Mit Nachsicht von Sina Haghiri

Sina Haghiri Mit Nachsicht

Ein ermutigendes Buch voller Anregungen, sich selbst und andere in neuem Licht zu sehen

Für uns alle ist die Versuchung groß, Misstrauen gegenüber anderen zu entwickeln und die Welt als kalten Ort zu sehen. Das gilt leider besonders, wenn wir ohnehin psychisch angeschlagen sind oder in einer Krise stecken und uns eigentlich nach Nähe und Vertrauen sehnen – doch das hat Folgen.

Menschen übernehmen Vorurteile, sehen sie durch Einzelfälle bestätigt und übertragen sie auf ganze Gruppen. Auf gesellschaftlicher Ebene werden die Gräben dadurch immer tiefer, auf individueller Ebene lösen wir gerade durch diese Erwartung oft erst irritierte Reaktionen beim Gegenüber aus.

Der Psychotherapeut und Podcaster Sina Haghiri beobachtet zunehmend die Konsequenzen des sinkenden Vertrauens in andere: Mentale Gesundheit und Beziehungen leiden darunter, viele Menschen klagen über Depressionen und Einsamkeit.

Unsere negative Sicht von anderen beruht in Wahrheit jedoch häufig auf menschlichen Fehlern oder zu negativen Darstellungen in Medien und sogar Wissenschaft, und dagegen können wir etwas tun: Wir können uns unserer falschen Annahmen bewusst werden und eine Haltung der Empathie kultivieren. Dafür braucht es vor allem eins: Nachsicht. Sie kann uns nicht nur helfen, andere besser zu verstehen, sondern auch mitfühlender mit uns selbst zu sein – und das Gute in der Welt zu erkennen, statt vom Schlechten auszugehen.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Eternal-Hope

    Ab und zu gibt es Sachbücher, in denen so interessante, neue Inhalte erzählt werden, dass sie einiges von der bisherigen Weltsicht und die verbreiteten Menschenbilder der letzten Jahrzehnte auf den Kopf stellen. Wer hat noch nicht von den berühmten sozialpsychologischen Experimenten des 20. Jahrhunderts gehört? Zum Beispiel das Milgram-Experiment und die Bereitschaft fast aller Menschen, autoritätshörig Stromschläge zu verteilen, bis zum angenommenen Tod der Versuchsperson. Ebenso berühmte literarische Werke wie William Goldings "Herr der Fliegen", die ein sehr düsteres Bild der menschlichen Natur zeichnen. Und zusätzlich dazu die bekannten schrecklichen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Eigentlich haben wir allen Grund, einander zu fürchten, oder? Und doch... dem Psychologen und Verhaltenstherapeuten Sina Haghiri gelingt es in diesem Buch, einige dieser verbreiteten Annahmen von der grundsätzlichen Schlechtigkeit der Menschen zu hinterfragen und ein differenzierteres Bild zu zeichnen. Zum Beispiel erfahren wir, dass uns zu den berühmten Experimenten so einige wichtige Fakten unterschlagen wurden... etwa, dass der Versuchsablauf für wenige Versuchspersonen überhaupt glaubwürdig war, und es teilweise wesentlich mehr Protest und Widerspruch gab, als allgemein vermittelt wird. Und dass der Autor des Herren der Fliegen, wie man aus seinen Tagebucheinträgen weiß, zumindest eine sehr fragwürdige Persönlichkeit mit einem sehr dunklen Weltbild war, und tatsächlich, als eine Gruppe Jungen in der Realität auf einer Insel strandete und allein zurecht kommen mussten, diese miteinander freundlich und kooperativ waren, sich bei Verletzungen gegenseitig versorgten und halfen... aber diese wahre Geschichte kennt kaum jemand. Nach diesem sehr nachdenklich machenden Einstieg erfahren wir in verschiedenen Kapiteln mehr über die Hintergründe der derzeit so verbreiteten negativen Menschensicht. Es geht darum, wie wichtig für Menschen immer ihr Überleben war und was das für ihren Fokus bedeutet, aber auch um moderne Herausforderungen wie die nun bedeutsam werdende Selbstregulationsfähigkeit in Bezug auf Essen, Medienkonsum, Internet und vieles mehr... die aber evolutionär etwas sehr Junges ist und erst gelernt werden muss. Insgesamt wird im Buch unterhaltsam erklärt und wissenschaftlich fundiert aufgezeigt, warum es Grund zur Hoffnung gibt und Menschen in vielem freundlicher sind als erwartet... aber auch wie unsere eigenen Vorstellungen und Annahmen das prägen, was wir erleben. So lernen wir zum Beispiel über Konzepte wie den fundamentalen Attributionsfehler und den Kiesler-Kreis, die beide zeigen, dass das, was wir von der Welt wahrnehmen, keineswegs die objektive Realität ist, sondern sowohl durch unsere Deutungen als auch durch unser eigenes Verhalten stark mitgeprägt wird. Auch deshalb ist Nachsicht eine förderliche Haltung für ein angenehmes Miteinander. Für alle, die sich für Menschen, die Welt und Psychologie interessieren, ist es ein sehr spannendes Buch, aus dem man viel lernen kann. Ich selbst habe ebenfalls Psychologie studiert, somit waren mir viele der beschriebenen Experimente schon bekannt - durch die neuartige und kritische Sichtweise des Autors darauf, unter Einbezug zusätzlicher Quellen, war aber auch für mich einiges Neues und Interessantes dabei. Somit kann das Buch auch als Weiterbildung und Up-Date für in diesem Bereich schon einschlägig vorgebildete durchaus empfohlen werden. Ein spannendes und Hoffnung machendes Buch, das bei mir sicher noch lange nachwirken wird, in dem ich immer wieder mal nachschlagen werde und das ich definitiv weiterempfehlen werde.
  • Von: Anika H.

