und rennt davon. Das restliche Rudel folgt ihm. Von ihren 3 “Beschützer-Hunden” ist einer schwer verletzt, die Kinder können nichts mehr für ihn tun und ziehen weiter. An einer Weggabelung biegt Bilkis nach links ab, Abro und Judith wednen sich nach rechts. Weder die Kinder noch die drei Hunde wissen, dass sich ihre Wege schon bald wieder kreuzen werden. Schon sehr bald… Meine Meinung: Ich finde es cool,,wie man als Autor so eine fantasievolle Geschichtsidee haben kann. Außerdem finde ich es toll, dass die Geschichte einmal aus der Sicht von Judith und einmal aus der Sicht von Nipper/Kokosnuss (dem einohrigen Hund) geschildert wird. Dies wird durch die Schriftart gekennzeichnet. Im Buch gibt es aber auch traurige Momente, von denen mich einer ziemlich erschreckt hat, muss ich zugeben. Ich empfehle dieses Buch allen, die Hunde mögen und Spannung vertragen und die sich gerne in Geschichten vertiefen. Ella Reiter, 10 Jahre
  • Von: Danielamariaursula

    Seit dem TAG ist nichts mehr so wie es war. Die Welt ist eine graue Aschewüste, in der kaum etwas wächst. Nahrung ist knapp, sauberes Wasser sowieso und die meisten Menschen haben die Katastrophe nicht überlebt. Die wenigen noch existierenden Windräder werden von den sogenannten Elektrokönigen kontrolliert und geladene Akkus sind eine harte Währung. Während die Katzen ausgestorben scheinen, machen immer größere Hunderudel die Gegend unsicher. Daher hat der Vater von Judith und ihrem kleinen Bruder Abrogast ihnen 3 Regeln eingeschärft: 1. Hunde sind gefährlich. Alle. 2. Halte dich fern von ihnen. 3. Überlebe. Anders ist es nur im legendären Land Hoparion, wo Hunde und Menschen friedlich zusammen leben und sogar miteinander sprechen können, wo es noch Äpfel an Bäumen gibt und niemand leiden muss. Doch nur den Guten, Ehrlichen und Gerechten wird der Zutritt gewährt. Dorthin wollen die Geschwister sich durchschlagen, doch nicht nur sie. Sie treffen unterwegs die junge Jägerin Bilkis, ausgestattet mit Bogen und Akkus und drei Hunde schließen sich ihnen aus für sie unerfindlichen Gründen an. Drei sind kein Rudel, das wissen auch die Hunde, aber zu sechst fühlt man sich gleich viel sicherer! Etwas unheimlich, wenn man gleich zu Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow von dem „TAG“ einer absoluten Katastrophe, die fast alles Leben auf der Erde auslöschte, liest. Aber ein paar Überlebende gibt es ja immer. Doch es ist so trostlos und ein täglicher Kampf, dass man sich fragt, ob man so ein Leben eigentlich möchte. Auch das ständige Misstrauen und die ewige Wachsamkeit Gefahren gegenüber sind unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Es hätte sich sicherlich gelohnt, diese Energien zuvor in die Verhinderung der Katastrophe zu investieren. Doch das hilft den Geschwistern auch nicht, ihr Weg ist lang und mühsam und nur ein gefundener Walkman mit einer Drache Kokosnuss Hörspielkassette muntert den kleinen Abro auf. Ja, eine Kassette, seit dem TAG kommt man analog weiter, wobei auch Druckerzeugnisse zerstört wurden. Nur ein Navi konnten sie retten, denn die Satelliten sind fern genug, um nicht zerstört worden zu sein. Alles was heute selbstverständlich ist, existiert nicht mehr, ganz besonders das Gefühl von Sicherheit oder ein Gesundheitssystem. Ganz schön schaurig als Gedanke und bei all der grauen Asche könnte man auch meinen, dass es irgendwie doch deprimierend sei. Erstaunlicherweise ist es das aber nicht, denn die Verbindung zwischen Judith und ihrem kleinen Bruder ist so stark und auch der Hunde untereinander, dass es echt Mut macht. Das erstaunlichste ist jedoch nicht, dass die Hunde ihnen beistehen gegen ein großes Rudel, nein, Bilkis teilt sogar mit ihnen, einfach so, ohne Zwang. Soviel Unterstützung ohne Gegenleistung haben die Geschwister seit dem Tod ihrer Eltern nicht mehr erfahren! Das gibt den jungen Lesern dann trotz der trostlosen Umstände Hoffnung und Zuversicht und prägt bei aller Härte den positiven Grundton des Buches. Dabei geht es hier bisweilen ganz schön zur Sache, denn der Weg ist ein Kampf um Leben und Tod. Das ist nicht nur sehr spannend, nicht zuletzt, weil man immer wieder gespannt ist, wie sich das kleine Grüppchen gegen die Unwirtlichkeit und Feindseligkeit der Welt behauptet, sondern auch, weil ihre Gruppendynamik wirklich fesselnd ist. Alle ihre Mitglieder wachsen einem mit ihren Eigenarten ans Herz. Es ist wirklich großartig zu lesen wie Tiere und Kinder zusammenhalten, wie viel Kraft ihnen die Gewissheit gibt, dass keiner zurückgelassen wird. Auch wenn es keine Bücher mehr gibt, so haben sie doch das Motto der drei Musketiere absolut verinnerlicht. Gemeinsam ist ihr Leben viel reicher geworden, auch wenn ihre Umwelt noch genauso unwirtlich ist, wie vor ihrem Kennenlernen. Ein Buch, dass nicht nur zu meiner Miteinander statt Gegeneinander animiert, sondern auch zur Achtsamkeit gegenüber unserem Planeten. Interessanterweise können die Hunde die Sprache der Menschen verstehen, aber nicht umgekehrt und es dauert eine ganze Weile, bis den Kindern das bewusst wird. Immerhin neigen wir Menschen ja dazu, uns als Krone der Schöpfung zu sehen, dabei sind wir deutlich limitiert. Da dies hier aber nun mal so ist, wird der Weg nach Hoparion sowohl aus Judiths Sicht, als auch des einohrigen Hundes Nipper geschildert. Als Hund ist Nipper zwar in der Lage die Kinder zu verstehen, allerdings ist er nicht so eloquent, sondern beschränkt sich im Ausdruck nur auf das Notwendigste. Dadurch klingt er gleich viel drängender, aber definitiv auch viel animalischer. Absolut empfehlenswert, denn es ist nicht einfach nur spannend, sondern warnt vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit unserer Umwelt und fordert zu mehr Miteinander auf. Vielen lieben Dank an Rüdiger Bertram, Lovelybooks und den cbj Verlag für diese bereichernde Leserunde!
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