Die Einkreisung von Caleb Carr

Caleb Carr Die Einkreisung

Das Psychogramm eines Mörders

New York 1896: Unter Polizeichef Theodore Roosevelt kommt es zu einem grauenvollen Mord, der sich als Teil einer ganzen Mordserie erweist. Mit den Ermittlungen wird Dr. Kreisler beauftragt, ein Vorläufer Sigmund Freuds. Gegen erbitterte Widerstände gelingt es ihm, mittels eines detaillierten Psychogramms den Mörder einzukreisen.

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Myrcella

    Meine persönliche Meinung Das Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut, hier sind die Darsteller der zugehörigen Netflixserie abgebildet, was ich sehr passend finde. Da ich die Serie nie gesehen habe, hatte ich nun sogleich ein Bild von den Charakteren vor Augen, welches auch recht stimmig mit der Beschreibung im Buch war. Die Handlung: Das ich ein fast schon besessener Fan des viktorianischen Zeitatlers bin, muss ich glaube ich nicht noch mal extra erwähnen. Deshalb war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Die Handlung ist sehr spannend und man findet sich sogleich mitten im Geschehen. Hier eine kurze Beschreibung, um was es konkret geht: Im New York des Jahres 1896 ermitteln Polizeichef Theodore Roosevelt und der Wissenschaftler Dr. Kreisler zusammen mit dem Zeitungsreporter John Moore und der Polizeisekretärin Sara Howard in einem grauenvollen Mordfall. Es handelt sich dabei um eine Mordserie, die die Stadt erschüttert. Mittels eines detaillierten Psychogramms des Mörders gelingt es Dr. Kreisler, den Kreis der Verdächtigen Schritt für Schritt einzuengen und dem Serienkiller immer näher zu kommen. Die Charaktere und Orte wurden hier vom Autor sehr detailgetreu beschrieben. Ich fühlte mich schon gleich ins viktorianische Zeitalter mit all den tollen Kleidern hineinversetzt. Es war für mich sehr spannend, die Ermittlungsarbeiten mitzuverfolgen. Der Spannungsbogen wurde hier vom Autor konstant gehalten und durch den flüssigen Schreibstil kamen keine Längen auf. Das düstere New York mit all seinen dunklen Gassen hat Caleb Carr hier sehr bildlich veranschaulicht. An manchen Stellen hielt ich es vor lauter Spannung kaum noch aus und musste regelrecht den Atem anhalten. Mein Fazit: Obwohl dieses Buch auf actionreiche Szenen verzichtet, wird hier gekonnt mit Psycho- und Schockelementen gearbeitet. Für ein atemberaubendes Abenteuer im viktorianischen New York, und sehr spannenden Lesestunden gibt es hier von mir 5 von 5 möglichen Büchersternchen.
  • Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten

    Im New York des Jahres 1896 ermitteln Polizeichef Theodore Roosevelt und der Wissenschaftler Dr. Kreisler zusammen mit dem Zeitungsreporter John Moore und der Polizeisekretärin Sara Howard in einem grauenvollen Mordfall. Es handelt sich dabei um eine Mordserie, die die Stadt erschüttert. Mittels eines detaillierten Psychogramms des Mörders gelingt es Dr. Kreisler, den Kreis der Verdächtigen Schritt für Schritt einzuengen und dem Serienkiller immer näher zu kommen. . Es dauert nicht lange und man ist mittendrin im Geschehen. Vor allem in der grandios geschilderten, damaligen Zeit, in der dieser extrem spannende Psychothriller spielt. Caleb Carr gelingt es mühelos, die Stimmung des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts einzufangen und man fühlt sich bereits nach wenigen Seiten heimisch im alten New York mit all seinen zwielichtigen Stadtteilen und unheimlichen Gassen. Es ist wirklich atemberaubend detailgetreu geschildert, wie die Ermittlungen vorangehen und mit welcher Hingabe sich die Protagonisten ihrer Aufgabe widmen. An manchen Stellen dachte ich, es handle sich bei „Die Einkreisung“ um einen Roman des hervorragenden Dan Simmons, der bei seinen letzten Büchern in ähnlicher Weise historische Tatsachen mit fiktiven Elementen vermischte („Terror“, „Drood“ oder „Der Berg“). Carr hat einen dermaßen flüssigen Schreibstil, dass man über seine teils langatmig ausufernden Beschreibungen mit einer Leichtigkeit hinweg liest und dabei noch unglaublichen Spaß hat. Ich sah durchgehend die Ermittlungsarbeiten und die Ereignisse als Film vor meinem inneren Auge, was eindeutig für die bildhafte Schreibweise des Autors spricht. Und nun ist dieser großartige Roman auch als Serie verfilmt worden, da kann man nur gespannt sein, wie die Umsetzung gelang. „Die Einkreisung“, im Original „The Alienist“, ist ein unglaublich stimmungsvoller Roman, der von den Beschreibungen der alten Zeit lebt und den damit verbundenen, erschwerten Ermittlungsarbeiten. Die Vorgehensweise der Detektive und die psychologischen Überlegungen des Wissenschaftlers machen unglaublich Spaß und sind in jedem Satz absolut nachvollziehbar. Es mag sein, dass sich der Plot gegen Ende hin tatsächlich etwas in die Länge zieht, wie von vielen Lesern kritisiert, aber gerade das „Sich Zeit lassen“ im Finale rundet für mich die komplette Geschichte ab und bringt keinen abrupten Cut, wie das leider bei vielen Büchern dieser Art der Fall ist. Caleb Carr beschreibt in seinem Roman die Ursprünge des Profilings, wie wir es heute kennen. Die Sisyphusarbeit, mit der man sich zur damaligen Zeit an die Auflösung eines solch spektakulären Falls machte, ist sehr authentisch beschrieben. Caleb Carrs Psychogramm eines Mörders und die damit verbundenen Ermittlungsarbeiten ist für mich ein absolutes Genre-Highlight, das ich nicht so schnell vergessen werde. Gerade die ausführlichen Beschreibungen, die vielen als Längen vorkommen, machen die Atmosphäre des Romans aus. Es ist ein Fall zum Mitdenken, der den Leser hier erwartet. Einige Szenen können durchaus als brutal und blutig bezeichnet werden, aber das Hauptaugenmerk richtet Caleb Carr definitiv auf die psychologische Seite eines solchen Täters. Das Buch ist durchgehend enorm stimmungsvoll, was zur Folge hat, dass man sich auf jeder Seite absolut ins Jahr 1896 zurückversetzt fühlt. Die Protagonisten erinnerten mich an manchen Stellen ein wenig an Arthur Conan Doyles Helden Holmes und Watson, so dass auch hier eine gewisse Nostalgiekomponente erreicht wird, die sich durch den ganzen Roman zieht. Carr erweckt auf hohem literarischen Niveau eine vergangene Epoche wieder zum Leben und lässt den Leser an einem faszinierenden Kriminalfall in atmosphärischer Kulisse teilhaben. „Die Einkreisung“ ist ein ruhiges Buch, das weitestgehend auf temporeiche Action verzichtet und sich mehr auf die Protagonisten und deren Ermittlungsarbeiten konzentriert. Gerade diese Ruhe macht Caleb Carrs Roman für mich zu einem beeindruckenden, bildgewaltigen Ausnahmebuch unter den unzähligen Thriller, die blutrünstige Morde in den Vordergrund stellen. Obwohl „Die Einkreisung“ erst aus dem Jahr 1994 stammt, erscheint das Buch einem wie der Inbegriff des Serienkiller-Romans, was wahrscheinlich an der außergewöhnlich guten Schilderung der alten Zeit liegt, die dem Leser vorspiegelt, es würde sich auch um einen entsprechend „alten“ Roman handeln. „Die Einkreisung“ sollte man unbedingt gelesen haben. Ich bin schon sehr auf die Serienumsetzung gespannt. . Fazit: Ruhiger, atmosphärisch dichter Thriller um einen Serienkiller, der in einer beeindruckend geschilderten Vergangenheit spielt. © 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten
  • Von: Faltine

    Meine Meinung: Das Cover gefällt mir ganz gut, die wichtigsten Elemente der Serie und des Buches sind darauf abgebildet. Die Kapitel haben größtenteils eine gute Länge und werden von Mr. Moore selbst erzählt. An sich fand ich das Buch jedoch ein bisschen zu lang. Ich bin erst durch die Serie auf das Buch aufmerksam geworden, denn diese hat mich sehr beeindruckt. Die Handlung ist im Großen und Ganzen dieselbe, es gibt nur kleinere Abweichungen, nicht wirklich gravierendes – beides war jedoch unglaublich spannend, auch wenn man eines der beiden schon kennt. Allerdings hat mir die Serie dahingehend besser gefallen, dass es keine Längen gab, wie im Buch und alles ein bisschen schneller voran ging. Die Handlung war gut nachvollziehbar, der Schreibstil sehr gut zu lesen. Der Fall war äußerst interessant, aber auch das Drumherum: Jeder hat ein Geheimnis, jeder will der erste sein, der den Fall löst. Es war teilweise wirklich erschreckend zu sehen, wie Korrupt es damals zuging. Die Jagd nach dem Täter war sehr nervenaufreibend, denn immer wenn ich dachte, ich wäre mir jetzt sicher, lag ich doch wieder falsch :D Mir hat aber auch gut gefallen, dass es hier mit einem gewissen Tiefgang um mehr ging als den Fall: Das große Frage nach dem ''Warum'' war allgegenwärtig und auch die Grundsatzdiskussion über Recht und Gerechtigkeit und Wahrheit und Lügen wurden hier aufgegriffen. Die Charaktere waren in ihrer Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit sehr beeindruckend. Dr. Kreisler mit seiner...etwas sehr direkten Art, hat mich doch das ein oder andere Mal zum lachen gebracht und es hat mich dennoch gewundert wie loyal seine Freunde zu ihm stehen – ganz egal wie er sich benimmt. Mr. Moore und Sara haben mir ebenfalls gut gefallen, obwohl ich nach der Serie eher davon ausgegangen war, dass Kreisler die Geschichte erzählt. Ich habe jedoch besonders Stevie, Kreislers Ziehjungen ins Herz geschlossen, aber auch alle anderen Figuren lösen die gewünschten Emotionen aus: Manche mag man, andere ganz und gar nicht ;) Wer das Buch mag, wird die Serie lieben und umgekehrt. Dazu ist die Serie auch noch perfekt besetzt, denn Daniel Brühl als Dr. Kreisler ist wirklich ganz großes Kino. Für mich ist beides eindeutig eine Empfehlung wert.
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