Die Forscherin. Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas von Katharina Innig

Katharina Innig Die Forscherin. Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas

Therese von Bayern – eine bemerkenswerte Frau, unerschrockende Reisende und leidenschaftliche Forscherin

Ende des 19. Jahrhunderts: Therese von Bayern erfüllt so gar nicht die Erwartungen, die ihre Zeit an eine Prinzessin hat. Sie weigert sich zu heiraten und interessiert sich brennend für Naturwissenschaften – und es zieht sie in die Ferne, in das Land ihrer Träume: Brasilien. Gemeinsam mit drei Begleitern reist sie über den Atlantik und taucht ein in eine tropische Welt voller Wunder. Therese ist wie gebannt von diesem Land, erlebt seine Schönheit und Vielfalt, aber auch Gefahren und Grausamkeit. Sie lernt einen Mann vom Volk der Tupí kennen, der ihr ein Leben näherbringt, das sich von ihrem gänzlich unterscheidet. So wird diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis – und zur Geschichte einer besonderen Liebe.

Jetzt bestellen

€ 12.00 [D] inkl. MwSt. | € 12.40 [A] | CHF 16.90 * (* empf. VK-Preis)

Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Belis

    Prinzessin Therese von Bayern, geb. 1850, ist für ihre Zeit viel zu sehr an Bildung und Wissenschaft interessiert und bleibt obwohl sie sich sehr jung verliebt hat dazu ihr Leben lang unverheiratet. Die Exotik Brasiliens fasziniert sie bereits als Mädchen und im Juni 1888 ist es endlich soweit – Therese von Bayern reist als Gräfin Elpen getarnt Richtung Amazonas. Ihre Sammelleidenschaft und Neugier bringt sie und ihre Begleiter immer wieder in Gefahr. Begeistert erforscht sie die Pflanzenwelt der Tropen, bringt ihren Reisemarschall zur Verzweiflung und lernt Land und Leute des Regenwaldes kennen. Das Buch ist in zwei Zeitebenen und abwechselnde Erzählstränge gegliedert. Therese erwartet in ihrer Lindauer Villa ihre ehemalige Reisegefährtin Veronika um zusammen mit ihr Ordnung in gesammelte Errungenschaften zu bringen. Im Laufe des Besuches erfahre ich als Leser neben Reiseerinnerungen auch ein wenig Zeitgeschichte. Die Rückblicke empfinde ich fesselnder. Die Schilderungen sind authentisch, beugen sich jedoch für mich auch der Erzählung in manchen Punkten. Unterschiedliche Charaktere der Gruppe und abenteuerliche Ereignisse begeistern und überraschen mich immer wieder. Nach und nach lässt mich Therese an ihren Erinnerungen teilhaben, zeigt wie ungewöhnlich und aufgeschlossen sie ihren Lebensweg beschritten hat. Ihr Mut, ihre Überzeugungen und Abenteuerlust stehen dem Drang der Neugier, dem Wunsch nach Entdeckungen in Nichts nach. Eingeflochten in den Gegenwartsstrang erzählt Therese teils zudem um ihr Wirken in Bayern. Begeistert verfolge ich die Erinnerungen der Prinzessin, tauche ein in die geheimnisvolle Welt des Amazonas. Die aufsteigenden Bilder, faszinierende Landschaften und wortreich beschriebene Eindrücke versetzen mich gedanklich in den Regenwald. Ein Highlight für mich ist ein Besuch, der Therese mit Hilfe des Doktors ermöglicht wird. Unter anderem bringt mich Max Humor immer wieder zum Schmunzeln. Therese und ihre Begleiter meistern die Gefahren, stellen sich der Einsamkeit und den Naturgewalten. Diese Reise bringt sie an ihre Grenzen und schleift die Charaktere wie Rohdiamanten zu einem einzigartigen Stein. Leider wurde ich durch die zwei Zeitebenen teils im Lesefluss unterbrochen. Falls hiermit zusätzliche Spannung beabsichtigt war hat mich das leider mehr gebremst als beflügelt. In diesem unterhaltsamen und auf jeden Fall lehrreichen Roman wurden historische Ereignisse und schriftlich festgehaltene Beobachtungen von Prinzessin Therese von Bayern mit Fiktivem verwoben. Im Nachwort gibt uns Katharina Innig Einblicke in ihre Recherche. Eine ungewöhnliche Reise durfte ich mit Prinzessin Therese erleben. Mein nächster Besuch in München wird mich wohl ins Museum führen, neugierig wie ich bin.
  • Von: Hopeandlive

