Der Basar des Schicksals von Odile Bouhier

Odile Bouhier Der Basar des Schicksals

Mai 1897: Der große Brand von Paris bedeutet für viele den Tod. Für vier Frauen ist er die Rettung

Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung, einem prächtigen Basar mitten in Paris, bricht ein Feuer aus, das schnell auf die Kleider und Hüte der vorwiegend weiblichen Besucherinnen überspringt. Die Türen, die sich nur nach innen öffnen lassen, werden von den Massen blockiert. Innerhalb weniger Minuten sterben mehr als 120 Menschen. Für Alice und Adrienne, zwei Frauen der Oberschicht, bedeutet diese Katastrophe auch die Chance, sich von den Fesseln, die ihnen die Gesellschaft auferlegt, zu befreien, ihren ungeliebten Männern zu entfliehen und ihrem Herzen zu folgen. Währenddessen gelingt es der jungen Émeline und der Journalistin Lucile, im Chaos des Geschehens über sich hinauszuwachsen und sich neu zu erfinden.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: buchfreude

    Im Roman „Der Basar des Schicksals“ erwartet einen viel. Es dreht sich alles um den Brand im Bazar de la Charité 1897 in Paris. Von hier an erzählt die Geschichte mehrere Leben, die dadurch unmittelbar beeinflusst wurden. Die Perspektiven wechseln manchmal schneller, als man lesen kann und es braucht etwas, sich in der Flut der Informationen zurechtzufinden. Aber wenn man sich dann erst einmal auf die Geschichte eingelassen, lässt sie einen nicht mehr los. Innerhalb von zwei Tagen habe ich die 400 Seiten runtergelesen, denn die Geschichte ist so fesselnd, dass es schwerfällt, nicht weiterzulesen. UND DASS OBWOHL ich die Serie bereits vor einem Jahr auf Netflix gesehen hatte. Wenn man die Netflixserie gesehen hatte, dann fällt einem auf, dass es einige Informationen zusätzlich gab. Diese fand ich unglaublich spannend. So wurde zum Beispiel die Journalistin Lucile in den Vordergrund gerückt, die mithilfe ihrer Leidenschaft für Zähne und deren Erforschung maßgeblich der Toten hilft und spannende Fakten liefert, die ich vorher nicht kannte. Ich fand die Nebenfiguren, die in der Serie nicht vorkamen, wirklich bereichernd und interessant und hilfreich für den Verlauf der Handlung. Der Schreibstil von Odile Bouhier ist szenenartig. Eine Szene wechselt in eine andere und man bekommt immer nur Ausschnitte und kleine Happen aus dem Leben der Figuren zugeworfen. Es wirkt daher sehr wie eine Serie, was mir gut gefallen hat. Natürlich bleibt dadurch die tiefere Verbundenheit zu den Figuren etwas auf der Strecke und ab und an wünschte man sich doch noch weitere Informationen, aber im großen Ganzen fand ich es erfrischend. Es ist etwas Neues und weckt durchaus das Interesse. Zudem kann man noch mehr die Fantasie spielen lassen und muss sich auf andere Weise den Figuren nähern. Theoretisch hätte man zu jeder einzelnen Figur ein Buch verfassen können, da wirklich sehr viel Inhalt geliefert worden ist, aber gerade diese kleinen Einwürfe reizten einem doch beim Lesen. Neben dem ganzen Drama um das Feuer gab es auch kleinere und größere Schwierigkeiten im Leben der Frauen – ein Brand mit verheerenden Folgen, Verfolgung und Flucht, Hinrichtungen und Mord. Die Geschichte hat einiges an Spannung zu bieten und beschäftigt sich noch mit Themen zum Recht der Frauen, die ein selbstbestimmtes und freies Leben anstreben. Ich könnte ewig weiter darüberschreiben, aber ich glaube, indem man es selbst liest, kann man am besten nachvollziehen, wieso ich so davon schwärme!
  • Von: katis__life

