Der Ruf der Kraniche von Bernhard Weßling

Bernhard Weßling Der Ruf der Kraniche

Auf den Spuren der geheimnisvollen Vögel des Glücks

Kraniche sind rätselhafte Vögel. Nur wenige wissen etwas über diese grazilen Tänzer der Lüfte. Der renommierte Naturforscher Bernhard Weßling nimmt uns mit auf spannende Expeditionen in ihre verborgene Welt und geht den Mythen um die Vögel des Glücks auf den Grund. Mithilfe einer eigens entwickelten Methode hat der Kranichexperte ihr Verhalten erforscht und Teile ihrer Sprache entschlüsselt. Eindrucksvoll bebildert und ganz nah an der Natur erzählt, legt er seine Erkenntnisse über ihre Anpassungs- und Problemlösungsfähigkeit, ihr Einfühlungsvermögen und ihren manchmal eigenwilligen Charakter dar. Seine Beobachtungen lassen uns tief in die Lebensweise und das Bewusstsein der Kraniche eintauchen und zeigen uns die erstaunlichen Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier. Ein verblüffendes Werk über Entdeckergeist, Demut und Achtung vor der Natur im Sinne eines Alexander von Humboldt.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Christian Gerhard

    Ich lebe in einem Land, in dem der Kranich nicht nur ein Symbol für Langlebigkeit und Glück ist, sondern wo der Mandschurenkranich mit seinem roten Punkt auf der Stirn eine besondere nationale Bedeutung hat. Das war für mich, der ich eher die Belletristik bevorzuge, eine Brücke, um das Buch zu kaufen. Auf 400 Seiten legt uns ein international anerkannter Kranichexperte die Dokumentation seiner Forschungen in verschiedenen Ländern vor, deren Ausgangspunkt die Beschreibung und Deutung des Rufverhaltens der Kraniche ist. Ich habe die Lektüre genossen. Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen habe ich Informationen und Einblicke in eine mir vollkommen unbekannte Welt erhalten. Der Leser erfährt, dass bei Auswilderungsprogrammen von Schreikranichen in den USA die Lautäußerungen überlebenswichtig sind, wie spannend es sein kann, den Duettruf von Kranichen aufnehmen zu können, dass Graue Kraniche zur Gruppenbildung übergegangen sind und näher an menschlichen Behausungen leben. Zudem werden im Anhang auch detaillierte Anleitung und Tipps für den Laien zum Aufnehmen von Vogellauten gegeben. All die Forschung und vor allem das Bemühen um Ergebnisse werden geschildert wie ein Abenteuer. Es wird nie langweilig, weil der Leser mitten in den Ereignissen steht, neben dem Autor und dessen persönlich gefärbten Stellungnahmen. Zum anderen hat mich das Buch in Beschlag genommen, weil, wie schon im Titel angedeutet, die Motivation für das Verhalten des Autors überall durchscheint. Die ist bei Dr.Weßling aber nicht einlinig, sondern interessant, da komplex. Es wird für den Leser nachvollziehbar, wie ganz private Erlebnisse zusammenspielen mit einem Faible für die Naturwissenschaften , wie die Suche nach Zusammenhängen und Erklärungen gepaart ist mit einer Liebe zur Natur. Es ist wohl eine tiefsitzende und allgemeine Neugierde des Autors, die ihn befähigt, aus seiner Beschäftigung mit den Kranichen zwanglos einen Bogen zu schlagen zu Problemen des Umweltschutzes und zum denkbaren Funktionieren des tierischen und menschlichen Bewusstseins. Neben dem Fachwissen ist es diese Mischung von Motivationen , die das Buch belebt und durchgehend lesenswert macht. Das Buch schenkt dem Leser eine „Sinfonie von Beobachtungen und Erlebnissen“ (S.265). Für den Fachmann ist es ein „Muß“ wegen seiner wissenschaftlichen Fundierung. Für den Laien ist es ein „Muß“, weil es einen sonst schwer zugänglichen Ausschnitt unserer Wirklichkeit nahe bringt und ihn verknüpft mit unserer weiteren Erfahrenswelt. Nach dem Lesen war ich nicht nur sehr viel klüger, sondern auch ein bisschen weiser.
  • Von: Tim Unverhau

