Die Lichter von Barcelona von Pere Cervantes

Pere Cervantes Die Lichter von Barcelona

Eine Hommage an den besonderen Zauber des Kinos, der selbst in dunkelsten Zeiten einen Ort der Hoffnung und Fantasie erschafft.

Barcelona, 1945: Während sich die Stadt von den Folgen des Kriegs erholt, schlägt sich der zwölfjährige Nil durch, indem er als Kurier Filmrollen von einem Kino zum nächsten bringt. Hin und wieder schleicht er sich in die Vorführungen, um der Stimme seines Vaters zu lauschen, der einst Synchronsprecher war, bevor er vor Jahren verschwand. Doch eines Tages wird Nil auf dem Heimweg Zeuge eines Mordes. Bevor das Opfer seinen Verletzungen erliegt, steckt dieses ihm ein Foto zu und flüstert: »David«. Es ist der Name seines Vaters. Nil beschließt dem Geheimnis des Fotos auf den Grund zu gehen – und merkt bald, dass auch andere auf der Jagd nach Antworten sind …

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Leserstimmen Das sagen andere LeserInnen

  • Von: Buch_Zeit

    Eine meiner liebsten europäischen Städte ist eindeutig Barcelona, da konnte ich bei diesem wunderschönen Cover mit dem Titel „Die Lichter von Barcelona“ nicht nein sagen. Pere Cervantes Liebeserklärung an die katalanische Meteropole und seinen unverkennbaren Stil hat Lisa Grüneisen perfekt eingefangen. Vielen Dank an den Limes Verlag und @bloggerportal für diese schöne Hardcoverausgabe. Ein Tribut an eine längst vergessenen Zeit der Filmrollen und Kinovorführräume: Ein Zeitreise in das Barcelona unter dem Franco Regime Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg scheint Spanien unter dem Franco Regime immer noch nicht aufatmen zu können. Der 12-jährige Nil unterstützt seine Mutter Soledad, indem er Filmrollen von einem Kino zum nächsten bringt. Diese Kuriertätigkeit passt perfekt zu seiner Filmleidenschaft. Er nutzt jede Gelegenheit einen Blick auf seine filmischen Vorbilder zu erhaschen und der Stimme seines Vaters zu lauschen, welcher vor seinem Verschwinden als Synchronsprecher gearbeitet hat. Eines Tages beobachtet der einarmige Junge einen Mord im Hauseingang. Bevor das Opfer seinen letzten Atemzug macht, steckt es Nil ein Schauspielersammelbild zu und flüstert den Namen seines Vaters. Besessen von der Idee mehr über den Verbleib seines Vaters zu erfahren, macht Nil sich auf die Suche nach Antworten, aber da ist er nicht der Einzige. Das Buch ist in vier Teile geteilt und läuft chronologisch von 1945 bis 2021. Der letzte Teil macht den größten Zeitsprung ins Jahr 2021 und der Leser kann einen Blick mit etwas mehr Abstand auf das Geschehene werfen. Cervantes benützt eine sehr bildliche und anschauliche Sprache, ohne jedoch unnötige Längen hineinzubringen, dadurch lässt sich das Buch sehr flüssig und schnell lesen. Die Spannung wird während des ganzen Buches aufrechterhalten und lässt den Leser bis zum Schluss nicht los. Die verschiedenen konstruierten Handlungsstränge sind jeder auf seine Weise dramatisch, informativ und auch ab und zu mal schön. Besonders die realitätsnahe Identifikationsfigur Nil, habe ich ins Herz geschlossen: das Kino als Hoffnungsspender, sein traumatischer Lebensweg und sein Werdegang vom Kind zu einem Erwachsenen mit Ecken und Kanten. Der geschichtliche Roman ist jedoch nichts für zart Besaitete. Die Polizeigewalt des Francoregimes wird in voller Härte und Brutalität detailliert veranschaulicht. Besonders die Folterszenen und „Säuberungsaktionen“ waren zum Erschrecken. Cervantes hat in seiner Recherche sehr genau gearbeitet und kleine Details der Schreckensherrschaft Francos der fiktiven Geschichte verwoben. Natürlich setzt der spanische Autor auch etwas Vorwissen über den Zustand des Landes nach dem Krieg voraus. Zum Glück streut Cervantes noch etwas Hoffnung am Ende ein,, so dass das Leseerlebnis positiv abgerundet werden kann.
  • Von: katikatharinenhof

