Die Macht der Schrift von Martin Puchner

Martin Puchner Die Macht der Schrift

Die Geschichte unserer Zivilisationen in den vergangenen vier Jahrtausenden ist eine Geschichte des geschriebenen Wortes. Die Verschriftlichung von Gründungsmythen, Erzählungen über Recht und Unrecht hat Weltreiche mehr verändert als Heerscharen von Soldaten.

Martin Puchner zeigt in seinem beeindruckenden Werk, wie sechzehn Texte der Weltgeschichte, von Homers »Ilias« bis zu »Harry Potter«, unseren Blick auf die Welt und unser Handeln darin geprägt haben. Und dass wir auch heute noch mit Fug und Recht behaupten können, in einer geschriebenen Welt zu leben, die ohne die Errungenschaften eines Alphabets, ohne die Kunstfertigkeit des Schreibens, ohne die Fantasie von Autoren, ohne das Wissen um den Papierdruck eine vollkommen andere wäre. Schließlich vollzieht Puchner auch die Umbruchsphase der Digitalisierung nach und fragt, was sie für unsere Gegenwart und Zukunft bedeutet.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: warmerSommerregn

    Über Verschriftlichungen von Gründungsmythen oder Vorstellungen über Recht und Unrecht lassen sich viele Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Zivilisation in den zurückliegenden vier Jahrtausenden gewinnen. Dabei hat die Schrift stets einen signifikanten Einfluss gehabt, dessen man sich häufig kaum bewusst ist. Schon für Alexander den Großen war die Ilias ein sehr prägendes und unabdingbares Werk. So führt Puchner den Leser durch verschiedene Zeitalter und behandelt dadurch Buddha, Konfuzius, Esra, Goethe, Marx und Mao, Walcott oder auch J.K. Rowling. Bei der Lektüre lernt man einiges dazu und gewinnt neue Blickwinkel auf Sprache und Schrift. Zudem wird ein breites Spektrum an Themen, Epochen und Gegenden abgedeckt. Einziger Kritikpunkt ist für mein Empfinden, dass das Werk überwiegend sehr trocken geschrieben ist und sich stellenweise sehr zieht. Insgesamt handelt es sich jedoch um ein empfehlenswertes Buch. Daher vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen!
  • Von: Dr. Michael Lausberg

    Die Geschichte unserer Zivilisationen in den vergangenen vier Jahrtausenden ist eine Geschichte des geschriebenen Wortes. Die Verschriftlichung von Gründungsmythen, Erzählungen über Recht und Unrecht hat Weltreiche mehr verändert als Heerscharen von Soldaten: „The pen is mightier than the sword.“ Der Germanist Martin Puchner erklärt, wie Literatur die Geschichte der Menschheit formte und immer noch formt und die Grundpfeiler unserer Zivilisation bilden: „Manchmal versuche ich mir eine Welt ohne Literatur vorzustellen. (…) Das wäre äußerst misslich, beschreibt aber nicht mal annähernd, wie grundlegend anders unsere Welt wäre, wenn es überhaupt nie eine geschriebene Literatur gegeben hätte und Geschichten von jeher ausschließlich mündlich weitergegeben worden wären. (…) Fast jeder religiöser Glaube wäre ohne die Schriften, die in zum Ausdruck brachten und verbreiteten, irgendwann wieder verschwunden.“ (S. 9) Dies sind unter anderem das Gilgamesch-Epos, die Illias von Homer über den Trojanischen Krieg, die Heilige Schrift, die Geschichte Tausendundeine Nacht, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, das Kommunistische Manifest 1848 oder Harry Potter, die hier behandelt werden. Für dieses Buch bereiste er die Orte, wo große Texte geschrieben wurden. Dort sprach er mit Archäologen, Übersetzern und Autoren wie Derek Walcott in der Karibik und Orhan Pamuk in Istanbul. Nach dem Vorwort gibt es eine Karte der besuchten Orte und eine Zeittafel der Schriften. Dann folgen 16 Kapitel, in denen jeweils eine Geschichte über Literatur und seine Kraft erzählt wird. Anhand von zahlreichen Texten, die die Weltgeschichte durch die Jahrtausende geprägt haben, verweist Puchner auf die Macht des geschriebenen Wortes. Er zeigt eindrücklich auf, wie geschriebene Literatur die Welt geprägt hat und immer prägen wird. Außerdem sind seine Reiseeindrücke spannend geschrieben, die ein gelungenes Buch abrunden.