Narren des Zufalls von Nassim Nicholas Taleb

Nassim Nicholas Taleb Narren des Zufalls

Wie wir den Zufall in unser Leben mit einbeziehen können

Es wimmelt vor Menschen, die Erfolge auf ihre »Strategie« und ihr »Können« zurückführen. Doch bestimmen Glück und Zufall unser Leben stärker, als wir denken. In seinem kenntnisreichen, tiefsinnigen und unterhaltsamen Buch zeigt der renommierte Zufallsforscher und Erfolgsautor Nassim Nicholas Taleb, dass wir oft fälschlicherweise Glück für Geschick halten. Dabei ist etwa der Börsenhandel oft wie russisches Roulette – ein gefährliches Spiel, dessen Ausgang niemand vorhersagen kann. Taleb entlarvt unsere menschliche Schwäche, dort Zusammenhänge zu suchen, wo gar keine sind, und von vergangenen Erfolgen auf zukünftige zu schließen. Seine präzisen Reflexionen sind auf alle Lebenslagen übertragbar und schützen uns davor, in Zukunft vom Zufall zum Narren gehalten zu werden.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Aktiengram

    Die heutige Buchvorstellung handelt von Narren des Zufalls, einem Buch von Nassim Taleb. Für mich das erste Buch des Autors, von dem ich im Vorfeld schon einige positive, aber auch kontroverse Meinungen gehört habe. Man könnte ihn wohl auch als stellenweise provokant bezeichnen. Zugegeben, anfangs habe ich mich mit dem Schreibstil schwer getan. Möglicherweise wäre hier auch die englische Version die bessere Wahl gewesen. Je weiter man aber in das Buch eintaucht, desto interessanter wird es. Eine der Kernaussagen im Buch beschreibt so beispielsweise, dass die meisten Menschen, die von sich selbst behaupten erfolgreich zu sein und den Weg dort zu kennen scheinen, im Wahrheit Lügner sind. Unbewusst oder bewusst, Narren des Zufalls. Denn viel mehr hat der Zufall als das eigene Können schlussendlich den Erfolg eingebracht. Seitenhiebe Immer wieder entdeckt man Seitenhiebe und Kritik an den verschiedensten Menschen und Personen. Eine ungewöhnliche Art zu schreiben. Vielleicht bleiben einem die Erzählungen aber auch gerade deswegen so präsent in Erinnerung. Ein Teil des Buches handelt auch von verschiedenen Denkfehlern, genannt „Bias“. Also der Verzerrungen in unserer eigenen Wahrnehmung und unserem Denken. Ein bekanntes Beispiel wäre dazu der sogenannte Rückschaufehler. Im Artikel Umgang mit Krisen an der Börse habe ich diesen schon einmal beschrieben. Der Rückschaufehler besagt, dass wir nachdem ein Ereignis eingetreten ist, die Vorhersehbarkeit dieses Ereignisses überschätzen. Die Verzerrung der eigenen Wahrnehmung tritt hier in Kraft. Ein einfaches Beispiel dazu: Viele Anleger denken sich aus heutiger Perspektive: „Ich wusste eigentlich immer, dass Amazon ein sehr erfolgreiches Unternehmen wird. Mein Fehler war, nicht frühzeitig zu investieren. So ist mir Rendite entgangen. Der Fehler passiert mir nicht noch einmal.“ Dabei betrachten wir aber nicht die Tatsache, dass vor 20 Jahren sicher noch 10 andere Unternehmen interessant und aussichtsreich für uns waren. Von diesen 10 existieren heute vielleicht noch 3. Eines davon ist Amazon. Zum Zeitpunkt in der Vergangenheit lag allerdings keine wirkliche Einschätzung vor, schließlich hätte man ansonsten vermutlich in die Aktie investiert. In Nachhinein passt man allerdings seine eigenen Gedanken häufig unwissentlich an das heutige Ergebnis an. Die Folge dieses Effekts ist es also, dass wir im Nachhinein denken, einen offensichtlichen Fehler begangen zu haben. Dabei war das Ergebnis eigentlich ungewiss. Monte-Carlo-Simulation Im Rahmen der Wahrscheinlichkeitstheorie wird im Buch mehrfach die Monte-Carlo-Simulation thematisiert. So beschreibt Taleb seine Gedanken rund um das Thema alternative Historien und seine Ausprägungen und Experimente dazu. Das Buch bewerte ich mit AA+. Im Buch fehlt mir stellenweise der rote Faden, sodass die Erzählungen etwas Durcheinander wirken. Insgesamt ist es aber definitiv lesenswert für Menschen, die mehr über die psychologischen Effekte und die Denkmuster im Zusammenhang mit der Börse wissen möchten. Es regt definitiv zum Hinterfragen der eigenen Denkweise und auch der anderer Menschen, Medien und Politik an. Weitere Buchvorstellungen sind in der Kategorie Bücher zu finden.
  • Von: Finanzbiber