    Zwischen den Trümmern, die als trauriger Überrest das Gesicht Barcelonas entstellt haben, geht der zwölfjährige Nil einer wundervollen Aufgabe nach. Er transportiert die kostbaren Filmrollen von einem Kino zum anderen und schnuppert heimlich Kinoluft, wenn er in die Vorstellungen schleicht. Nur so kann er seinem Vater nahe sein, der als Synchronsprecher den männlichen Darstellern seine Stimme leiht. Für Nil ein Trost in dieser schweren Zeit, denn von seinem Vater fehlt jede Spur. Nil wird zudem Zeuge einer Gewalttat, bei dem das Opfer ihm noch etwas in die Hand drückt - ein geheimnisvolles Foto, das mit dem Namen seines Vaters verbunden und das nicht nur für Nil von großer Bedeutung ist ... Pere Cervantes – ein Name, den man sich definitiv merken m u s s, denn mit diesem Buch ist dem Autor ein echtes Meisterwerk gelungen. Diese Erzählung ist mehr als ein historischer Roman, denn sie vereint Nervenkitzel, große Emotionen, schreckliche Bilder und vielschichtige Charaktere in einer Handlung, die fesselt und mehr als magisch ist. Der Autor weckt seine Figuren auf und zeigt ihre kämpferische, aufrührerische Natur. Allen voran Soledad und Nil, die für mich die tragenden Säulen dieser Geschichte sind. Es ist ein Blick in die grausame Fratze des Krieges, der Unschuldige das Leben kostet, sie für immer zeichnet und der das Böse im Menschen zum Vorschein bringt. Die Franco-Diktatur wird in ihrer ganzen barbarischen Härte und Zerstörung vor den Leser:innen ausgebreitet und lässt das Blut in den Adern gefrieren. Die Bilder der Folter im Gefängnis ätzen sich auf der Netzhaut ein und schnüren die Luft zum atmen ab. Es sind unerträgliche, abscheuliche Szenen, die das ganze Ausmaß der menschenunwürdigen Misshandlungen aufzeigen und die die Tränen ungehindert fließen lassen. Und trotzdem gibt es immer wieder Momente zum Aufatmen. Nämlich dann, wenn Nil in die Welt des Films abtaucht und in der geschützten Atmosphäre des Kinos seinem Vater nah sein kann. Es sind Momente der Hoffnung und des Lichts, die Nil regelrecht umarmen und in denen er den Zauber des Kinos regelrecht einatmet. Bis zum Schluss kleben die Leser:innen förmlich an den Seiten, verfolgen eine Handlung aus der Zeit, in der jede Menschlichkeit fehlt und in der die Menschen lernen müssen, zu überleben - um jeden Preis. Sensibel und atmosphärisch erzählt, erschafft Cervantes eine Geschichte, die berührt und lange in Erinnerung bleiben wird.
  • Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor „Die Lichter von Barcelona“ von Pere Cervantes 1945 Barcelona Der 13-jährige Nil Roig lebt mit seiner Mutter Soledad allein in Barcelona. Die beiden kommen so gerade über die Runden. Nil hat während des Krieges bei einem Bombenangriff einen Arm verloren und seine kleine Schwester Rosa hat dabei ihr Leben gelassen. Zudem hat sich Nils Vater dem Widerstand angeschlossen und keiner weiß ob er bereits tot ist oder in einem Militärgefängnis gefangen gehalten wird. „Während sich die Stadt von den Folgen des Kriegs erholt, schlägt sich der zwölfjährige Nil durch, indem er als Kurier Filmrollen von einem Kino zum nächsten bringt. Hin und wieder schleicht er sich in die Vorführungen, um der Stimme seines Vaters zu lauschen, der einst Synchronsprecher war, bevor er vor Jahren verschwand. Doch eines Tages wird Nil auf dem Heimweg Zeuge eines Mordes. Bevor das Opfer seinen Verletzungen erliegt, steckt dieses ihm ein Foto zu und flüstert: »David«. Es ist der Name seines Vaters. Nil beschließt dem Geheimnis des Fotos auf den Grund zu gehen – und merkt bald, dass auch andere auf der Jagd nach Antworten sind …“ Fazit: Pere Cervantes ist schon länger als Schriftsteller tätig und seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet. „Die Lichter von Barcelona“ ist allerdings der erste Roman von Cervantes der ins Deutsche übersetzt wurde und er hat bei mir gleich eine Punktlandung hingelegt. Der Schriftsteller macht mit uns eine Zeitreise nach Barcelona ins Jahr 1945. Zurück in die Epoche der „Franco-Diktatur“, den gewaltsamen „Säuberungen“, grausamen Militärgefängnissen und Folterkellern. Die flüssige Erzählweise des Autors ist sehr bildhaft, frei von Längen und Weitschweifigkeit. Der Roman ist spannend geschrieben und Cervantes schafft es mühelos den Spannungsbogen konstant bis zum Schuss aufrecht zu erhalten. Der Roman ist gut konstruiert und die Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Hier wurde seitens des Verfassers eine hervorragende, gründliche Recherche betrieben und seine Ausführungen über Spanien bzw. Barcelona werden hier sehr informativ dargestellt. Auf jeden Fall ein durchaus fesselnder geschichtlicher Rückblick. Allerdings schont der Autor uns nicht, denn er beschreibt die bedrohlichen, brutalen Szenen in den Folterkellern Barcelonas doch schon sehr deutlich. Für mich aber durchaus stimmig beschrieben und auch so, dass es für mich persönlich gerade noch erträglich war. Mit Nil Roig hat Cervantes einen beeindruckenden Protagonisten erschaffen, der in seinem jungen Leben schon sehr viel durchstehen musste, daran jedoch auch deshalb nicht zugrunde geht, weil er durch seine Familie und Freunde zum Cineasten wurde. Die Liebe zum Kino rettet ihn und seine Seele. „Eine Hommage an den besonderen Zauber des Kinos, der selbst in dunkelsten Zeiten einen Ort der Hoffnung und Fantasie erschafft.“ Eine Zeitreise nach Barcelona, – ins dunkle Franko-Regime, aber auch in die herrliche Welt des Kinos! Besten Dank an den „Limes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.
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