    Mir hat das Buch "Mit Nachsicht" insgesamt gut gefallen. Der Autor wählt einen angenehmen Einstieg in die Thematik und lässt an vielen Stellen Geschichten aus seiner eigenen Erfahrung als Psychotherapeut mit einfließen, was das Dargestellte schön veranschaulicht. Das Buch ist ansprechend designt und lässt sich insgesamt gut lesen. Das Geschriebene ist leicht zu verstehen, ist dicht an Informationen und man lernt nebenbei einige Fachbegriffe aus der Psychotherapie. Alles, was unklar sein könnte, wird erläutert und somit empfinde ich, dass dieses Buch ein guter Einstieg für all diejenigen ist, die sich noch nicht intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Mir persönlich fehlten ein paar tiefergehende Analysen oder auch der Einfluss neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass intensiver auf die Empathie, die man sich selbst gegenüber empfinden kann (oder auch Selbstmitgefühl), eingegangen wird.
  • Von: Julia

    In seinem Arbeitsalltag als Psychotherapeut nimmt Autor Sina Haghiri häufig wahr, dass Menschen ihre Mitmenschen negativ bewerten, das Vertrauen in das Gegenüber fehlt und der Glaube an das Gute im Menschen verloren geht. Doch ist es um unsere Gesellschaft wirklich so schlimm bestellt, wie viele von uns annehmen? Dieser Frage geht Haghiri in seinem neuen Ratgeber auf den Grund und liefert dabei verblüffende Antworten. Ich fand das Thema dieses Ratgebers direkt spannend und war gespannt darauf, mehr über die Themen Empathie und Nachsicht zu erfahren. Die Herangehensweise des Autors an die Thematik hat mir dabei sehr gut gefallen: Er verzahnt eigene berufliche Erfahrungen und anschauliche Fallbeispiele mit Erkenntnissen aus Studien und Befragungen. Dabei merkt man, dass viel Recherchearbeit in diesen Ratgeber geflossen ist. Quellen werden offengelegt und ermöglichen es, selbst nochmal tiefer nachzulesen, sofern gewünscht. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor viele bestehende Thesen und Studienergebnisse nochmals aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und so zu neuen, überraschenden Ergebnissen kommt. Dabei legt er seine Gedanken nachvollziehbar und in verständlicher Sprache dar. Ich konnte Haghiri stets gut folgen, hing quasi an seinen Lippen und war begeistert über die vielen verschiedenen Facetten der Nachsicht, die er beleuchtet. Die Lektüre dieses Ratgebers würde aus meiner Sicht jedem von uns gut tun, denn es ein Appell für mehr Nachsicht und Empathie!
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