    "Narren des Zufalls" ist ein Buch, das Nassim Nicholas Taleb aus dem Bauch heraus geschrieben hat und das in erster Linie zum Vergnügen gelesen werden sollte. Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung innerhalb des Gebiets der Zufallsforschung, vielmehr ein persönlicher Essay des Autors, wobei er es sich nicht nehmen lässt, zumindest im Anhang des Buchs etliche Punkte aus den Kapiteln weiter auszufeilen und ein paar „selektive Referenzen“ zu nennen. Das Buch konzentriert sich darauf, wie sich die Menschheit durch den Zufall narren lässt. Dass der Zufall unserem Verstand gerne mal einen Streich spielt ist offensichtlich. So erscheinen uns Ereignisse der Vergangenheit rückblickend immer weniger zufällig, als sie es tatsächlich waren (das wäre der sogenannte Rückschaufehler oder Hindsight Bias). Die herausragenden Erfolge mancher Personen schreiben wir hauptsächlich ihren Fähigkeiten zu, statt dem Zufall. Dies sind nur zwei der vielfältigen Möglichkeiten, in denen wir den Einfluss des Zufalls auf unser Leben entweder gar nicht wahrnehmen oder deutlich unterschätzen. Das Buch gliedert sich nach 40 Seiten Vorwort und Prolog in insgesamt drei Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit den sichtbaren und unsichtbaren Historien und der Eigenschaft „schwarzer Schwäne“. Im zweiten Teil geht es um Wahrscheinlichkeitsverzerrungen. Der dritte Teil beschäftigt sich schließlich mit Talebs persönlichen Kampf mit der Ungewissheit und dem Zufall und beinhaltet zudem einige praktische Tipps und philosophische Hilfsmittel wie Stoizismus. An und für sich ist Narren des Zufalls alleine aufgrund der Sprache und der anekdotischen Art und Weise ein Genuss zu lesen. Was Narren des Zufalls aber ganz klar fehlt, ist ein roter Faden und eine sinnvolle Struktur. Der Aufbau wirkt teilweise wie ein beliebiges Aneinanderreihen von Anekdoten. Die Zielgruppe für das Buch lässt sich nur schwer bestimmen. Wer eine Einführung in das Gebiet der Zufallsforschung, Statistik oder Wissenschaftsphilosophie sucht, wird sich mit diesem Buch etwas schwer tun, da es nicht den typischen Charakter eines Sachbuchs hat. Wer hingegen bereits Vorkenntnisse mitbringt, dem wird das Buch nicht genug in die Tiefe gehen. Aus meiner Sicht sollte das Buch genau zu dem Zweck gelesen werden, zu dem es der Autor selbst auch vorgesehen hat, nämlich zum Vergnügen. Wer besonders davon profitieren möchte, sollte sich ausreichend Zeit zum Reflektieren nehmen und es gerne auch ein zweites Mal lesen. Auch wenn Talebs Ausführungen und Erläuterungen oftmals sehr arrogant wirken, so behandelt er im letzten Kapitel auch seine eigenen Schwächen und gesteht sich ein, selbst ein großer Narr des Zufalls zu sein. Er hat sich jedoch einige Tricks angeeignet, um mit Ungewissheit und Zufall umzugehen, die er in diesem letzten Kapitel erläutert. „Von Soros habe ich gelernt, zu Beginn jedes Meetings in meiner kleinen Tradingfirma alle Anwesenden darauf hinzuweisen, dass wir nichts als ein Haufen Dummköpfe sind, die nichts wissen und zu Fehlern neigen, aber zufällig auch das seltene Privileg genießen, uns dessen bewusst zu sein.“ Alles in allem handelt es sich bei "Narren des Zufalls" um ein sehr humorvolles Buch mit außergewöhnlich schöner Sprache und elegant formulierten Sätzen und dürfte für alle interessant sein, die auf anekdotische (und etwas arrogante) Weise von Nassim Taleb erfahren möchten, wie der Zufall uns oft zum Narren hält.