    Ich bin nicht speziell an Vögeln interessiert, erst recht nicht an Kranichen, sondern ganz allgemein Naturliebhaber. Ein Bekannter empfahl mir das Buch „dringend“, also fing ich mit skeptischem Blick an zu lesen: ein Sachbuch über Kraniche? So etwas hatte ich noch nie in der Hand, nicht einmal etwas Ähnliches. Als ich zu lesen anfing, konnte ich nicht mehr aufhören. Es fängt an mit der sehr knappen Erzählung, wie der Autor zur Natur, zu den Vögeln hingezogen wurde, und schließlich zum Naturschutz. Er hört irgendwann trompetenartige Rufe aus einem Moor heraus, weiß nicht, welcher Vogel solche Rufe macht, erfährt, daß es Kraniche sind und ist ihnen sofort verfallen. Er wird in den Kranichschutz hineingezogen, bald darauf Leiter des Projektes, dann fängt er – Naturwissenschaftler, der er hauptberuflich ist – an zu zweifeln an dem, was er über Kraniche liest, während er bei ihnen etwas Gegenteiliges beobachtet, so fängt er an zu forschen. Er scheint in alles ungewollt hineinzustolpern, betreibt die Arbeit dann aber mit vollem Einsatz. Er entwickelt eine Methode, Kraniche anhand ihrer Stimme zu erkennen und über Jahre hinweg wiederzuerkennen. Betreibt damit allein mehrere Monitoring-Projekte. Wird deshalb nach Asien gelockt, erforscht dort Mandschurenkraniche. Wird gedrängelt, an einem großen Artenrettungsprojekt (Schreikraniche, von denen es damals nur noch 160 Exemplare gab) teilzunehmen, nimmt dafür die Mühen (und Risiken!) mehrerer solo-Expeditionen in riesige menschenleere Gebiete auf sich. Die Ergebnisse sind entscheidend für den Erfolg des Schreikranichprojektes. Immer wechselt der Stil zwischen spannender und sachlicher und locker-lustiger, gut gelaunter Erzählweise. Ich wurde so praktisch Zeuge seiner Erkenntnisfortschritte – nach und nach wird klar: Kraniche sind keine Bioroboter, die sich schematisch verhalten, sondern sehr intelligent, sich ihrer selbst bewußt, fähig zur Problemanalyse und -lösung, es sind unterschiedliche Persönlichkeiten, die Wahlmöglichkeiten haben und entscheiden; die auch teilweise sehr dynamische Beziehungsgeschichten offenbaren. Besonders beeindruckend sind die Schlußkapitel. Nun ist der Autor nicht mehr der stolpernde Autodidakt, der sich in neue Gebiete einarbeitet und so zu einem weltweit gesuchten Bioakustik-Experten wird, sondern fast schon ein Naturphilosoph. Er plädiert für viel mehr Respekt der Natur und den Tieren gegenüber, diskutiert die Frage ob wir Menschen wirklich einzigartig sind (bzw was von den „einzigartigen“ Eigenschaften, die wir haben, auch bei Kranichen und somit anderen Vögeln zumindest in Ansätzen zu beobachten ist, bis hin zum Werkzeuggebrauch und zur Entwicklung von Kultur!), und leitet praktische Konsequenzen für den Natur- und Artenschutz ab. Er selbst ist seit einem Dutzend Jahren als Gesellschafter und Geschäftsführer eines großen Demeterhofes aktiv – Artenschutz in der Landwirtschaft.
  • Von: die.buecherdiebin

    Dem Kranichforscher Bernhard Weßling ist es auf eine absolut unterhaltsame und humorvolle Art und Weise gelungen, ein interessantes und auch sehr informatives Buch über die „Vögel des Glücks“ - die Kraniche - zu schreiben. Seit mehr als dreißig Jahren beschäftigt er sich mit der Beobachtung und Verhaltensforschung von Kranichen und gilt inzwischen als international anerkannter Kranichexperte. Bernhard Weßling schreibt über Mythen und Fakten, über Verhaltensweisen der Vögel, ihre Kommunikation, über ihre Feinde (Menschen leider ebenso wie Tiere) und über vieles andere. Besonders gut gefallen haben mir die vielen kleinen Anekdoten und oft witzige Verhaltensweisen der Kraniche, die tatsächlich an menschliche Verhaltensweisen erinnern. Auf jeder Seite spürt man die Liebe des Autors zu diesen Vögeln. Oft gibt er den Paaren, die er beobachtet, Namen (die Pioniere, die Schlitzohren, Romeo und Julia) und durch diese Emotionalität bringt er auch dem Leser die Kraniche näher. Mir persönlich haben am besten Weßlings Beobachtungen der Grauen Kraniche im Duvenstedter Brook gefallen, deswegen sind die Kapitel von Kranichen in anderen Ländern aber nicht weniger interessant. Am faszinierendsten fand ich allerdings den geglückten Flug der jungen Schreikraniche mit drei Ultraleichtflugzeugen als Leittieren von Wisconsin nach Florida über 1218 Meilen. Ergänzt wird der Text mit mit faszinierenden Fotos auf zwei Bildstrecken. Tipp: Bernhard Weßling war am 25. März zu Gast bei DAS! - im Gespräch mit Inka Schneider. Zu sehen in der ardmediathek - sehr interessant, inklusive Filmaufnahmen. Fazit: Wenn ich jetzt im nächsten Herbst die Kraniche auf ihrem Weg in den Süden über unser Haus fliegen sehe, oder sie in der Boddenlandschaft von Fischland-Darß-Zingst beobachte, werde ich diese schönen Vögel mit anderen Augen sehen. Ich habe viel Interessantes und Wissenswertes dazugelernt und kann allen Naturliebhabern dieses tolle Buch nur ans Herz legen.
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