    Bei dem Buch handelt es sich um einen historischen Roman. Einige Ereignisse beruhen auf wahren Begebenheiten - der verheerenden Brandkatastrophe des "Basar de la Charité" (von1897). Der Schreibstil des Buches ist leicht, dynamisch, anschaulich und spannend erzählt. Am Anfang kann es passieren das man ein paar Probleme mit den zahlreichen französischen Namen hat. Aber das legt sich aufgrund der unterschiedlichen Handlungsstränge recht schnell. Was mich gestört hat war, dass es nur sehr selten Absätze zwischen den einzelnen Parts gibt. Da heißt es gut aufzupassen, um nicht durcheinander zu kommen. Aber auch damit habe ich gelernt umzugehen. Einige Wochen bevor ich mit dem Buch anfing, habe ich die Netflix-Serie geschaut. Das war keine Absicht, da ich mich erst später entschloss, das Buch zu lesen. Das Geschehen im Buch hält sich im großen und ganzen an das der Serie, was mir sehr gut gefallen hat. Trotzdem konnten mich manche Szenen im Buch noch überraschen. Fazit: "Der Basar des Schicksals" ist ein großartiges, sehr gut recherchiertes Werk, welches mir spannende Lesestunden beschert hat.
  • Von: LiteraTüren

    Ein Tag, ein Ereignis ist immer in der Lage, das Leben eines Individuums zu verändern. Wie viel mehr gilt diese Erkenntnis für einen Basar des Schicksals, wie es der Bazar de la Charité 1897 in Paris war. Bouhiers Roman ist mehr als ein Bericht über den Brand, bei dem mehr als 100 Menschen ihr Leben ließen. Auffällig ist die große Anzahl an Frauen und Kinder, die an diesem Tag in die Leichenhalle gebracht werden. Am 4. Mai 1897 verloren etwa 140 Menschen ihr Leben beim Ausbruch eines Feuers während des Bazar de la Charité, eines jährlich wiederkehrenden Wohltätigkeitsbasars in der französischen Hauptstadt. Sogar Sissis Schwester, die Herzogin Sophie, befand sich unter den Opfern. Ein Opfer, zumindest fühlte sie sich so, war Adrienne bereits vor diesem schicksalhaften Tag im Frühjahr 1897. Ihre Sehnsucht war es, ihrem groben, gewalttätigen Mann zu entkommen und ein Leben zu führen, dass nicht von einem Mann bestimmt wurde. Neben Adrienne sind auch Lucile, Alice und Élimene Protagonistinnen des Buches. Diese Auswahl lässt erahnen, dass Frauen und ihre Situation zum Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich das zentrale Thema des Romans sind. Bouhier zeigt, dass der Basar des Schicksals neben seiner fatalen Wucht auch eine Chance auf ein neues Leben mit sich bringt. So versteht es Adrienne und entflieht ihrem Peiniger. Der Roman diente einem großen Streamingdienst als Vorlage für die gleichnamige Serie. Der Leserin und dem Leser wird aber empfohlen, das Buch vor der Serie zu lesen. Gewöhnungsbedürftig ist Bouhiers Schreibtstil wenigstens anfänglich. Der Roman liest sich, nicht ungewollt, wie ein Tatsachenbericht. So ist der Kapitelüberschrift jeweils ein Datum und ein zeitlicher Bezug zum Brandereignis beigefügt. Dies und die dauernd wechselnde Perspektive führen die Leserin und den Leser auf die sachliche Ebene des Betrachters. Die Perspektivwechsel erfolgen zudem unregelmäßig, unangekündigt und mehrfach in einem Kapitel. Dies erfordert Aufmerksamkeit. Da sich die Leserin und der Leser aber ohnehin in einer objektiven Stellung befindet, kann dies funktionieren. Odile Bouhier schreibt mit „Der Basar des Schicksals“ ein Buch über das Leben von vier Frauen, die durch ein Ereignis Verlust und Chance zugleich erfahren. Vier starke Frauen, die es damals wie heute gibt. Der sachliche Schreibstil führt zu einer Objektivität, die es braucht, um das Thema frei von Sentimentalität zu erzählen.
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