    Prinzessin von Therese von Bayern war eine äußerst ungewöhnliche Frau, hochintelligent und wissbegierig kämpfte sie schon als junges Mädchen darum, genau so viel lernen zu dürfen wie ihre Brüder. Doch das war den Mädchen damals vergönnt. Therese lernt dennoch bis ins hohe Alter hinein. Ihr Wissensdurst und ihre Liebe zu Pflanzen, Tieren und fremden Welten führte sie auf fast alle Kontinente. In diesem Geschichte begleiten wir sie nach Brasilien, ihrem Sehnsuchtsland seit ihrer Jugend. Nachdem sie ihre große Liebe aus tragischen Gründen nicht heiraten konnte, ihn jedoch von Herzen ihr ganzes Leben lang liebte und treu besuchte, brach sie 1888 auf eine mehrmonatige Reise nach Brasilien auf. Ihre Reisebegleiter sind Viktoria, eine junge Dame der Gesellschaft, ihr Lieblingsdiener Max und der zackige Reisemarshall. Thereses Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, 1888 erleben wir die Reise und ihre besonderen Herausforderungen aus der Ich-Perspektive der Prinzessin und haben unsere Freude an ihrer Abenteuerlust, ihre fast kindliche Begeisterung und Freude an den vielen neuen Pflanzen und Tieren, die sie auf diesem Kontinent entdeckt, ihre Natürlichkeit frei von jeglichem Snobismus mit denen sie der indigenen Bevölkerung begegnet und ihrem messerscharfen Blick, mit dem sie die Verlogenheit der herrschenden Kolonialmacht durchschaut. Therese, ihrer Zeit weit voraus, hat sich ganz der Naturwissenschaft verschrieben und es ist herrlich zu lesen, wie sie mit ihren eigenwilligen Ideen und Vorstellungen ihre Mitreisenden, ganz besonders den Herrn Reisemarshall herausfordert. Die Charaktere dieser unterschiedlichen Menschen sind von der Autorin mit einer besonderen Feinheit und auch mit Humor gezeichnet und die Geschichte des Landes, auch die Machenschaften der sogenannten "Kautschukbarone", sowie die bildhaften und sehr gründlich recherchierten historischen und naturwissenschaftlichen Details in einer sehr schönen und ausgesuchten Sprache geschildert. Doch nicht nur Thereses wissenschaftlicher Hunger wird in diesem Land gestillt, sondern auch ihre tief vergrabene Sehnsucht nach einer besonderen Liebe, die sie mit ihrem früheren Verlobten nie erfahren durfte, wird geweckt, denn sie lernt Kito kennen, einen Mann aus dem Stamm der Tupi. Im zweiten Abschnitt erleben wir Therese von Bayern, diesmal erzählt in der dritten Person, in ihrem Anwesen in Lindau am Bodensee im Jahr 1924 im Dezember. Therese ist alt geworden und blickt auf ihr Leben zurück, ihr Haus ist voll von all den Dingen, die sie auf ihren vielen Reisen gesammelt hat und wir begegnen wieder Viktoria, der jungen Dame aus der Gesellschaft, die mittlerweile nicht mehr jung, Therese beim Sortieren und Katalogisieren hilft und erleben manch klärendes Gespräch zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen mit. Das Leben der beiden Frauen und der ganzen Welt hat sich in diesen Jahren verändert, denn der erste große Krieg hat die Welt förmlich auf den Kopf gestellt. Dieser Unterschied zwischen der tropischen Hitze in Brasilien und dem schneereichen Winter in Deutschland ist ganz wunderbar zu erleben. Katharina Innig hat mit ihrem ersten historischen Roman über eine ungewöhnliche Frau, der gerade das Land Bayern sehr viel zu verdanken hat, uns Lesern einen sehr authentischen Einblick in das Leben und in die Marotten, ich sage nur Blumensamen im Wald ausstreuen, dieser erstaunlich lebensklugen Frau gegeben und hat uns mit auf eine ganz fantastische Reise in den tropischen Regenwald Brasiliens mit all seiner Vielfalt in Flora und Fauna genommen. Es war ein absoluter Lesegenuss!
  • Von: Denise

