Fuchs 8 von George Saunders

George Saunders Fuchs 8

Fuchs 8 war immer schon neugierig und ein bisschen anders als die anderen Füchse seiner Gruppe. So hat er die menschliche Sprache gelernt, weil er sich gern in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlasen. Die Macht der Worte und Geschichten befeuert seine Neugier auf diese Wesen, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben, und sie finden kaum noch Nahrung. Dem stets belächelten Tagträumer Fuchs 8 bleibt nur eines: Er beschließt, seine Fuchsfamilie zu retten, und macht sich auf den Weg zu den Menschen …

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor: „Fuchs 8“ von George Saunders Fuchs 8 war immer schon ein bisschen anders als die andern Füchse seiner Gruppe, denn er ist ein Tagträumer und äußert neugierig. Und so schleicht er sich immer Abends zu den Häusern der Menschen und belauscht diese, wie sie ihren Kindern Gute-Nachtgeschichten vorlesen. Auf diese Weise lernt er ihre menschliche Sprache. „Die Macht der Worte und Geschichten befeuert seine Neugier auf diese Wesen, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben, und sie finden kaum noch Nahrung.“ Fuchs 8 beschließt darauf hin seine Fuchsfamilie zu retten und macht sich auf den Weg zu den Menschen…….. Fazit: George Saunders konnte mich bereits mit seinem Debütroman „Lincoln im Bardo“ faszinieren, für den er mit dem Man Booker Prize 2017 ausgezeichnet wurde. Neben der sehr originellen Geschichte hat mich aber vor allem der eigenwillige Erzählstil begeistert. Und genau diese kreative Erzählweise, gepaart mit einer sehr schönen und berührenden Geschichte, hat er auch mit „Fuchs 8“ zu Papier gebracht. „Zuers möchte ich sagen, Entschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks!“ George Saunders erzählt seine kurze gerade einmal 56 Seiten lange Geschichte in Form eines Briefes, den Fuchs 8 an die Menschen schreibt. Dies führt zuweilen zu sehr lustigen Lesemomenten. Es macht einfach Spaß Saunders kleine herzerwärmende und nachdenkliche Fabel zu lesen, die uns zu mehr reflektierendem Verhalten gegenüber unserer Umwelt aufruft, ohne dabei den pädagogischen Zeigefinger allzu sehr zu erheben. Die ansprechenden Illustrationen von Chelsea Cardinal runden die Geschichte ab und machen das kleine Büchlein zu etwas ganz Besonderem, das man zu passenden Gelegenheiten auch gut verschenken kann. „Fuchs 8“ hat mich stark an „Die Möwe Jonathan“ denken lassen, die ich vor mehr als 30 Jahren gelesen habe und die mich damals sehr bewegt hat. „Fuks 8“ eine schöne und sehr anrührende Geschichte! Besten Dank an den "Luchterhand Verlag" für das Rezensionsexemplar.
  • Von: amara5

    Ein Fuchs schreibt einen Brief an die Menschen und erzählt seine Geschichte. Wie er dazu kam, "Mänschisch" zu lernen als er den Menschen beim Lesen von Gute-Nacht-Geschichten am Fenster zugesehen hat, wie er von dem Rieseneinkaufszentrum erfahren hat, das seinen Fuchsfreunden den Lebensraum zerstört und wie er sich mit dem gutmütigen Fuchs 7 auf den Weg zu den Menschen macht, von denen er eigentlich Gutes denkt, und was ihm dabei Herzzereißendes passiert. Fuchs 8 war schon immer ein bisschen der Träumer und Fantast unter seinen Rudelgenossen, aber sein Plan war zukunftsweisend gedacht. Denkt man am Anfang noch, es könnte sich um ein Kinderbuch handeln (ein hochwertiges, wunderschönes Cover und zahlreiche Illustrationen von Chelsea Cardinal), wird man beim Lesen eines Besseren belehrt. Der Fuchs hat zwar eine lustige Lautschrift und beschreibt so manches mänschisches (Konsum-)Verhalten in urkomischer Erzählweise, aber der Inhalt ist sehr traurig-verstörend und wird zum Ende hin auch nicht aufgelöst. So rüttelt George Saunders' gelungene Fuchsgeschichte gerade mit dem Spiel des Naiven sehr auf und zeigt auf das zerstörerische Verhalten der Menschen. Ein Antimärchen über Tod, Umweltzerstörung und Verantwortung, das aufschreckt und lange nachwirkt - Fuchs 8 wartet noch auf Antwort auf seinen Brief.
  • Von: Libertine

    Ungesehen sitzt er vor dem Fenster eines Hauses und lauscht den Geschichten, die aus dem Innern zu ihm dringen. So lernt er, die Sprache der Menschen zu sprechen, zu lesen und zu schreiben. Was bei einigen nun vielleicht Erinnerungen an den Spracherwerb von Frankensteins Monster erweckt, wird dieses Mal jedoch von einem Wesen angewandt, das um einiges kleiner ist als das Monster aus Frankenstein: Es ist ein Fuchs, der die menschliche Sprache lernt. Fuchs 8 wird dieser besondere Fuchs genannt, denn alle Mitglieder seines Rudels tragen eine Zahl in ihrem Namen. Und dieser Fuchs ist nicht nur, wenn es um die Geschichten der Menschen geht, sehr neugierig. Seine Neugier begleitet ihn das ganze Buch über, zum Guten und zum Schlechten. »Zuers möchte ich sagen, Enschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks! Und schreibe oder buchstabire deshalb nich perfekk.« Und dieser Fuchs hat einige Fragen an uns. Fuchs 8 Art zu sprechen und zu schreiben scheint im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, doch in Windeseile verfliegt dieser Eindruck, denn das, was dieser Fuchs zu erzählen hat, ist um einiges wichtiger, als die Wörter, in die er es kleidet. Und für einen Autodidakten ohne Gesprächspartner macht er seine Sache doch sehr gut. »Ir solltet mal di vilen nich netten Sachen hören di ein Ber in Berisch sagt wärend er ein jakt, wärend man gerade noch um ein Har in den Bau schlüpft und versucht, vor den anderen Fülsen nich gleich loszuhoilen.« Es ist schwer, über ein Buch zu schreiben, das einen verzaubert hat. Zuallererst will Fuchs 8 eines klarstellen: Füchse sind nicht so, wie Märchen sie darstellen, nicht listig und schlau – auch bei Bären, Eulen und vor allem Hühnern weichen unsere Märchen von seinen Erfahrungen ab. »Wir legen keine Hüner rein! Wir sind sehr offen und erlich mit Hünern! Mit Hünern haben wir ein super fären Dil, der get so: Si machen di Aja, wir nehmen di Aja, si machen noie Aja.« In all seiner Einfachheit und Kürze rührt George Saunders Fuchs 8. Es ist kein lautes Buch, das mit wichtig klingelnden Begriffen und Fachwörtern auf sich aufmerksam machen will, sondern ein sehr leises Buch: Fuchs 8 kann die Dinge, die er sieht und erlebt, nicht erklären. Doch er hat nach vielen, vielen Abenden vor einem Fenster die Sprache der Menschen erlernt, um seine Erlebnisse mitzuteilen und diese fragen zu können: oft amüsant und liebevoll formuliert.
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