1870/71: Der Mythos von der deutschen Einheit von Tillmann Bendikowski

Tillmann Bendikowski 1870/71: Der Mythos von der deutschen Einheit

Die deutsche Einheit – nur ein Mythos?

Der Mythos von der deutschen Einheit prägt bis heute, so Tillmann Bendikowski, die Sicht der Deutschen auf sich selbst und ihre Geschichte. Zentrales Gründungsdatum dieses Mythos ist der Krieg gegen Frankreich und die anschließende Reichsgründung im Jahr 1870/71. Anhand der eingehenden Schilderung von neun symbolträchtigen Tagen werden entscheidende Abschnitte auf dem Weg zur deutschen Einigung unter Preußens Führung vergegenwärtigt: von der Flucht des Welfenkönigs aus Hannover ins österreichische Exil im Juni 1866 bis – nach der Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles – zur Siegesparade fünf Jahre später.

Das Buch erhält einen 16-seitigen Farbbildteil, der die für die Thesen des Buches wesentlichen Ereignisse der Zeit darstellt.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Karl Adam

    Einheit um den Preis der Freiheit, so schließt der Autor, gilt es abzulehnen. Während seinerzeit von Partikularisten gesprochen wurde, wenn es um Widerstände gegen die preußische Hegemonie ging, wird die heutige föderale Ordnung oft – und zuletzt im Zuge der Corona-Krise – als „Flickenteppich“ diffamiert. Aber liegt nicht gerade in Bundesstaatlichkeit und regionaler Vielfalt eine Grundkonstante deutscher Gegebenheiten? Auf solche und andere Fehlwahrnehmungen neuerer deutscher Geschichte fakten- und diskursgesättigt hinzuweisen, ist Kern dieses Buches, das die Saison der Gedenkschriften zu „1871“ verdienstvoll einläutet.