    Direkt bei den ersten Seiten des Buches war ich mir sicher, dass es mir gefallen würde. Es strahlt einfach gleichzeitig eine Wohlfühl- und eine Aufbruchsatmosphäre aus. Einerseits fühlte ich mich beim Lesen von Thereses Leidenschaft und Neugierde angesteckt, andererseits war es einfach toll, wie sie auf ihr Leben zurückblickt. Ein Leben, das gelebt wurde. Die Charaktere Erst beim Lesen des Nachwortes habe ich erfahren, dass Thereses Charakter stark auf ihrem historischen Vorbild basiert. Beim Lesen hat es mich nämlich verwundert, dass eine Prinzessin so moderne Gedanken zu Themen Monarchie und Sklaverei hat. Umso erstaunlicher ist es, dass die echte Therese von Bayern ähnlich dachte. Thereses Leidenschaft hat mich in ihren Bann gezogen. Entgegen aller Erwartungen war sie sehr bodenständig und mutig. Ihre Neugier und das Interesse am Lernen haben mich inspiriert. Thereses Begleitung Veronika hingegen entspricht der perfekten Frau der Zeit. Sie ist sehr modisch und feminin. Damit steht sie als direktes Vorbild zu Therese. Das hat mir sehr gut gefallen und auch Veronika habe ich ins Herz geschlossen. Besonders in der Gegenwart konnte man sie noch einmal besser verstehen. Kíto, der junge Mann des Volks der Tupí, war wenig ergründbar, da er eher zurückhaltend war. Sein Schicksal hat mich jedoch ebenfalls berührt. Zwei Perspektiven Thereses Geschichte ist abwechselnd aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Die Gegenwart findet in 1924 statt und Therese ist bereits eine ältere Frau, die Vergangenheit in 1888, wo sie als junge Frau ihre Reise nach Brasilien antritt. Therese läd ihre frühere Reisebegleiterin Veronika ein, denn sie möchte ihr Arbeitszimmer sortieren. Dabei stolpern die Frauen immer wieder über Erinnerungsgegenstände von ihrer vergangenen Reise nach Brasilien. Sie erkunden auch die Stadt und man erfährt, was die beiden Frauen in der Zeit des ersten Weltkriegs erlebt haben. Generell strahlt dieser Teil der Geschichte eine Ruhe aus, die nur eine Frau haben kann, die ihr Leben gelebt hat und auf dieses zurückblickt. Aufregend dagegen war die Reise nach Brasilien, bei der jeden Tag etwas neues entdeckt wurde. Verwirrend fand ich jedoch die hier gewählte Erzählform. Der Teil über Brasilien, der eigentlich in der Vergangenheit stattfindet, ist im Präsens geschrieben und der Teil in 1924 im Präteritum. Das hat für mich nicht so ganz gepasst und ich konnte den Gedanken dahinter auch nicht erkennen. Die Liebesgeschichte Ohne direkt zu viel zu verraten muss ich zugeben, dass mir die integrierte Liebesepisode zwar gefallen hat, jedoch nicht allzu passend war. Der Roman hätte auch ohne sie ganz wunderbar sein können. Das Nachwort Wie immer liebe ich es, wenn man im Nachwort erfährt, was auf wahren Begebenheiten basiert. Beeindruckend waren hier die Details zu dem Leben der echten Theresen und ihrer Reisen. Ich wusste vorher nichts über sie und es war spannend über ihr Leben zu lesen.
Mehr laden